Rückblick FPGA Conference Europe 2020

Redakteur: Michael Eckstein

Mit einem internationaler ausgerichteten Konzept wollten wir mit der bereits in den letzten Jahren erfolgreichen FPGA Conference Europe 2020 richtig durchstarten. Doch dann kam alles anders.

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Highspeed-Bausatz: Mit FPGA-gestützen Entwicklungskits, passenden Software-Tools und IP-Bibliotheken lassen sich schnell eigene Produktideen in die Tat umsetzen..
Highspeed-Bausatz: Mit FPGA-gestützen Entwicklungskits, passenden Software-Tools und IP-Bibliotheken lassen sich schnell eigene Produktideen in die Tat umsetzen..
(Bild: VCG)

Vom Mai über den Juli in den September: Corona-Pandemie und Lockdown zwangen die ELEKTRONIKPRAXIS und ihren Partner PLC2 dazu, das Konzept der größten auf FPGA fokussierten Entwicklerkonferenz Europas in kürzester Zeit komplett zu überarbeiten und letzten Endes komplett auf digitale Beine zu stellen. So wurde aus der erfolgreichen Präsenzveranstaltung zunächst eine Hybridveranstaltung und schließlich eine rein digitale Konferenz. Statt wie geplant im Mai fand die Veranstaltung schließlich Ende September 2020 statt.

Die hohe Qualität der Vorträge von mehr als 25 FPGA-Experten blieb davon unberührt, wenn auch die digitale Darreichungsform des Online-Events am 29. und 30. September für viele Vortragende, Teilnehmer und Moderatoren zunächst ungewohnt war. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an alle Speaker und Teilnehmer, die diesen Weg in digitales Neuland mit uns gegangen sind!

Die Learnings sind unmittelbar in nachfolgende Digital-Konferenzen der ELEKTRONIKPRAXIS eingeflossen, etwa in die intelligent edge Conference oder den ESE-Kongress im Dezember mit über 1000 Teilnehmern.

FPGA und RISC-V Hand in Hand

Ein Highlight der FPGA Conference Europe 2020 war der hochkarätig besetzte virtuelle Couchtalk zum Thema RISC-V mit Calista Redmond, CEO der RISC-V Foundation, Michael Gielda von Antmicro/CHIPS Alliance, Naveed Sherwani von SiFive, Prof. Dr. Stefan Wallentowitz von der TU München und Ted Speers von Microchip.

Dabei unterstrichen die Experten das enorme Potenzial der freien Befehlssatzarchitektur, die mittlerweile im Markt angekommen ist: Immer mehr Hersteller setzen Controller mit speziell auf ihren Anwendungsfall angepassten Befehlsätzen ein. Ohne ungenutzten „Ballast“ kommen diese mit wenig Chipfläche aus und benötigen wenig Energie. FPGAs kommt hier eine besondere Rolle zu, lassen sich eigene RISC-V-Ideen doch direkt mithilfe der programmierbaren Bausteine umsetzen und ausprobieren.

Spannende Keynotes

In seiner Keynote „Enabling Smart and Secure Embedded Designs with Low Power FPGAs“ stellte Esam Elashmawi, Chief Marketing and Strategy Officer von Lattice Semiconductor, sichere Low-Power-FPGAs geringer Baugröße als geeignete Hardware-Plattform vor, mit der sich beispielsweise KI-, Embedded-Vision- und Security-Funktionen in Embedded-Lösungen für die (Automobil-)Industrie und Automobile realisieren lassen.

Das Implementieren dieser Features stellt hohe Anforderungen an das Design, bedingt durch meist strikte Vorgaben in Punkto Leistungsaufnahme, Abwärme und Baugröße. Umfassende Hardware-, Tool- und IP-Sammlungen mit aufeinander abgestimmten Komponenten können Entwicklern dabei maßgeblich unterstützen und die Time-to-Market verkürzen.

Maximilian Odenthal, Gründer und CEO von Silexica, ging in seiner spannenden Keynote „Democratizing Accelerating Computing“ darauf ein, wie Software-Design-Automation-Lösungen das Entwickeln heterogener Computing-Lösungen vereinfachen können. Durch High-Level-Synthese (HLS) lässt sich die Produktivität des FPGA-Designs erheblich steigern, indem sie die Abstraktionsebene von Low-Level-HDLs (Hardware-Beschreibungssprachen) auf C und C++ hebt.

Die C-Simulation ermöglicht laut Odenthal zudem eine schnelle, frühzeitige funktionale Verifikation, die es den Designern ermöglicht, funktionale Probleme frühzeitig im Design-Flow zu identifizieren.

Über 30 Vorträge: Von Grundlagen bis hin zu Spezialwissen

In den mehr als 30 Vorträgen vermittelten die FPGA-Experten hilfreiches Know-how – von Grundlagenwissen bis hin zu speziellen Implementierungs-Tipps. Schwerpunkte lagen auf der Integration von KI-Funktionen, Embedded Vision, funktionaler Sicherheit, der Realisation schneller Schnittstellen und Converter, vielversprechenden neuen FPGA-Architekturen, modernen Software-Plattformen und Tools sowie RISC-V-on-FPGA.

Sofern es die Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie es zulassen, wird die diesjährige FPGA Conference Europe 2021 vom 6. bis 8. Juli stattfinden – voraussichtlich als Präsenzveranstaltung an gewohnter Stelle in München-Dornach. Dann wieder mit dem obligatorischen gemeinsamen BBQ-Grillen als kulinarischem Highlight – schließlich müssen sich teils trockene Technologie und Genuss nicht ausschließen. Wir freuen uns auf Sie!

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