Thema: Fachkräfte als Ware sind längst Auslaufmodelle

erstellt am: 23.05.2014 14:17

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Praxistipps für Führungskräfte
Fachkräfte als Ware sind längst Auslaufmodelle


Immer mehr Unternehmen beklagen reale Einbußen beim Erlös, weil qualifiziertes Personal fehlt. Wie Führungskräfte dem Fachkräftemangel in ihrem Unternehmen entgegen wirken können, erklärt Manfred Grünberg, Coach und Wirtschaftsmediator, in diesem Artikel.

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FERGEHOF





dabei seit: 11.04.2012

Beiträge: 202

Kommentar zu: Fachkräfte als Ware sind längst Auslaufmodelle
23.05.2014 14:17

Es ist immer wieder das Gleiche: Da sagt jemand, wie gearbeitet werden soll, der nie gearbeitet hat. Dann hat er Misserfolg und lässt sich beraten. Weil er nie gelernt hat, so zu fühlen wie seine Untergebenen, muss man ihm das Problem mit Diagrammen nahe bringen. Das ist schon der zweite Fehler im System. Diagramme ohne Skala sind wertlos. Diagramme, die sich auf nicht Skalierbares beziehen, erst recht. Der Mensch ist nicht skalierbar und nicht mit Diagrammen zu beschreiben, er ist ein Individuum. Als solches fühlt er sich auch im Team wohl, wenn man ihn nur ernst nimmt.

Ich habe einen Betrieb erlebt, in dem ganz hervorragende Teams arbeiteten. Möglicherweise die Besten, die ich je kennen gelernt hatte. Die Leute sind verzweifelt, weil der Vorgesetzte nichts mit ihnen anfangen konnte. Trotz eines Beraters, der ihm quasi auf dem Schoß saß, konnte oder wollte er die Mitarbeiter nicht verstehen. Neue Leute, die von weit her mit blumigen Versprechen angeworben wurden, erkannten die Lage schnell und gingen wieder. Der Stamm, der blieb, hatte kaum eine andere Wahl. Bindungen durch Immobilien und Familie ließen kaum eine Wahl, zumal es in der Umgebung keine anderen interessanten Arbeitgeber gab. Klar, dass der Vorgesetzte jede Schuld von sich wies. Leider kein Einzelfall,

Schade, dass man heutzutage die Führungskräfte aus Bereichen holt, die mit der zu führenden Mannschaft wenig zu tun haben. Menschen und ihre Aufgaben muss man verstehen können und dazu muss man in einem solchen Team gearbeitet haben. Nicht im Elfenbeinturm. Eine Power Point Folie ersetzt nicht das Gefühl für die Führung eines Teams.

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nicht registrierter User


RE: Fachkräfte als Ware sind längst Auslaufmodelle
23.05.2014 14:48

Es sind oft Unstimmigkeiten, die das Verhaeltnis belasten. Wenn z.B. viel Wert auf Umsatz gelegt wird, und jede Minute abgerechnet und verplant warden muss, auf der anderen Seite aber der Manager erwartet, dass der Mitarbeiter zusätzliche Minuten dem Unternehmen schenkt, ohne monetäre Gegenleistungen. Diese Gegenleistungen können mehr Geld sein, aber auch Ausbildung, besonders bei Ingenieuren. Oder wenn Ingenieure dazu herangezogen warden, die Arbeit ihres Managers zu machen, z.B. Umsatzplanung, Budgetierung, usw. aber eben nicht wie Manager bezahlt werden.

Wenn mir nach 10 Jahren in der Firma Zeit und Geld für Weiterbildung fehlt, kann ich eigentlich nur in der Firma bleiben, weil mich sonst niemand haben will. Ist das so gewollt?

