Thema: Brain Drain kostet ITK-Branche 11 Milliarden Euro Umsatz

erstellt am: 23.05.2012 20:04

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Studie von BITKOM und Fraunhofer
Brain Drain kostet ITK-Branche 11 Milliarden Euro Umsatz


Rund 11 Milliarden Euro Umsatz entgehen deutschen ITK-Unternehmen jährlich durch Wissens- und Kompetenzverlust – oft als Brain Drain bezeichnet. Zu diesem alarmierenden Ergebnis kommt eine Studie des Fraunhofer IAO und des Hightech-Bundesverbands BITKOM.

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nicht registrierter User


Kommentar zu: Brain Drain kostet ITK-Branche 11 Milliarden Euro Umsatz
23.05.2012 20:04

Zwei Dinge:

a) Dass es k_einen Fachkräftemangel gibt kann mathematisch über das Gesetz von Angebot und Nachfrage belegt werden: Sind die Gehälter niedrig oder moderat (und das sind sie), dann kann in einem (relativ) freien Arbeitsmarkt kein Mangel vorhanden sein.

b) Es wird vergessen, dass sich über den Brain-Drain (besser wäre Brain-Move) Wissen über die Unternehmen verteilt. Ein Beispiel: Im letzten Unternehmen wurde Embedded Software noch mit VI und C entwickelt. Ich kam dazu per Brain-Drain und habe die Basis auf C++, MDSD, Eclipse etc. angehoben. Moderne ESW-Entwicklung eben, sehr produktiv, höhere Safety etc.. Ein solcher Wissensaustausch über Unternehmensgrenzen hinweg ist wichtig. Von daher ist Brain-Drain ein unzulässiger Begriff. Ein Drain läge ja nur vor, wenn ein Unernehmen ausschließlich Uni-Absolventen einstellt und dann erfahrene Leute verliert. Ansonsten profitieren alle Unternehmen und der Standort Deutschland enorm vom Brain-Move.

Neulich war ich bei einem sehr großen Provinzunternehmen, dass Stellen meist lokal und per Vetternwirtschaft besetzt. Entsprechend war die Technologiebasis da total veraltet. Da helfen auch keine Schulungen. Frisches Denken kann vor allem über frische Köpfe in Unternehmen kommen. Als Freiberufler habe ich da einen guten Einblick. Weil ich sehr viele Unernehmen sehe, befruchte ich - wie eine Biene - die Unternehmen untereinander. Das schlechte erwähne ich beim nächsten Unernehmen nicht, das gute konnte ich schon oft erfolgreich einbringen. Das bringt den Unernehmen, die einen regen Austausch pflegen einen enormen Vorsprung.

Fazit: Weder von Fachkräftemangel, noch von Brain-Drain kann die Rede sein. Höhere Gehälter würden sicherlich gegen beides helfen. Dass die nicht fließen ist Beweis genug ...

Viele Grüße.

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nicht registrierter User


RE: Brain Drain kostet ITK-Branche 11 Milliarden Euro Umsatz
24.05.2012 10:04

Ein anderer Faktor ist auch noch mitentschedend: Wenn eine Firma eine zum Himmel schreiende Unternehmenskultur hat, dann bleibt den Mitarbeitern als einzige Möglichkeit nur noch übrig, die Firma so schnell wie möglich zu verlassen. Besonders kleine Firmen neigen gerne zu Vetternwirtschaft (Wir sitzen alle in einem Boot - Sie machen Überstunden und ich gehe heim wenns mich freut). Unfähige Muttersöhnchen werden zum Himmel gelobt und mit Privilegien ausgestattet. Von den einen Mitarbeitern wird erwartet, dass Arztbesuche ausserhalb der Arbeitszeit stattfinden, andere Mitarbeiter können sich ganze Behandlungsterminserien in die Arbeitszeit legen. Wer diese Ungleichbehandlung nicht erträgt, muss alleine schon aus gesundheitlichen Gründen die Firma wechseln, um nicht ein Magengeschwür zu bekommen. Die Firmen sind selber schuld, wenn sie hinterher das verlorene KnowHow sich wieder neu erarbeiten müssen. Aber auch Weltkonzerne haben manchmal kein glückliches Händchen: Speziell nach einer feindlichen Übernahme kommt es doch gerne zu internen Verwerfungen, wo alte Seilschaften zusammenhalten wie Pech und Schwefel. Unangenehm ist dann, wenn man als Berufsanfänger dies zu langsam durchschaut und zwischen die Fronten gerät. Zum Glück sind dies doch eher die Ausnahmen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Ein Vorteil hat es, wenn man solche Exceptions schon zwei mal mitgemacht hat: Der persönliche Erfahrungsschatz ist gewachsen, man ist nicht mehr so naiv wie vorher und kann kritische Situationen früher einsachätzen und entsprechend reagieren. Eine gute Unternehmenskultur ist ein klarer Wettbewerbsvorteil - die besten Köpfe werden sich um diese Attraktionspunkte sammeln und zusammen die besten Produkte und Lösungen entwickeln.

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