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Wirtschaftsförderung Frauenförderung könnte Firmengründungen im Tech-Bereich verdoppeln

| Redakteur: Sebastian Gerstl

„Wer Gründungsförderung macht, muss Frauenförderung mitdenken“: Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Hohenheim. Forscher untersuchten den Frauenanteil in 20 Gründer-Hochburgen weltweit. Die Erkenntnis: Fördermaßnahmen für Startup-Gründer erreichen Frauen meist nicht.

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Bis zu 60.000 Startups mehr könnte eine effizientere staatliche Gründungsförderung hervorbringen. Das Problem: Die meisten Maßnahmen sind ungleich ausgelegt und greifen bei Frauen nicht.
Bis zu 60.000 Startups mehr könnte eine effizientere staatliche Gründungsförderung hervorbringen. Das Problem: Die meisten Maßnahmen sind ungleich ausgelegt und greifen bei Frauen nicht.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

60.000: So viele Unternehmen mehr könnten in Deutschland pro Jahr entstehen, wenn mehr Frauen gründen würden. In der Gründerhochburg Berlin, wo vor allem die besonders zukunftsträchtigen Tech-Startups aus dem Boden schießen, würde ein höherer Gründerinnenanteil sogar noch mehr ausmachen. So wurden in der Hauptstadt im vergangenen Jahr circa 3.000 dieser Tech-Startups gegründet – bei einem Frauenanteil von nur 9 Prozent. Wenn Frauen die Männer in punkto Gründungen einholen würden, könnten es fast doppelt so viele sein.

Dieses Problem ist der Ausgangspunkt einer Studie der Universität Hohenheim, die bald im Journal of Business Research erscheint. Prof. Dr. Andreas Kuckertz, Leiter des Fachgebiets Unternehmensgründungen und Unternehmertum, und Dr. Elisabeth Berger haben darin 20 Städte und Regionen weltweit unter die Lupe genommen, die als Gründer-Hochburgen gelten. Dazu gehören auch Berlin und das amerikanische Gründungszentrum Silicon Valley.

Die Eigenschaften der Startup-Ökosysteme hat das Forscherteam dabei besonders mit Blick auf den Frauenanteil an Neugründungen untersucht. In einer vergleichenden, quantitativen Analyse kombinieren Prof. Dr. Kuckertz und Dr. Berger dazu Zahlen aus dem Global Startup Ecosystem Ranking und dem Gender Equality Index der Vereinten Nationen und kommen so zu vollkommen neuen Resultaten.

Wirtschaftsförderung greift bei Frauen nicht

Das auffälligste Ergebnis: Auch wenn die politische Wirtschaftsförderung für viele Startup-Gründer eine wichtige Rolle spielt, greift sie speziell bei Frauen kaum: „Wir haben festgestellt, dass eine starke politische Förderung keinen Einfluss auf den Anteil der Gründerinnen hat. Im Gegenteil: In Ökosystemen mit wenig politischer Förderung gibt es trotzdem relativ viele Gründerinnen“, stellt das Forscherteam fest.

In Startup-Ökosystemen mit hohem Männeranteil würde die politische Förderung als sehr positiv wahrgenommen. Dr. Berger fasst zusammen: „Männer werden durch politische Maßnahmen zum Gründen angeregt, Frauen weniger.“ Sie stellt fest, dass die vermeintlich neutrale vorhandene Förderung sich eben doch primär an Männer richtet. „Die Situation sieht also neutral aus, ist aber ungerecht.“

Wenn Frauen gezielt angesprochen würden, verliefe das oft im Rahmen überreizter Klischees, beobachtet Dr. Berger: „Um Frauen abzuholen, reicht es nicht, einfach alles pink zu verpacken. Das schreckt viele potenzielle Gründerinnen eher ab.“

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