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MGruenberg





dabei seit: 27.05.2014

Beiträge: 2

RE: Fachkräfte als Ware sind längst Auslaufmodelle
27.05.2014 13:15

Unabhängig davon, ob eine Führungskraft gearbeitet hat oder nicht, finde ich es befremdlich, wenn heute immer noch die Führungskraft vorgibt, wie gearbeitet wird. Meine Beobachtung und eigene Erfahrung ist, dass Menschen häufig aufgrund ihrer fachlichen Expertise zu Führungskräften gemacht werden. Mit diesem Fachwissen wird vorgegeben wie gearbeitet wird. Mich erinnert das an das Taylor-System: Einwegkommunikation mit festgelegten und engen Inhalten. Mit dieser Art von Führung entfalten sich heute kaum, die so für das Unternehmen existentiell wichtigen Potentiale bei Menschen. Hinzu kommt, dass Menschen immer weniger so „funktionieren“. Sie werden krank und stehen an jedem neuen Tag kurz vor dem Burnout.
Den Führungskräften allein mache ich keinen Vorwurf. Als ich zur Führungskraft heraufgestolpert bin, ist niemand auf mich zugekommen, um mich in Sachen Kommunikation und Führung zu unterstützen. Ich habe meine Mannschaft so geführt, wie ich es bei anderen gesehen hatte und imitierte sie einfach nach. Dabei war ich mehr mit meinem Sprechblasen-Repertoire beschäftigt als mit mir selbst. Heute weiß ich: Wer sich selbst kennt, kommuniziert besser. Doch das weiß ich erst nach 20 Jahren. Mit meiner heutigen Arbeit versuche ich auch ein Teil der verbrannten Erde wieder urbar zu machen und in Sachen Kommunikation, Führung und Zusammenarbeit mit zu gestalten.
Dieser Artikel soll Ihnen Impulse geben, wie Menschen, die miteinander schaffen nicht mehr länger einander zu schaffen machen. Kennen Sie Führungskräfte, Vorstände, Geschäftsführer, Bereichsleiter, Projektleiter, Abteilungsleiter…, denen Sie diesen Artikel ans Herz legen wollen, dann drucken Sie diesen Artikel aus und legen ihn in ihr Postfach der Hauspost. Und mit dazu die Checkliste „Abwanderung von Fachkräften vorbeugen: 10 Mittel, mit denen Sie Ihre Mannschaft zusammenhalten.“ Erhältlich über diesen Onlineartikel. Warum ins Postfach? Bei bis zu 500 E-Mails pro Tag kann schon mal etwas übersehen werden.
Freundlichste Grüße vom Autor des Artikels
Manfred Grünberg

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nicht registrierter User


RE: Fachkräfte als Ware sind längst Auslaufmodelle
28.05.2014 12:44

Das ist alles ganz nett Herr Gruenberg.

Meine letzte Fuehrungskraft sagte mir: er habe fuer das Lesen solcher Artikel keine Zeit. Er habe fuer das Lesen generell keine Zeit. Ich solle auch mehr Telefonieren.

Oder noch besser: e-mail schicken, und 2 Minuten spaeter anrufen: haben Sie meine e-mail gelesen? Was sagen Sie dazu? Am besten gleich eine Besprechung einberaumen, egal was der Empfaenger gerade geplant hatte.

Dass man mit dem geschriebenen Wort auch über die Zeit hinweg kommunizieren kann, hat sich bei vielen noch nicht herumgesprochen.


Was uns besonders fehlt: Fachkräfte in der Führung.

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MGruenberg





dabei seit: 27.05.2014

Beiträge: 2

RE: Fachkräfte als Ware sind längst Auslaufmodelle
28.05.2014 17:43

Mmh. Was soll ich dazu sagen? Auf der einen Seite möchte ich Ihnen keine Ratschläge erteilen, weil ich Sie nicht kenne und auch nicht weiß, was für Sie das Richtige ist. Ich kenne nur den Weg dorthin. Auf der anderen Seite ist der Artikel meine erste Veröffentlichung, die Einblick über mein Handwerk gibt. Auch hier im Forum zu schreiben ist für mich neu. Da will ich natürlich gut aussehen.
Vielleicht fange mal mit dem Weg an.
Wie Sie Ihre letzte Führungskraft beschreiben, scheint sie wohl wenig Zeit zu haben und lieber zu telefonieren als sich etwas durchzulesen. Der erste Schritt von Ihrer Seite wäre, das zu akzeptieren. Wenn Sie diese von Ihrem Chef bevorzugte Art zu kommunizieren akzeptieren können, beginnt der zweite Schritt. Was können Sie in diesem Rahmen sagen, was Sie zu sagen haben. Und wie schaffen Sie es in diesem Rahmen, dass das was von Ihrem Chef gehört werden soll, auch von ihm gehört wird. Hier beginnt die Arbeit. Zum „was“ Sie sagen wollen, kommt das „wie“?
Das „wie“ ist die Herausforderung. Wie sage ich es zum Beispiel als Projektleiter, dass weder die Kosten noch der Termin eingehalten werden können. Hier geht es darum wie ich es sage ohne dabei meine Souveränität zu verlieren. Hier geht es mehr darum: Wie ich mich im Außen zeige. Diese Seite wird oft überbetont und kann überangepasst bis verquer wirken. Es ist auch entscheidend, was mich dabei ausmacht. Zu sagen, dass ich mit der Situation völlig überfordert bin, nicht mehr schlafen kann, die letzten drei Beziehungen seit des Projektes in die Brüche gegangen sind und ich seit Beginn des Projektes oft an meinen Vater denken musste, ist auch nicht der Königsweg. Maximale Authentizität, nach dem Motto: „In der Blöße liegt die Größe“, kann nicht das Ziel sein, weil es im Beruf daneben wirkt. Wie gelingt es mir hier einen geschmeidigen Mittelweg zu finden? Dazu muss erst einmal meine Pappenheimer zusammen haben und mir die Situation verdeutlichen. Das ist die Arbeit.
Hinzu kommt: Was für den einen völlig stimmig wirkt, ist für den anderen völlig schräg.
Das werden wir nicht allein durch Kommunikationstraining ausgleichen können, sondern auch durch Auseinandersetzung über das Trennende, damit die Unterschiedlichkeiten deutlich werden.
Sie haben einen anderen Weg gewählt. Wie läuft es denn mit der jetzigen Führungskraft?
Fragt mit Gruß
Manfred Grünberg

