Marktstudie zum Kostenfaktor Krankheit Freiberufler aus IT und Engineering sind deutlich unterversichert

Redakteur: Margit Kuther

Krankheitstage sind nicht nur für Unternehmen, sondern insbesondere für Freiberufler ein oft unterschätzter Kostenfaktor.

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(Bild: SOLCOM)
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Der Projektdienstleister SOLCOM aus Reutlingen führte kürzlich unter den 6449 Lesern des firmeneigenen Online-Magazins eine Umfrage zum Thema „Kostenfaktor Krankheit“ durch. 115 IT-Experten und Ingenieure nahmen teil.

Die Studie enthielt unter anderem Fragen zur Absicherung und dem präferierten Versicherungssystem sowie zu einer Einschätzung des eigenen Verdienstausfalls. Sie erdeutlicht die erhebliche Kluft zwischen geschätztem Verdienstausfall und tatsächlicher Absicherung.

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Über 50 % arbeitet bei Krankheit

Die Bereitschaft, auch im Krankheitsfall zu arbeiten, ist unter den Freiberuflern besonders deutlich ausgeprägt – dies zeigen die Ergebnisse zur korrespondierenden Frage „Arbeiten Sie auch, wenn Sie krank sind?“.

Lediglich 8,7% schließen dies komplett aus, während 52,5% ihre Tätigkeit bei nur leichten Beschwerden nicht niederlegen. Herauszuheben ist hierbei allerdings die Tatsache, dass über ein Drittel der Befragten (kumulierte 39,1%) angeben, ihrer Arbeit über die Schmerzgrenze hinaus nachzugehen.

Diese Bereitschaft lässt sich auch an der Anzahl der Krankheitstage erkennen: Über die Hälfte der Teilnehmer (56,6%) verzeichnen im Jahr 2011 lediglich ein bis fünf Krankheitstage, 21,7% sogar gar keinen. Dieser Umstand – in Kombination mit der hohen Leidensfähigkeit – legt die Vermutung nahe, dass Freiberufler nicht in der Lage sind, Risiken wie zum Beispiel Verdienstausfälle als Folge einer hohen Anzahl von Fehltagen in Kauf zu nehmen.

Über 50 Prozent der Freiberufler hat keine private Absicherung

Die Bitte nach einer Einschätzung des persönlichen Verdienstausfalls zeichnet ein durchaus klares Bild: Nur ein Fünftel der Freiberufler schätzen diesen auf unter 250 Euro pro Krankheitstag, wo hingegen 79,1% sich für teilweise deutlich mehr aussprechen – 18,3% vermuten sogar einen Wert von über 650 Euro.

Errechnet man aus diesen Ergebnissen – Annahme des höchsten Wertes bei jeder Antwortmöglichkeit – einen Durchschnittswert, so ergibt sich ein Betrag von 550 Euro pro Tag krankheitsbedingter Abwesenheit. Der statistisch errechnete Wert von 550 Euro Verdienstausfall pro Tag wird spätestens dann äußerst bemerkenswert, wenn man die Antworten aus der Frage zum Tagessatz (Krankentagegeld) heranzieht, den die Befragten tatsächlich privat versichert haben.

56,5% verfügen über keine private Absicherung und dürften somit entsprechend in der gesetzlichen Krankenversicherung verankert sein. 23,4 % der privat Versicherten sind lediglich bis zu einer Summe von 250 Euro pro Tag gegen Ausfall geschützt. Einen Betrag, der den oben angeführten, durchschnittlichen Verdienstausfall abdeckt oder gar übersteigt, haben lediglich 12,3% der Befragten versichert.

Errechnet man auch hier einen Mittelwert innerhalb des Personenkreises, der eine private Absicherung vorgenommen hat, so erhält man einen Durchschnitt von 165 Euro versicherten Tagessatz. Die Diskrepanz zwischen dem geschätzten Verdienstausfall und der vorsorglichen finanziellen Absicherung liegt demnach bei 385 Euro pro Tag und kann damit bei Krankheiten mit langem Verlauf zum Risiko werden. //MK

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