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Angepasstes Licht Forscher untersuchen Eigenschaften von Licht auf den Menschen

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Forscher untersuchen in einer Wohngemeinschaft demenzkranker Menschen den Einfluss von Licht. LEDs mit zwei Farbtemperaturen bilden das zur jeweiligen Tages- und Nachtzeit gehörige Farbspektrum ab.

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Spezielle Anordnung der Deckenleuchten: Schattenbildung und Spiegelungen auf dem Boden werden vermieden.
Spezielle Anordnung der Deckenleuchten: Schattenbildung und Spiegelungen auf dem Boden werden vermieden.
(Bild: Fraunhofer UMSICHT)

Licht spielt für unser Wohlbefinden eine wichtige Rolle. Unbewusst werden wichtige Vorgänge im Körper beeinflusst [1]. Wird der Verlauf des Lichts an die Tageszeiten angepasst (zirkadianes Licht), lässt sich beispielsweise die innere Unruhe von an Demenz erkrankten Menschen dämpfen. Sie sollen damit einen geregelteren Schlaf-Wach-Rhythmus finden. Fraunhofer Forscher von UMSICHT erforschen mit weiteren Partnern im Rahmen des Projekts SILVERlighting die Eigenschaften von Licht in der Praxis.

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Ausgewählt wurde eine Wohngemeinschaft demenzkranker Menschen der Alpha gGmbH in Duisburg. Die Einrichtung arbeitet bereits mit vielen technischen Assistenzsystemen und in einer Kleinstudie wurde schon der Einfluss von Licht auf die Bewohner untersucht. Doch das Projekt ist größer: Fast 300 Meter Kabel mussten neu verlegt werden, vorhandene Bewegungsmelder und Taster integriert und die Decke gestrichen werden, bevor die insgesamt 66 Deckenleuchten mit Durchmessern von 400 und 600 mm installiert werden konnten.

Farbtemperaturen von 3000 und 6500 K

In den Leuchten sind zwei verschiedene Arten von LEDs integriert: Farbtemperaturen von 3000 und 6500 K. Damit lässt sich das zur jeweiligen Tages- und Nachtzeit gehörige Farbspektrum abbilden. Ein Digital Addressable-Lighting-Interface- (DALI-) Bus steuert die Leuchten.

Die Anzahl an Leuchten und deren Position wurden im Vorfeld durch den Lichtplaner des Projekts ermittelt. Das Ergebnis liefert zum einen die geforderte Helligkeit, zum anderen werden Schattenbildung und Spiegelungen vermieden. Denn viele ältere und an Demenz erkrankte Menschen können Spiegelungen am Boden, wie sie etwa durch den Lichteinfall eines Fensters verursacht werden, nicht richtig deuten. Sie erwarten einen glatten Boden und laufen daher am Rand eines Zimmers entlang.

App misst den Erfolg des Projekts

Erfahrungswerte zeigen, dass ein nahezu schattenloses Beleuchtungskonzept wie das von SILVERlighting helfen kann, die gewohnten Wege zu gehen. Zudem spielt es bei der Sturzprävention eine wichtige Rolle. Über eine von Fraunhofer UMSICHT in Zusammenarbeit mit Alpha entwickelte App misst unter anderem den Erfolg des Projekts. Die Mitarbeiter von Alpha unterstützen das Projekt, indem sie täglich die App für jeden der insgesamt 14 Bewohner ausfüllen. So erhalten die Forscher Daten zu Aktivitätsgrad, Bewegung und Schlafwachverhalten. Die Namen der Bewohner und Mitarbeitenden sind pseudonymisiert.

Neben der Deckenbeleuchtung in den Gemeinschaftsbereichen und Zimmern gehören auch frei aufstellbare Stehlampen zu SILVERlighting. Diese werden in den Zimmern aufgestellt und bieten die Möglichkeit der individuellen Beleuchtung durch zirkadianes Licht. In einem nächsten Schritt soll die Eignung im häuslichen Bereich getestet werden, denn nicht nur in Demenz-Wohngemeinschaften oder Altenheimen kommen viele Menschen seltener ans natürliche Tageslicht. Auch Menschen, die auf häusliche Pflege angewiesen sind, geht es so.

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Referenz

[1] Eichele, Gregor et al.: Chronobiologie: Das genetische Netzwerk der zirkadianen Uhr koordiniert die Wechselwirkung zwischen Lebewesen und Umwelt. In: Tätigkeitsbericht 2007. Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Göttingen, 2008.

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