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nicht registrierter User


RE: Fachkräfte als Ware sind längst Auslaufmodelle
02.06.2014 15:14

Oh, weh! Wieder viel heisse Luft von Personen, die entweder nicht im realen Arbeitsprozess stecken oder ihn nicht wahrnehmen (wollen(?)).

Während sich eine zunehmende Anzahl von Personen in soziologischen Analysen verläuft und Tipps gibt, wie man sich zu verhalten hat, wird verkannt, dass die reale Arbeitswelt divergiert, d.h. in einem jedem Unternehmen läuft es zunehmen anders und nicht etw ähnlicher, was man Dank Informationssynchronisation denken sollte. Von daher sind pauschale Verhaltenstipps unso unsinniger und schädlicher. Mir dienen die Analysen des Arbeitsmarktes und platzen immer mehr als Belustigung und Pausenlektüre.

Und ich denke, es ist kein Wunder, wenn die Arbeitswelt immer komplexer wird, gerade in soziologischer Hinsicht, weil jedes Männeken woanders hindriftet, je nachdem, welchen Personalberatungsheini es tags zuvor gelesen hat und verstanden zu haben glaubt.

Wir, die wir in der realen Welt leben, lehnen uns bequem zu rück und lassen uns von der heissen Luft die Haare föhnen.

Und genau genommen sind chaotische Zustände in der Führung, der Ebene der Führungsberatung und der Personalanalyse den guten Leuten sogar zuträglich, da sie diejenigen sind, die im steigenden Chaos noch am ehesten in der Lage sind, Ergebnisse zu liefern oder wie im beschriebenen Fall, im Chaos auszuharren und es einem die Peanuts verdienen zu lassen, von denen wir unsere Häuschen bezahlen. Ab und zu ein paar Kohlen aus dem Feuer geholt, die Führungskräfte und Produktheinis angerichtet haben und gut ist.

Je mehr solche in Bewerbungstrainings und Führungskräfteseminaren gestählte (oder verkorkste) Dampfplauderer die Personalabteilung anschleppt, desto besser. Es gibt im Grunde nicht bequemeres, als einen unfähigen Chef. Der hat einen dann um so nötiger, um Ergebnisse produzieren und vorweisen zu können. Man liefert im ab und an eine nette Powerpointfolie und gut ist.

Und wenn die Stelle dann platzt, weil die Abteilung Miese macht und geschlossen wird, dann geht es mit einem Topzeugnis zum Nächsten! Alle 3-5 Jahre einen neuen Arbeitgeber macht Laune. Dann braucht man wenigstens nicht zu kündigen, um sich zu verändern.

Weiter so Deutschland. Nur weiter so!

