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Sensoren in der Industrie 4.0 Fühlende Sensoren überwachen Maschinen und Anlagen

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Mit der Entwicklung eines hochempfindlichen Sensorsystems des Startup-Unternehmens iNDTact können Maschinen sich selbstständig überwachen. Für ihre Entwicklung erhielten die Entwickler den Deutschen Gründerpreis 2016.

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Das Sensorsystem von iNDTact überwacht selbstständig Maschinen. Nach Auswerten der Messdaten kann direkt auf den Gesundheitszustand mechanischer Aggregate geschlossen werden.
Das Sensorsystem von iNDTact überwacht selbstständig Maschinen. Nach Auswerten der Messdaten kann direkt auf den Gesundheitszustand mechanischer Aggregate geschlossen werden.
(Bild: www.indtact.de)

Die hochempfindlichen Sensorsysteme für akustische Emissionsmessungen sind in der Lage, jede Vibration, jedes Geräusch und jede Bewegung aufzunehmen – also jede Veränderung. Werden die Messdaten ausgewertet, kann man direkt auf den Gesundheitszustand mechanischer Aggregate zurückzuschließen.

Überschreiten beispielsweise Lager in Autogetrieben, Flugzeugturbinen oder Produktmaschinen definierte Verschleißgrenzen, schlagen die Sensorsysteme Alarm. Anlagen und Maschinen können auf diese Weise rechtzeitig gewartet oder repariert werden; drohen Überlastungen aufgrund von Entfettung, Verschmutzung, Verschleiß oder Fehleinstellung, greift die Elektronik in den Regelkreislauf ein und die Maschine in einem sicheren Betriebszustand halten. Für ihre Entwicklung hat das Startup-Unternehmen iNDTact aus Würzburg den Deutschen Gründerpreis 2016 in der Kategorie „Startup“ erhalten.

Maschinen überwachen sich selbst

Entscheidend für die Funktion der iNDTact-Sensoren ist ihr extrem gutes Signal-Rausch-Verhältnis. Sie erfassen sicher kleinste Zustandsvariationen, die bei anderen Sensoren im Rauschen untergehen. Mit ihrer enormen Bandbreite von 0,01 Hz bis 500 kHz erfassen die robusten iNDTact-Sensoren zudem den gesamten für die Getriebe- und Lagerüberwachung relevanten Frequenzbereich. Gleichzeitig sind die Komponenten mit 25 mm x 15 mm kompakt und lassen sich entsprechend leicht in die Aggregate integrieren.

Mit der iNDTact-Lösung ausgerüstete Maschinen können sich selbst überwachen – und gehen damit einen wichtigen Schritt in Richtung Industrie 4.0 beziehungsweise Internet der Dinge. „Unsere Sensoren können praktisch in allen industriellen Bereichen eingesetzt werden“, sagt Dr. Raino Petricevic, Technischer Geschäftsführer von iNDTact. „Luft- und Raumfahrt, Maschinenbau, Automotive, Windkraft und sogar in Sport und Freizeit.“

Die breiten Anwendungsmöglichkeiten der innovativen Technologie überzeugten die Jury des Deutschen Gründerpreises. „Wir sind sehr stolz auf diese Auszeichnung“, sagt sagt Clemens Launer, Kaufmännischer Geschäftsführer von iNDTact. „Unsere Sensoren sind ein wichtiger Mosaikstein für die Umsetzung von Industrie 4.0: Minimale Sensorik mit maximalen Fähigkeiten. Unsere Sensoren werden zu Sinnesorganen der modernen Industrie und bringen Bauteilen das Fühlen bei“.

Als Preisträger der Kategorie StartUp erhält iNDTact ein genau auf den Bedarf des Unternehmens zugeschnittenes Coaching durch die Unternehmensberatung Porsche Consulting. Zudem übernehmen Kuratoriumsmitglieder des Deutschen Gründerpreises über einen Zeitraum von zwei Jahren Patenschaften für das junge Unternehmen. Je nach Bedarf stellen die Paten – namhafte deutsche Unternehmerpersönlichkeiten – ihr Know-how in Finanzierung, Organisation oder Marketing und natürlich auch Kontakte zur Verfügung. Darüber hinaus erhält das Unternehmen ein Medientraining beim ZDF sowie Zugang zum Alumni-Netzwerk des Deutschen Gründerpreises.

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