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Fünf Maßnahmen zur Beschleunigung der Elektromobilität

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Die Elektromobilität kommt nach zehn Jahren intensiver Diskussion noch immer nur langsam voran. Fünf Schlüssel-Maßnahmen sind aus Sicht des ZVEI dringend nötig, um die Technologie auf die Überholspur zu bringen.

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Die Politik müsse nun konkrete Handlungen folgen lassen, erklärte der ZVEI anlässlich der IAA. Um seinem Anliegen Nachdruck zu verleihen, hat der Verband fünf Forderungen zur Beschleunigung der Elektromobilität erarbeitet.
Die Politik müsse nun konkrete Handlungen folgen lassen, erklärte der ZVEI anlässlich der IAA. Um seinem Anliegen Nachdruck zu verleihen, hat der Verband fünf Forderungen zur Beschleunigung der Elektromobilität erarbeitet.
(Bild: Daimler)

Die Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt hat die Elektromobilität im Fokus – zumindest wenn man den Autobauern glauben schenken will. Doch dem Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) geht das nicht schnell genug.

Speziell die Politik müsse nun konkrete Handlungen folgen lassen, erklärte der Verband anlässlich der IAA. Um seinem Anliegen Nachdruck zu verleihen, hat der ZVEI fünf Forderungen zur Beschleunigung der Elektromobilität erarbeitet.

1. Erforderlich ist der Aufbau einer integrierten Ladeinfrastruktur aus Fahrzeugen, Energieversorgung sowie Abrechnungssystemen. Fördermittel für einzelne Ladesäulen bleiben Stückwerk. Die Förderung muss ein alltagstaugliches Gesamtsystem im Fokus haben: öffentlich, flächendeckendend und einheitlich.

So ist bei öffentlichen Neubauten eine Ladestation verpflichtend vorzusehen. Die Normung des Ladevorgangs muss zudem beschleunigt, denn erst sie ermöglicht das Laden an jedem Ort gleichermaßen. Weitergehend muss eine Infrastruktur für vereinheitlichte Bezahlsysteme aufgebaut werden, denn proprietäre Systeme behindern die Alltagstauglichkeit.

2. In Wohngebieten sind zentrale öffentliche Ladestationen mit mehreren Ladepunkten für Schnelladen einzurichten. Eine intelligente Steuerung muss die Ladeströme von bis zu 32 Ampere pro Fahrzeug automatisieren.

3. Die Förderung ist auf den nicht-öffentlichen Bereich auszudehnen. Ladestationen (Wallboxen) am Wohnhaus und beim Arbeitgeber sollen gefördert werden, denn die meisten Autos werden für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz genutzt.

Die Ertüchtigung der Elektroinstallation in Wohngebäuden soll weiterhin in den Katalog der Fördermaßnahmen aufgenommen werden. Die meisten Wohnhäuser in Deutschland sind auf einen Ladestrom von 10 Ampere und mehr über mehrere Stunden nicht vorbereitet. Zudem darf der Einbau einer Ladestation in einem Mehrfamilienhaus nicht durch Einsprüche einzelner Bewohner verhindert werden können.

4. Eine Finanzierung der Ladeinfrastruktur als Systemtechnologie ist so lange durch die Öffentliche Hand sicherzustellen, bis privatwirtschaftliche Geschäftsmodelle möglich sind.

5. Die Verteilnetze („letzte Meile“) müssen mit smarten Regelungen ausgestattet werden, um das Laden mehrerer Fahrzeuge in Nachbarschaften zu steuern.

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