Friedrich Merz zum Ukraine-Krieg Freiheit und Frieden sind wichtiger als Euro und Dollar

Ein Kommentar von Friedrich Merz *

In Europa herrscht Krieg! Der allein Verantwortliche für diesen Ukraine-Krieg heißt Wladimir Putin.

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Friedrich Merz (Bild von 2019): „Es kann sein, dass weitere Entscheidungen folgen müssen, die auch unsere Wirtschaft belasten.“
Friedrich Merz (Bild von 2019): „Es kann sein, dass weitere Entscheidungen folgen müssen, die auch unsere Wirtschaft belasten.“
(Bild: Olaf Kosinsky // info@kosinsky.eu / CC BY-SA 3.0)

Dem russischen Angriff auf die Ukraine vorangegangen war die Besetzung eines Teils der Ostukraine bereits vor acht Jahren, es folgte eine jahrelange Propagandaschlacht und eine ununterbrochene Täuschung der Öffentlichkeit inklusive aller Gesprächspartner, bis hin zu Abkommen und Waffenstillstandsvereinbarungen, die nie eingehalten wurden.

Putin war und ist bis heute ein Mann der Nachrichtendienste. Er weiß, wie so etwas geht: täuschen, schmeicheln, in die Irre führen. Die richtigen Netzwerke aufbauen, auch und gerade in Deutschland. Mit nützlichen Idioten, die ganz im Sinne von Putins großem Lehrmeister und Namensvetter Wladimir Lenin so geldgierig sind, dass sie noch den Strick verkaufen, mit dem man sie dann aufhängt. Gazprom lässt herzlich grüßen.

Die Geschichte zeigt, dass Despoten Opfer ihres Größenwahns werden

Aus der Geschichte wissen wir, welches Schicksal alle vergleichbaren Despoten dieser Welt am Ende ereilt: Sie fallen ihrem eigenen Größenwahn zum Opfer. Früher oder später wird auch Putin dieses Schicksal teilen. Er wird die Ukraine, nach Russland immerhin das territorial größte Land Europas mit 40 Millionen Einwohnern, nicht dauerhaft besetzen und vollständig unterwerfen können. Und wahrscheinlich täuscht er sich in diesen Tagen, was die Entschlossenheit des Westens und die Kraft der Freiheit betrifft .

Ja, die Europäer ringen um ihre Reaktion und um ihre Geschlossenheit. Aber viele Sanktionen waren vorbereitet und mit der amerikanischen Regierung abgestimmt. Sie sind rasch in Kraft getreten und werden sowohl die russische Wirtschaft, als auch – mindestens ebenso wichtig – das System Putin und sein Umfeld hart treffen. Es kann sein, dass weitere Entscheidungen folgen müssen, die auch unsere Wirtschaft belasten. Aber Freiheit und Frieden sind wichtiger als Euro und Dollar. Und unterschätzen wir nicht den Freiheitswillen der Menschen in der Ukraine wie auch in Russland selbst. Putin kann sie nicht alle einsperren.

Für unseren Frieden werden wir tiefer in den Geldbeutel greifen müssen

Aber auch für uns bleibt noch viel zu tun. Die wichtigste und sehr ernüchternde Einsicht dieser Tage muss sein: Wir werden wieder mehr für die Sicherung des Friedens und unserer Freiheit leisten müssen, innerhalb der Staatengemeinschaft der EU und innerhalb der NATO, aber auch für diejenigen, die keinem dieser Bündnisse angehören.

Wir dürfen es nie wieder zulassen, dass ein Land wie die Ukraine einem Angriffskrieg mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert ist. China etwa wird sich sehr genau anschauen, wie dieser Krieg ausgeht und welche Folgen er für Russland hat. Wenn der Preis zu hoch erscheint, werden sie es sich gut überlegen, Taiwan anzugreifen. 1990 war nicht das Ende der Geschichte. Wir schreiben ein ganz neues Kapitel.

* Friedrich Merz ... ist Vorsitzender der CSU.

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