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Sharp-Übernahme Foxconn-Vize wird neuer CEO von Sharp

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Die erste Übernahme eines japanischen Elektronikkonzerns durch ein ausländisches Unternehmen ist besiegelt: Der Vize-Chairman des tawanesischen Konzerns Foxconn, Tai Jeng-Fu, soll künftig als neuer CEO von Sharp für frischen Wind beim angeschlagenen Elektronikriesen sorgen.

Historische Übernahme: Die Akquise des japanischen Elektronikriesen Sharp durch den taiwanesischen Konzern Foxconn ist besiegelt. Foxconn zahlt wie zuvor vereinbart 388,8 Milliarden Yen (3 Mrd. Euro) für die Transaktion. Neuer CEO von Sharp wird der bisherige Foxconn-Vize Tai Jeng-wu.
Historische Übernahme: Die Akquise des japanischen Elektronikriesen Sharp durch den taiwanesischen Konzern Foxconn ist besiegelt. Foxconn zahlt wie zuvor vereinbart 388,8 Milliarden Yen (3 Mrd. Euro) für die Transaktion. Neuer CEO von Sharp wird der bisherige Foxconn-Vize Tai Jeng-wu.
(Bild: Otsu4 / Wikipedia / BY-SA 3.0)

Nachdem im Februar die Übernahme beschlossen worden war, hatte sich der Abschluss der Übernahme nach einigen Unklarheiten wieder verzögert. Nun wurden diese offenkundig ausgeräumt: Erstmals wird nun ein Nicht-Japaner die Leitung des 1912 gegründeten Unternehmens übernehmen. Tai Jeng-wu, derzeit Vize-Vorsitzender der Hon Hai Precision Industry Co. – besser bekannt unter dem Namen Foxconn – wird die Nachfolge von CEO Kozo Takahashi antreten.

Wie Sharp bekannt gegeben hat, verkauft das Unternehmen letztlich einen Mehrheitsanteil von 66% im Gesamtwert von 3,5 Milliarden US-$ (etwa 388 Milliarden Yen; 3,1 Milliarden Euro) an das maßgeblich als Apple-Zulieferer bekannte taiwanesische Unternehmen. Foxconn wird somit alleiniger Mehrheitsanteilseigner von Sharp.

Dieser Wechsel in der Führungsriege soll einen Neuanfang für den zuletzt stark angeschlagenen Elektronikkonzern Sharp einläuten. In den letzten beiden Jahren hatte das japanische Traditionsunternehmen zwei milliardenschwere Rettungspakete der Regierung erhalten um eine drohende Pleite abzuwenden.

Auf die Leitung von Tai Jeng-wu, der fließend japanisch spricht und seit 30 Jahren bei Foxconn ist, liegen daher große Hoffnungen. Nach Aussagen des scheidenden CEO Kozo Takahashi wird Tai einer von insgesamt neun neuen Vorstandsmitgliedern bei Sharp sein.

Tais schwere Aufgabe wird sein, die Talfahrt des Unternehmens zu beenden. Wie der Elektronikkonzern Sharp bekanntgab, hatten die Netto-Verluste zum 31. März 2016 zuletzt 255,9 Milliarden Yen (etwa 2 Milliarden Euro) betragen. Der einstiege Pionier und Marktführer bei LCD-Displays hatte zuletzt massive Verluste durch Konkurrenz aus dem restlichen asiatischen Raum zu beklagen.

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