Thema: Was Firmen aus dem Fall VW lernen können

erstellt am: 19.10.2015 14:17

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Krisenmanagement
Was Firmen aus dem Fall VW lernen können


Das Wirtschaftsimperium VW wackelt, ein Koloss, der als unantastbar galt. Doch das Risikomanagement vernachlässigen viele Unternehmen, denn der GAU gilt als undenkbar. Warten Sie nicht, bis der GAU eintritt, handeln Sie rechtzeitig.

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nicht registrierter User


Kommentar zu: Was Firmen aus dem Fall VW lernen können
19.10.2015 14:17

Der so genannte „Abgas-Skandal“ ist ein Politikum + hat eigentlich nichts mit der Fa. VW zu tun. Die Fahrzeuge mit Diesel-VerpuffungsMaschine waren vor dem Skandal alle korrekt eingestellt, allerdings bliesen sie zuviel von ganz bestimmten Stoffen aus, von anderen relativ wenig. Um die wenigen (von ca. 20.000) Stoffen kümmert sich kein „Politisches Schwein“, wenn nur Chemiker davon wissen. Die „Politischen Schweine“ haben allerdings eine kleine Tabelle aufgestellt mit Werten, die unterschritten werden sollen/müssen.
Nach dem Abgas-Skandal“ sind alle Diesel-Fahrzeuge dermaßen umgebaut und eingestellt, dass sie mehr Kraftstoffe verbrauchen und dabei auch noch weniger Leistung erzielen! Ein höherer Verbrauch bedeutet allerdings auch ein größeres Volumen an giftigen bis hochgiftigen Abgasen, nur der Stickoxid-verbrauch ist gesenkt worden.
Vergangenheit: Bei der Herstellung von Spanplatten durfte das Bindemittel mit (Form)-Aldehyd nicht nehr eingesetzt werden, dafür wird seitdem klebender Stoff mit Isocyaniden eingebunden, die noch bedeutend giftiger ist als Aldehyde.
aber da kräht ja schon längst kein „Schwein“ mehr im Dorfteiche!
Mein Verdacht: Da sitzt die Lobby der Petrol-Industrie dahinter, die den vermehrten Kraftstoffverbrauch indirekt ankurbelt, per ministeriell verordneter Zwangsmaßnahme, weil alle nicht umgebauten und anders eingestellten Diesel-Fahrzeuge ihre Fahrzulassung verlieren tun.
KTElektronik@gmx.de

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nicht registrierter User


RE: Was Firmen aus dem Fall VW lernen können
19.10.2015 14:49

Alle Hersteller, nicht nur Fahrzeughersteller, könnten aus dem Fall VW etwas lernen.
Aber sie werden keine Konsequenzen ziehen, weil der laufende Gewinn geschmälert werden würde, anstatt immer maximal anzusteigen. Lieber geht man ein kalkulierbares Risiko ein, statt finanzielle Einbußen zu riskieren.
Verdacht: Die Lobby der Petrol-Industrie hat es bisher immer wieder geschafft, den vermehrten Kraftstoffverbrauch indirekt zu steigern. Siehe z.B. die EU-Vorschriften zur Einhaltung der Abgas-Richtlinien: Je mehr Elektro-Autos ein Hersteller verkauft, desto höher dürfen die Abgase der Nicht-Elektrofahrzeuge sein.

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MKuther





dabei seit: 07.06.2013

Beiträge: 8

RE: Was Firmen aus dem Fall VW lernen können
19.10.2015 16:26

Sehr geehrter Kommentator, danke für Ihren Hinweis, der einige interessante Aspekte aufgreift, etwa die Lobby der Petrol-Industrie. Was mich allerdings massiv stört, ist Ihre Formulierung der Politischen Schweine. Ich finde sie deplatziert, auch wenn diese in Anführungszeichen stehen.
Nun zurück zum Thema: Sicher ist die Diskussion um die Abgaswerte auch ein Politikum und überhöhte Messwerte betreffen nicht nur VW-Modelle. Auch Dieselfahrzeuge anderer Hersteller, aber auch Benziner, stoßen im realen Betrieb mehr Schadstoffe aus als erlaubt. Und für Tests greifen auch andere Hersteller tief in die Trickkiste mit Maßnahmen am Rande des aktuell legalen. Doch VW hat Software bewusst manipuliert, um die gesetzlichen Abgasnormen einzuhalten. Und das ist Betrug am Kunden, am Gemeinwesen, etwa wegen entgangener Steuereinnahmen, an der Umwelt, ... . Für mich ist mit dem wissentlichen und willentlichen Manipulieren von Software die legale Grauzone eindeutig überschritten. VW ist hier aufgeflogen. Deshalb ist für mich der aktuelle Abgasskandal eng mit VW verwoben.

