Thema: Digitale Zeitenwende muss sich im Ingenieursstudium widerspiegeln

erstellt am: 12.07.2019 09:41

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Digitale Zeitenwende muss sich im Ingenieursstudium widerspiegeln


In der Ingenieurausbildung muss sich die digitale Transformation widerspiegeln, fordert der VDMA. Die meisten Hochschulen stehen dem Verband zufolge bei Curricula und Lehrmethoden noch ganz am Anfang.

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AlexW





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Kommentar zu: Digitale Zeitenwende muss sich im Ingenieursstudium widerspiegeln
12.07.2019 09:41

Meiner Meinung nach wäre zudem eine Rückkehr zum traditionellen Diplom-Ingenieur genau so sinnvoll. Ich habe mein Studium im neuen Bachelor-System (dual) abgeschlossen und war schockiert, wie wenig fachlich vertiefende Inhalte heute noch gelehrt werden.
Ohne zusätzlichen Ehrgeiz, 20 Fachbücher aus der Bibliothek und Hochschuldozenten aus der Industrie, die zusätzliche Lehrinhalte (so wie es früher gelehrt wurde) angekündigt haben, hätte ich meine Stelle als Hardwareentwickler gar nicht beginnen können.
Vor allem bei dualen Studiengängen wird dabei vielerorts noch mehr an Lehrinhalten weggelassen, die für ein ausführliches Verständnis der Elektronik und Schaltungstechnik und anderne Themen von zentraler Bedeutung sind. Stattdessen sollen Soft Skills gelehrt werden - anstatt wertvollen Inhalten wie Oszillatoren u.Ä.
Soft Skills erlernt man zudem nicht, wenn eine Person predigt, wie man sich in bestimmten Situationen verhalten soll. Soft Skills entstehen meiner meinung nach parallel zur Persönlichkeitsentwicklung und vor allem beim Einsatz in Firmen über Praktika und das zusammenarbeiten mit erfahrenen Ingenieuren. In diesem Zusammenhang erscheinen mir auch die Themen zu Entwicklungs- und Vorgehensmodellen viel relevanter, als das Thema Digitalisierung (z.B. V-Modell, Wasserfallmodell, Agile Methoden,...).
Zusätzliche Inhalte zur Digitalisierung scheinen natürlich trotzdem angebracht, jedoch solllte sich zuerst die Qualität der an den meisten Hochschulen angebotenen Studiengängen mit einer Abwendung vom Bachelor-Master System hin zu einem vernünftigen 10-12 semestrigen und vollwertigen Studium mit Erhalt eines Diploms wenden. Den Studenten sollte heute genug Zeit gelassen werden, um ein vollumfängliches Wissen zu erhalten - so entstehen gute Ingenieure, die dann auch von selbst neue Themen erschließen können. Anschließend können dann auch Themen wie 5G, Moderne Kommunikation über Onlinemedien.. etc. als Lehrinhalte präsentiert werden, oder wie definieren die Leute vom VDMA die Lehrinhalte der Digitalisierung? Mails schreiben und Zoom/Webex/Hangouts können wir jungen Leute als digital natives doch ohne Probleme nutzen.
Aber Digitalisierung allein zu lehren, finde ich Quatsch, wenn das gesamte Studiumskonzept vielerorts tragisch schlecht ist und versucht wird, junge Leute in möglichst kurzer Zeit in Arbeitskräfte umzuwandeln.
WER SICH BILDEN WILL, DER BENÖTIGT ZEIT - und keine verkürzten Studiengänge bei denen durch aufgezwungen Zusatzinhalte und erzwungene Aufenthaltspflicht den Studenten das wichtigste genommen wird - und das ist die Freizeit mit gleichaltrigen, die maßgeblich zur Bildung von Sozialkompetenz, Selbstbewusstsein, Selbstidentifikation und anderem beiträgt.

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