Thema: Ingenieure braucht das Land - oder doch nicht?

erstellt am: 16.03.2012 15:17

Antworten: 19

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Unterschiedliche Meinungen bei VDI und DIW
Ingenieure braucht das Land - oder doch nicht?


Zur Lage auf dem Arbeitsmarkt für Ingenieure scheiden sich die Geister: Der VDI hat diese Woche wieder betont, dass wir auf einen akuten Ingenieurengpass zusteuern. Diese Meldungen rufen immer wieder heftige Reaktionen in unserem Forum hervor. Jetzt hat auch der DIW sich zu dem Thema geäußert und die Zahlen des VDI angezweifelt.

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nicht registrierter User


Kommentar zu: Ingenieure braucht das Land - oder doch nicht?
16.03.2012 15:17

Wenn man die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt verfolgt und dies mit den Gehaltsentwicklungen kombiniert, komme ich für mich zu einer anderen Schlußfolgerung für den Hintergrund des „Fachkräftemangels“. Meiner Meinung nach wird der Fachkräftemangel zu politischen Zwecken instrumentalisiert. So bin ich der Auffassung, daß von den Wirtschaftsverbänden ein Fachkräftemangel schlichtweg in einem Ausmaß generiert und heraufbeschworen wird, der nicht vorhanden ist. Vielmehr wird der Hintergrund sein, die poltische Öffnung des Arbeitsmarktes für Greencard-Fachkräfte zu erwirken, um eine Senkung in den Personalkosten zur Gewinnoptimierung zu erlangen. Wenn ein Fachkräftemangel im geschilderten Ausmaß bestünde, stellt sich doch die folgende Fragen:
Wieso die Zeiträume für Absolventen so groß sind, bis sie eine feste Anstellung in einem Unternehmen nach dem Abschluß haben?
Wieso der Großteil der Fachkräfte bei Personaldienstleiter, zu teilweise bedenklichen Konditionen über Jahre beschäftigt werden?
Oder wieso die Wirtschaftverbände nicht an der Schulung und Neuausrichtung von arbeitslosen Fachkräften aktiver Mitwirken.
Bildung kostet und meiner Meinung nach kann und darf sich die Wirtschaft dieser Verantwortung nicht entziehen, wenn sie ein begründetes Interesse an Fachkräften hat.

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nicht registrierter User


RE: Ingenieure braucht das Land - oder doch nicht?
16.03.2012 15:43

Ich spüre keinen Mangel an Fachkräften. Wenn ich mich bewerbe, mit über 10 Jahren Erfahrung (incl. Führungspositionen etc., alles top) dann nicht mal eine Absage bekomme, geschweige denn dass die Firmen bei der nächsten Vakanz nachhaken würden, dann ist eines sicher: Es gibt KEINEN Mangel an Fachkräften. Das wird auch dadurch bewiesen, dass die Gehälter beispielsweise in den USA um ganzzahlige Faktoren höher sind. In Deutschland sind hohe Gehäter nicht notwendig, es gibt mehr als genug Ingenieur-Vieh. Siemens entlässt gerade 3000 Angestellte (viele Ingeniere), IBM möchte gerade 8000 Ingenieure entlassen (zum Freelancer machen). Die Firmen haben offensichtlich selber einen Ingenieursüberschuss. Wenn man auf die Taten der Unternehmen sieht (und nicht auf die Wortbekundungen hört), erkennt man keine erhöhte Nachfrage. Die Unternehmen empfinden vermutlich einen Mangel an Billigstkräften. Über den VDI, der mehr die Arbeitgeber vertritt, als die Ingenieure (deswegen bin ich auch woanders mitglied), soll vom Arbeitgeberlager Druck auf die Löhne durch Greencards aufgebaut werden. Das ist alles. Ich bin froh, dass der DIW das mal mit FUNDIERTER Analyse klar stellt.

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RE: Ingenieure braucht das Land - oder doch nicht?
19.03.2012 15:54

Hier sind 100 freie Ingeneursstellen für Elektroniker und verwandte Sparten:
http://www.computer-automation.de/feldebene/sensoren-aktoren/news/article/86777/

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RE: Ingenieure braucht das Land - oder doch nicht?
21.03.2012 12:56

Am Anfang letzten Jahres war ich 5 Monate auf Arbeitssuche das sagt schon alles.

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nicht registrierter User


RE: Ingenieure braucht das Land - oder doch nicht?
25.03.2012 12:13

Ich hoffe, es gibt keinen Ingenieur, der noch auf die Aussagen des VDI vertraut.

Die Rechentricks, die dort appliziert werden, wurden bekannt im Ingenieurforum (IG-ING) von user engineer sehr deutlich zerlegt und als mit über 200 Fehler unsicherheit belegt- zudem konnte gezeigt werden, dass infolge der gestiegenen Auslagerungsbestrebungen der Firmen heute, immer mehr Multiplikation der Stellen geschieht (mehrere Anbieter sehen Arbeitsbedarf und stellen Stellen ins Netz).

Zudem gibt es heute immer mehr Dienstleister, die auf Verdacht suchen müssen und daher viele Stellen generieren, die gar keinen Bedarf repräsentieren, sondern nur Vermittlungsversuche darstellen.

Damit ist die Stellenzahl um den Faktor 15-28 überhöht!

Es gibt keinen Ingenieurmangel!

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tinofri





dabei seit: 20.04.2012

Beiträge: 2

RE: Ingenieure braucht das Land - oder doch nicht?
20.04.2012 14:14

bitte löschen
* zuletzt geändert von: tinofri am 20.04.2012 um 14:18 Uhr *

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nicht registrierter User


RE: Ingenieure braucht das Land - oder doch nicht?
23.04.2012 09:41

Jede Stellen-Statistik sollte die Zahl der Zeitarbeits-/Verleiher- Stellen getrennt ausweisen, weil es hier oft um prekäre oder zumindest unakzeptable Angebote geht. Zudem sollte der Anteil Internetausschreibungen ausgewiesen werden, denn die sind wegen geringer Inseratskosten häufig veraltet oder bei mehreren Plattformen vertreten also vervielfacht.
Die VDI-Zahlen kann ich deshalb nicht ernst nehmen.
Wenn ich eine Stelle suche, treffe ich immer auf massenhafte Treffer-Einträge von Verleihern, die ich grundsätzlich ausschließe. Dabei wird trotz präzise vorgegebener Ortsbegrenzung dann hundertfach bundesweit als Treffer bei Einsatzort gefiltert, was einfach völlig falsch aber überall üblich ist. bundesweit ist geradezu das Gegenteil von örtlich eingegrenztem Einsatzort.
Kennt jemand eine Stellen-Suchmaschine, die brauchbar filtert?

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nicht registrierter User


RE: Ingenieure braucht das Land - oder doch nicht?
23.04.2012 16:28

Ich könnte einen Assistenten für niedere Arbeiten gebrauchen. Krieg ich aber nicht, also stapelt sich die Ingenieursarbeit, während ich Papierkram mache oder nach alten Dokumenten suche.

So entsteht Ingenieursmangel.

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nicht registrierter User


RE: Ingenieure braucht das Land - oder doch nicht?
24.04.2012 11:25

semica hat einige Jobs für Elektroingenieure und Techniker. Hier funktioniert der Jobfilter nach Bundesländern:

https://www.semica.de/de/jobsuche/stellensuche.html

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