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nicht registrierter User


RE: Was Firmen aus dem Fall VW lernen können
20.10.2015 12:47

Hat VW wirklich die Kunden betrogen??? Oder wird den Kunden über die presse verkauft, dass sie von VW betrogen wurden?
Durch die Software wurde die Abgasnachbehandlung im Fahrbetrieb deaktiviert, was für einen höheren NOx-Ausstoß sorgt... dem kunden wird nicht mittgeteilt, wie hoch der NOx-Wert ist... das ist ihm auch egal - jeder kunde, der jetzt was anderes behauptet lässt sich entweder selbst manipulieren - und zwar von der Presse; oder aber erhofft sich jetzt, Geld dadurch zu machen...
Was in den technischen Daten angegeben wird, ist der Co2-Ausstoß... der bei neuen fahrzeugen ja auch entscheidend für die Fzg-Steuer ist... auf den Co2-Wert hat die Manipulation jedoch keine Auswirkung.
VW hat nicht die kunden betrogen, sondern die Behörden. Das ist inaktzeptabel... keine Frage... aber der Aufschrei der deutschen Presse ist dabei der eigentliche GAU!
In dem Sinne: Der Ast auf dem man sitzt, sollte man lieber nicht absägen...

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peter.rimbrecht@t-online.de





dabei seit: 20.04.2011

Beiträge: 95

RE: Was Firmen aus dem Fall VW lernen können
20.10.2015 15:15

Mich wundert es , dass alle Welt es so darstellt,
als hätte es nie Alternativen bei der Dieselabgasbehandlung gegeben. Die Einführung des Dieselkatalysators halte ich für einen der größten Fehler in der Technikgeschichte. Schon damals gab es bessere Lösungen für ein gesundheitlich unbedenkliches Dieselabgas ohne Umweltbelastungen. Die Einspritzung von Wasser in die Zylinder verhindert die Bildung von Stickoxiden. Das Wasser kann entweder mit dem Treibstoff oder durch eine separate Einspritzung zugeführt werden. Das hätte nicht zu einer Erhöhung des Verbrauchs um 20%v wie beim Kat , sondern zu einer Senkung um 30% geführt. Die Bildung von Rußpartikeln verhindert eine zylindergenaue Einspritzung.
Die „Lösung“ mit der Betrugssoftware passt zu meinen Erfahrungen, die ich mit der jüngeren Ingenieursgeneration gemacht habe. Fehler, die wegen der Physik und der Chemie vorhanden sind, wollen sie mit Software beheben. Gedanken, wie man solche Fehler schon bei ihrer Entstehung verhindert, machen sie sich nicht. Die entsprechenden naturwissenschaftlichen Kenntnisse fehlen vermutlich.
Der Abgasskandal beweist, dass unsere Autoindustrie nicht in der Lage oder willens ist, einen 120 Jahre alten Antrieb für kommende Umweltauflagen weiterzuentwickeln. Wie kann ich dann ein wirklich zukunftsfähiges Auto von dieser Industrie erwarten? Dieses Auto hat 4 leichte Radmotoren und eine Brennstoffzelle. Diese ist zwar seit fast 200 Jahren bekannt, wird aber nicht ernsthaft entwickelt. Das Leergewicht darf nicht über 600kg liegen.

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Olaf Barheine





dabei seit: 05.12.2011

Beiträge: 765

RE: Was Firmen aus dem Fall VW lernen können
21.10.2015 09:17

Ich weiß nicht, was andere aus dem Fall lernen. Ich sehe mich in meiner Auffassung bestätigt, während eines Projekts jedes Fitzelchen Papier aufzubewahren, alles zu dokumentieren und sofort schriftlich auf mögliche Risiken und Probleme hinzuweisen. Andere mögen mich deshalb für pedantisch halten, aber man kann nie wissen, wozu man es noch einmal braucht. Und sei es dafür, zu belegen, dass man selbst kein Fehlverhalten zu verantworten hat.

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FERGEHOF





dabei seit: 11.04.2012

Beiträge: 203

RE: Was Firmen aus dem Fall VW lernen können
31.10.2015 17:47

Die Verbindung zu Murphy _ wenn etwas schief gehen kann ___ ist hier zwar richtig, ich halte einen anderen Spruch jedoch für treffender:

Es ist nichts so fein gesponnen,
es kommt doch ans Licht der Sonnen.

Manche Leute glauben, dass sie erfolgreich vertuschen können. Die Erfahrung lehrt, dass dies nicht oder nicht besonders oft gelingt. Es ist nur eine Frage der Zeit.
* zuletzt geändert von: FERGEHOF am 31.10.2015 um 17:48 Uhr *

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