Infineon Forschungsvorhaben DIANA soll elektronische Steuergeräte sicherer machen

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Im Forschungsprojekt DIANA wollen Audi, Continental, Infineon und ZMD gemeinsam erforschen, wie sich Analyse- und Diagnosefähigkeiten von elektronischen Steuergeräten im Fahrzeug verbessern lassen. Mögliche Fehlfunktionen sollen sich direkt von den Halbleiterbauelementen feststellen lassen.

Anbieter zum Thema

Mit durchschnittlich 80 elektronischen Steuergeräten ist die Elektronik heutiger Kraftfahrzeuge überaus komplex. Erfahrungsgemäß ist die eigentliche Ursache bei bis zu 40% der gemeldeten Fehler in der Fahrzeugelektronik nicht einwandfrei feststellbar. Das kann für den Fahrzeughalter unter Umständen mehrmalige Werkstattbesuche und teure Reparaturen bedeuten, denn häufig bleibt nur die Möglichkeit, anhand der Fehlerbeschreibung Systemkomponenten auf Verdacht auszutauschen.

Das wollen die vier Partner des Forschungsprojekts „DIANA“ ändern. Gemeinsam werden Audi, Continental, Infineon Technologies und ZMD erforschen, wie sich die Analyse- und Diagnosefähigkeiten von elektronischen Steuergeräten im Fahrzeug verbessern lassen. Unter der Leitung von Infineon arbeiten die vier Partner bis 2013 daran, wie eine gezielte Fehlererkennung und damit schnellere Fehlerbehebung beim Automobilhersteller oder in der Werkstatt möglich sind.

Das Akronym „DIANA“ steht für „Durchgängige Diagnosefähigkeit in Halbleiterbauelementen und übergeordneten Systemen zur Analyse von permanenten und sporadischen Fehlern im Gesamtsystem Automobil“. Die Projektpartner werden dabei von zahlreichen Forschungseinrichtungen und Universitäten unterstützt.

Schwerpunkte auf Automobil und Mobilität

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung und des Programms „Informations- und Kommunikationstechnologie 2020“ (IKT 2020) mit einem Beitrag von etwa 4,8 Mio. € gefördert. Schwerpunkte des IKT 2020-Programmes sind unter anderem Automobil und Mobilität, um die Fahrzeugelektronik weiter zu verbessern.

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von DIANA schaffen die Basis für schnelleres und effizienteres Erkennen und Beheben von Elektronikstörungen im Automobil. Das Qualitäts-Knowhow, das sich Infineon im Rahmen seines vor sieben Jahren ins Leben gerufenen „Automotive Excellence“-Programms erarbeitet hat, ist hierfür eine entscheidende Grundlage.

Steuergerät bereitet Daten auf

Damit die Projektziele erreicht werden kommen Verfahren zum Einsatz, wie sie heute bei der Qualitätskontrolle in der Halbleiterindustrie angewandt werden. Relevante Informationen über mögliche Fehlfunktionen während des Betriebs lassen sich so direkt von den Halbleiterbauelementen feststellen und zukünftig an übergeordnete Systemkomponenten des elektronischen Steuergeräts weitermelden.

Das elektronische Steuergerät kann dann die gesammelten Betriebsdaten für die Diagnose aufbereiten und den Fahrer über den Zustand seines Fahrzeugs informieren oder den Mechanikern in der Werkstatt einen detaillierten Diagnosebericht zur Verfügung stellen. Eine solche, heute noch nicht verfügbare durchgängige Diagnosefähigkeit erfordert eine enge Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Automobilindustrie, vom Halbleiterhersteller über die Systemlieferanten der elektronischen Steuergeräte bis zum Automobilhersteller.

Sicherheitskritische Verkehrssysteme

Die DIANA-Projektergebnisse werden in Produkte der Automobilelektronik einfließen und könnten ab 2015 für zuverlässigere Kraftfahrzeuge mit weniger und gleichzeitig effizienteren Werkstattaufenthalten sorgen. Bewähren sich die Testroutinen im Fahrzeug, bieten sich weitere sicherheitsrelevante Anwendungsfelder an, die beispielsweise in anderen Verkehrssystemen wie Bahn oder Flugzeug oder in der Medizintechnik Einsatz finden.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:354411)