6G Forschungs-Hubs untersuchen Anwendungen und Strahlenschutz

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Die TU Ilmenau ist an zwei Forschungs-Hubs für 6G beteiligt. Open6GHub und 6GEM geht es um mögliche Anwendungsszenarien sowie Energieeffizienz und Strahlenschutz.

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Kommunikation mit 6G: Wissenschaflter untersuchen in zwei Forschungs-Hubs, welche Einsatzmöglichkeiten 6G bietet und wie sich der Mobilfunkstandard energieeffizient und mit besseren Strahlenschutz austatten lässt.
Kommunikation mit 6G: Wissenschaflter untersuchen in zwei Forschungs-Hubs, welche Einsatzmöglichkeiten 6G bietet und wie sich der Mobilfunkstandard energieeffizient und mit besseren Strahlenschutz austatten lässt.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

6G wird die „mobile Hochleistungsdatentechnik der Zukunft“, sagen Experten des Bundesforschungsministeriums. Voraussichtlich schon am 2030 wird die sechste Mobilfunkgeneration das zentrale Nervensystem für ein vernetztes Leben sein. Daten mehr als einhundert Mal schneller übertragen als mit dem aktuellen Standard 5G. Dabei sind Energieeffizienz, Ausfallsicherheit und die Grenzwerte für Strahlenschutz hoch.

Die TU Ilmenau ist an zwei der 6G-Forschungs-Hubs des Bundesforschungsministeriums beteiligt: Im Open6GHub erforscht man moderne Kommunikationsnetzwerke und 6GEM, um Mobilfunksystemen der nächsten Generation mit dem Fokus auf Energieeffizienz und nachhaltigen Strahlenschutz.

Im Rahmen des ersten Teilprojekts „Open6GHub“ arbeiten 17 Forschungspartner an Entwicklung und Umsetzung eines intelligenten Kommunikationsnetzes. Dabei geht es den Wissenschaftlern um Anwendungsszenarien mit hohen Anforderungen an Qualität und Sicherheit der Kommunikationstechnik. Dazu gehören:

  • hochvernetzte Produktion,
  • neue Lernwelten,
  • personalisierte Medizin und
  • Interaktion des Menschen mit autonomen Fahrzeugen und Geräten.

Das neue 6G-System basiert auf Methoden des maschinellen Lernens. Damit wird es robust gegenüber interne und externe Störeinflüsse. Außerdem wird die technische Verfügbarkeit der Kommunikationsnetze sichergestellt. Daneben müssen die mobilen, hoch-sicheren Anwendungen energieeffizient und ressourcenschonend arbeiten und die persönlichen Daten der Teilnehmer geschützt sein.

Radar-Lokalisierung in das Mobilfunknetz integrieren

Im Teilprojekt der TU Ilmenau „Joint Communication und Sensing mit verteilter Infrastruktur“ arbeiten Wissenschaftler des Fachgebiets Elektronische Messtechnik und Signalverarbeitung daran, wie sich Radar-Technik für die Lokalisierung unmittelbar in das Mobilfunknetz integriert werden kann. Ziel ist es, bewegte Objekte und ihre Umgebung wahrzunehmen und keine zusätzlichen Frequenzbänder zu verwenden.

Mögliche Einsatzgebiete sind der Straßenverkehr, die Logistik oder die Industrieautomatisierung. Die Joint-Communication-and-Sensing-Technik eröffnet neue Anwendungen von Funkkommunikationssystemen im Alltag.

Ein ganzheitliches 6G-Mobilfunksystem

Im „6G-Forschungs-Hub für offene, effiziente und sichere Mobilfunksysteme (6GEM)“ entwickeln elf Forschungspartner unter der Koordination der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen ein ganzheitliches 6G-Mobilfunksystem, von der Hardware bis zur Software, das eine flexible Netzwerkinfrastruktur bietet.

Ziel ist es, einen Systembetrieb zu erreichen, der anpassungsfähig und belastbar ist und gleichzeitig höchste Zuverlässigkeit und eine extrem niedrige Verzögerung bietet. Die neu entwickelten Techniken sollen in einer Gesellschaft nach 2030 mithilfe digitaler Simulationen Anwendungen ermöglichen. Dazu gehören sicherer Straßenverkehr, Hafen-Logistik, Intralogistik, Rettungsrobotik und ein digitaler Operationssaal.

Im Ilmenauer Teilprojekt 6GEMini „Konzepte und Maßnahmen zur Minimierung der Strahlenexposition der Bevölkerung“, das am Thüringer Innovationszentrum Mobilität (ThIMo) angesiedelt ist, erforschen Wissenschaftler des Fachgebiets Hochfrequenz- und Mikrowellentechnik der TU Ilmenau Konzepte und Maßnahmen, um die mit 6G verbundenen elektromagnetischen Strahlenexposition zu minimieren.

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