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nicht registrierter User


RE: Fachkräfte als Ware sind längst Auslaufmodelle
03.06.2014 08:09

Sehr geehrter Herr Grünberg,

Ich habe Ihren Artikel durchgelesen und verstehe das Geschriebene nur bedingt. Allerdings verstehe ich die anderen Kommentare, denn ich gehöre eher zu den Anderen. Wenn Sie Klimasitzungen haben wollen, dann muß diese Sitzung auch jemand bezahlen. In großen Unternehmen (ich bin in solch Einem) besteht ein Projektteam aus sehr vielen Personen (manchmal 10). Es ist mühsig jeden Wunsch oder jedes Verhaltensmodell zu diskutieren, da ja, wie auch schon mehrfach genannt, jeder Mensch anders tickt. Man würde nur Zeit verschwenden und den Gewinn des Projektes dadurch schmälern. Auf der einen Seite soll jeder Mitarbeiter eigenständig arbeiten und auf der anderen Seite soll das Team perfekt funktioniern und jedes Individuum herausgestellt werden. Man kann auch sagen, jeder Einzelne gestreichelt und bemuttert werden. Warum eigentlich? Ich sehe den Nutzen nicht. Projekte sind irgendwann vorbei und dann gibt es neue Projekte mit anderen Personen. Führungskräfte sind oftmals nicht im Projekt involviert und es dauert Zeit, bis man den Überblick bekommt, was da mit wem oder warum falsch läuft. Für mich ist es ein Fehler, wenn die Führungskraft ständig irgendwelche Kommunikationsmodelle pflegt und zu anwenden versucht. Es ist für mich vollkommen ok, wenn man weiß, dass man mit verschiedenen Personen unterschiedlich kommunizieren muß. Der Eine liebt Emails, der andere telefoniert gerne und ein weiterer pflegt den persönlichen Kontakt. Sie betrachten ausserdem nicht, dass es Führungskräfte gibt, die eine überregionale Abteilung leiten und bespielsweise überhaupt nicht vor Ort sind oder selbst aus einem anderen Land kommen und eine andere Mentalität haben, als wir Deutsche. Dies wird in Ihrem Artikel überhaupt nicht erwähnt. Die tatsächliche Welt ist meiner Meinung nach viel komplexer als Sie diese beschreiben. Wenn eine Aufgabe nicht klar definiert ist oder Zuständigkeiten nicht bis ins letzte Detail ausformuliert sind, dann ist dies doch kein Kommunikationsfehler. Es gibt Fachkräfte die dies selbständig erkennen und auch ohne Kommunikationsmodell abhilfe schaffen. Bedenken Sie, dass jede Firma wirtschaftlich arbeiten muss. Vor allem DAX Konzerne müssen einen gewissen EBIT erzielen, damit weiter in dieses Unternehmen investiert wird. Führungskräfte haben eine andere Aufgabe im Unternehmen, als ein Entwicklungsingenieur oder Fachkräfte in der Produktion. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum Ihr Artikel diesen Titel trägt. Die eine Sache sind für mich Kommunikationsmodelle und die zweite Sache Fachkräfte mit Ihrem Wissen. Mit viel Reden wird man weder ein Produkt entwickeln noch gewinnbringend Verkaufen können.

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nicht registrierter User


RE: Fachkräfte als Ware sind längst Auslaufmodelle
30.04.2015 11:32

Der erste Schritt von Ihrer Seite wäre, das zu akzeptieren

Genau das habe ich getan. Ich habe die Kraft gefunden, diese Firma zu verlassen, d.h. nicht um den Erhalt des Arbeitsplatzes zu kämpfen als ich auf der Abschussliste stand, und nach mir ist die ganze Abteilung gegangen. Wir sind jetzt alle bei verschiedenen Wettbewerbern tätig und fühlen uns ganz wohl dabei.

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nicht registrierter User


RE: Fachkräfte als Ware sind längst Auslaufmodelle
30.04.2015 11:40

Besonders in Ingenieurteams und im kreativen Bereich ist es die Aufgabe der Führungskraft auf die verschiedenen Bedürfnisse der Mitarbeiter einzugehen, statt sie darauf zu trimmen, einem Modell der Führungskraft zu folgen.
Es ist die Aufgabe der Mitarbeiter, für den Kunden zu arbeiten, und NICHT für die Führungskraft.
Es ist die Aufgabe der Führungskraft, dies zu ermöglichen. d.h. die Führungskraft ist eher Coach, Ausbilder, Mentor. Die Führungskraft muss Ansprechpartner für die Mitarbeiter sein, um Probleme aus dem Weg räumen zu können. Niemals andersrum.

Die zweite Aufgabe der Führungskraft ist es, sich selbst überflüssig zu machen. Sprich: der Laden muss auch laufen, wenn die Führungskraft im Urlaub ist. Wer aufsteigen will, sorgt besser dafür einen Nachfolger zu haben, der entsprechend ausgebildet ist.

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