Suchen

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Forscher entwickeln Verfahren für höhere Qualität der Datenübertragung

| Redakteur: Andreas Mühlbauer

Der drahtlose Internetzugriff über WLAN erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Die zunehmende Benutzerdichte führt allerdings dazu, dass Daten nicht fehlerfrei auf die Rechner und Laptops der Nutzer übertragen werden, da benachbarte Signale den Empfang stören können.

Firmen zum Thema

„Wir haben die hohe Datenstabilität mit einem relativ aufwandsarmen, gut zu realisierenden Algorithmus erzielt“, Dr. Wolfgang Gerstacker, Universität Erlangen-Nürnberg
„Wir haben die hohe Datenstabilität mit einem relativ aufwandsarmen, gut zu realisierenden Algorithmus erzielt“, Dr. Wolfgang Gerstacker, Universität Erlangen-Nürnberg
( Archiv: Vogel Business Media )

Forscher des Lehrstuhls für Mobilkommunikation der Universität Erlangen-Nürnberg unter Prof. Dr. Wolfgang Koch haben ein Verfahren entwickelt, das die Qualität der kabellosen Signale, d. h. die Robustheit der Daten gegen Störungen erhöht.

Dazu wird eine kabellose Datenübertragung über MIMO-Systeme (Multiple-Input-Multiple-Output) eingesetzt, d. h. Sender (Router) und Empfänger (PC) eines WLAN-Systems (Wireless Local Area Network) nutzen jeweils mehrere Antennen zur Datenübertragung. Die MIMO-Technik erlaubt eine höhere Robustheit der Übertragung durch den Einsatz so genannter Beamforming-Techniken am Sender, durch die die Sendesignale gezielt an den aktuellen Übertragungskanal angepasst werden.

Dadurch lässt sich die Häufigkeit von Datenverlusten bei der Übertragung, die sich beispielsweise durch eine unvollständig angezeigte Webseite zeigen, reduzieren. Die Forschergruppe, zu der auch Wissenschaftler der University of British Columbia in Vancouver gehören, konnte neue praxisgerechte MIMO-Übertragungsverfahren zur Steigerung der Robustheit des Systems entwickeln.

Deutlich reduzierter Overhead

„Wir haben die hohe Datenstabilität, die MIMO-Übertragungsverfahren mit Beamforming bieten, mit einem relativ aufwandsarmen, gut zu realisierenden Algorithmus erzielt“, erklärt Dr. Wolfgang Gerstacker vom Lehrstuhl für Mobilkommunikation. Erreicht haben die Forscher dies durch eine Komprimierung der Seiteninformation (Kanalzustandsinformation), die zwischen Empfänger und Sender ausgetauscht werden muss, um das Beamforming an den momentanen Kanal anpassen zu können.

Die Komprimierung führt dazu, dass der Overhead der Seiteninformation (eine für die Rückübertragung wichtige Zusatzinformation), der für die eigentliche Datenübertragung verloren geht, deutlich reduziert werden kann. Auch hinsichtlich einer Verzögerung der Seiteninformation auf Grund der Laufzeit der Rückübertragung ist das neue Verfahren sehr robust.

(ID:285927)