Smartphone-Uhr Fünf Thesen, wie Apples iWatch aussehen könnte

Autor: Peter Koller

Apple spielt auf Zeit: Seit einiger Zeit gibt es immer wieder Berichte, dass für den iPhone-Hersteller aus Cupertino eine intelligente Smartphone-Uhr das nächste große Ding sein könnte. Wie immer hält sich die Company äußerst bedeckt, was künftige Produkte angeht. Doch eine Auswertung von Apple Patentanträgen erlaubt zumindest eine – rein spekulative – Vorstellung davon, wie eine Apple iWatch aussehen könnte.

Firmen zum Thema

So stellt sich der Designer Yrving Torrealba die Apple-Smartphone-Uhr vor. In der Vergangenheit unterschieden sich die vorgestellten Apple-Produkte dann aber oft recht deutlich von den Mock-ups, die durch das Web geistern.
So stellt sich der Designer Yrving Torrealba die Apple-Smartphone-Uhr vor. In der Vergangenheit unterschieden sich die vorgestellten Apple-Produkte dann aber oft recht deutlich von den Mock-ups, die durch das Web geistern.
(Yrving Torrealba)

Auch wenn es schon einige Uhren als Smartphone-Ergänzung wie die Pebble oder Sonys Smartwatch gibt, scheinen die Hersteller dem Thema einer dedizierten Smartphone-Uhr eine große künftige Bedeutung beizumessen. Denn neben Apple scheinen laut diversen Medienberichten auch Samsung und Microsoft an entsprechenden Produkten zu arbeiten. Google hat gar ein Patent auf eine Augmented-Reality-Watch angemeldet.

Erst am Montag wurden die Spekulationen über eine Apple iWatch wieder angeheizt durch eine Äußerung von Apple-Aufsichtsratmitglied Bill Campbell. "Smart Watches werden bald so vertraut, wie es das Smartphone geworden ist," sagte er bei einer Mitarbeiterdiskussion des Unternehmens Intuit, dessen CEO er früher war. Für Aufregung sorgte vor allem der Nachsatz: "Ich erwarte, dass Apple ebenfalls vertraute Technologien der Verbraucherelektronik herstellen wird"

Bei Apple sollen angeblich rund 100 Entwickler an den letzten Details der iWatch feilen. Wie diese genau aussehen wird, weiß nur der engste Kreis bei Apple. Doch Apples Patentanträge lassen zumindest ein paar Rückschlüsse darauf zu, welche Technologien in der Uhr stecken könnten.

These 1: Die iWatch bekommt ein gebogenes AMOLED-Display.

Nun, für diese These braucht es keine besondere prophetische Gabe. Allein durch die Form, die eine Uhr rund um das Handgelenk einnehmen muss, ist ein gebogenes Display nahezu zwingend. Dass Apple an entsprechenden Technologien arbeitet, beweist unter anderem ein kürzlich veröffentlichter Patentantrag, der ein iPhone mit einem Display zeigt, dass in leicht gebogener Form quasi um das ganze Telefon herumläuft. Für die Verwendung von AMOLED (Active Matrix Organic LED) spricht, dass diese Art Display bei hoher Darstellungsqualität einen vergleichsweise geringen Energieverbrauch hat – in einer Uhr mit äußerst begrenztem Platz für eine Batterie ein wichtiger Faktor.

Eine Mitte Februar bekannt gewordenes Apple Patent für einen "Fortschrittlichen tragbaren Computer in Form eines Armbandes" verrät einige interessante Details. Es beschreibt ein sogenanntes Slap-Armband aus geschichteten Stahlblechen, dass im Ausgangszustand flach ist und sich um das Handgelenk herumschlingt, wenn es gegen den Arm geschlagen wird. Bei dem Patent würde ein End-Detection-Sensor feststellen, wie lang das Armband im individuellen Fall ist, um eine durchgängige Displaydarstellung um das ganze Handgelenk herum zu realisieren. Ein Lagesensor würden dann dafür sorgen, dass die relevanten Informationen immer im Blickfeld des Benutzers dargestellt werden.

(patentlyapple.com)
In diesen Zusammenhang könnte auch die kürzliche Ankündigung des Glasspezialisten Corning passen, dass man eine Glassorte entwickelt habe, die so stabil und gleichzeitig dünn ist, dass sie sich biegen lässt, das sogenannte Willow Glass. Corning ist bekannt für sein robustes Gorilla Glass, das bei vielen aktuellen Smartphones als Display-Abdeckung im Einsatz ist – und das erstmals für diesen Zweck beim ersten iPhone zum Einsatz kam. In seiner Steve-Jobs-Biographie beschreibt Walter Isaacson, wie der Apple-Gründer den Corning-Chef Wendell Weeks praktisch gegen dessen Willen dazu brachte, das in den 1960-Jahren entwickelte, aber nie industriell produzierte kratzfeste Glas innerhalb von weniger als sechs Monaten in industriellen Quantitäten für das iPhone bereitzustellen.

(ID:39021490)

Über den Autor

 Peter Koller

Peter Koller

Redakteur