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Fünf Teams kämpfen um den AMA Innovationspreis 2020

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Für den Innovationspreis der AMA hatten sich in diesem Jahr 38 Teams beworben. Aus den fünf nominierten Teams wird im Juni der Sieger gekürt.

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Den AMA Innovationspreis erhält das Siegerteam und zudem ein Preisgeld von 10.000 Euro.
Den AMA Innovationspreis erhält das Siegerteam und zudem ein Preisgeld von 10.000 Euro.
(Bild: AMA Verband)

Im letzten Jahr hatte der AMA Verband für Sensorik und Messtechnik vier Bewerbungen für den Innovationspreis nominiert. In diesem Jahr gibt es fünf nominierte Teams. Die Jury wählte aus den 38 Forscher- und Entwicklerteams aus dem In- und Ausland. Schließlich wird das Gewinner-Team zur Sensor+Test Ende Juni in Nürnberg ausgelobt. Zudem erhalten die Gewinner ein Preisgeld von 10.000 Euro, das von der Jury auch verteilt vergeben werden kann.

Unter den 38 eingereichten Bewerbungen gab es insgesamt 16 Unternehmen, die sich auf den Sonderpreis „Junges Unternehmen“ bewarben. Die Bedingungen: Sie alle sind nicht länger als fünf Jahre am Markt, beschäftigen weniger als 50 Mitarbeiter und erwirtschaften einen Jahresumsatz unter 10 Mio. Euro. In diesem Jahr konnte das Team der Micro Resonant aus dem österreichischen Linz die Jury mit ihrem „fluidFOX“ überzeugen. Dabei handelt es sich um einen Fluid-Analysator, ein kompaktes System, um die Qualität von Schmier- und Hydraulikölen zu überwachen. Das Team erhält einen kostenlosen Messeauftritt zur Sensor+Test. Eine Übersicht über alle eingereichten Bewerbungen können Sie sich im PDF am Ende des Beitrags herunterladen.

Die fünf nominierten Teams im Überblick

Mit FAST – FAst Magnetic Angle Sensor hat sich ein Team um Prof. Dr. Radivoje S Popovic aus Zug in der Schweiz beworben. Bei FAST handelt es sich um einen kostengünstigen, schnellen und genauen magentischen Winkelsensor, der auf zwei vertikalen Hall-Elementen und der direkten Umwandlung des Winkels in das digitale Format basiert. Der in diesem Sensor implementierte, patentierte, neuartige Algorithmus enthält ein cleveres Servoregelungssystem. Damit ist eine Winkelerfassung bei praktisch unbegrenzten Drehgeschwindigkeiten mit minimaler und winkelunabhängiger Latenzzeit möglich.

Bei den bereits erwähnten fluiodFOX, dem online Fluid Analysator des österreichischen Teams aus Linz von Micro Resonant lässt sich die Qualität von Schmier- und Hydraulikölen überwachen. Unabhängig vom Öltyp bestimmt das System nicht nur dessen Viskosität, sondern ermittelt ein umfassendes Profil mehrerer Parameter des Öls in Abhängigkeit von Temperatur und Druck. Vollautomatisch erzielt der fluidFOX dabei eine Messgenauigkeit, die sogar aufwändige Laboranalysen übertrifft.

Das Schweizer Unternehmen Sensirion aus Stäfa hat einen photoakustischen CO2-Sensor entwickelt, der sich für Serienanwendungen eignet. Der SCD40 repräsentiert den ersten CO2- und RH/T-Sensor im Miniaturformat, der nur einen Raum von 1 cm x 1 cm x 1 cm benötigt. Die Entwicklung basiert auf dem Prinzip der photoakustischen Sensorik. Dank seiner günstigen Kosten eignet sich der Sensor für Serienanwendungen und kostensensitive Einsatzbereiche.

Forscher des Fraunhofer-Instituts IPA aus Mannheim haben mit dem Thoraxmonitor ein System entwickelt, mit dem sich respiratorische Parameter, wie Atemfrequenz und -tiefe, aber auch Beginn der In- und Exspiration, messen lassen. Diese wichtigen klinischen Vitalparametern lassen sich in Echtzeit bestimmen und sind für die Ansteuerung von Beatmungsgeräten essentiell, besonders bei sehr kleinen Lungen. Mit dem Thoraxmonitor werden Änderungen der Permittivität im Thorax berührungslos gemessen und daraus respiratorische Parameter abgeleitet.

Das letzte nominierte Team kommt von Endress+Hauser Flow aus Weil am Rhein. Mit dem industrieoptimierten Ultraschall-Durchflussmessgerät Prosonic Flow G 300/500 lassen sich hochgenau trockene und feuchte Gase bei schwankenden Prozessbedingungen messen. Ein ausgeklügeltes Sensorkonzept ermöglicht einen wartungsfreien Langzeitbetrieb selbst in schwierigen Anwendungen mit einem hohen Flüssigkeitsanteil im Gas. Zusätzlich überwacht die integrierte Gasanalysefunktion verschiedene Prozessgrößen von Gaseigenschaften und -qualität in Echtzeit.

Innovationspreis im zwanzigsten Jahr

„Der AMA Verband verleiht den AMA Innovationspreis im zwanzigsten Jahr und wir durften auch in diesem Jahr eine Vielzahl qualitativ hochwertiger Bewerbungen begutachten“, sagt Professor Andreas Schütze, Juryvorsitzender von der Universität des Saarlandes. „Die fünf nominierten Teams zeigen wieder einmal, wie innovativ Lösungen und Entwicklungen aus der Sensorik und Messtechnik sind. Besonders auffällig ist bei den diesjährigen Nominierungen die hohe Dichte der Innovationen aus Österreich und der Schweiz.“

Die Gewinner des AMA Innovationspreises 2020 werden am 22. Juni 2020 auf der Eröffnungsveranstaltung der SMSI 2020 – Sensor and Measurement Science International bekannt gegeben, die parallel zur Sensor+Test 2020 in Nürnberg stattfinden wird.

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