Gründungs- und Kompetenzzentrum

Forschen im Operationsraum der Zukunft

| Redakteur: Hendrik Härter

Die Projektgruppe für Automatisierungslösungen in der Medizin und Biotechnologie entwickelt beispielsweise die navigierte robotergestützte Platzierung einer Nadel, die hier an der Nachbildung eines menschlichen Körpers demonstriert wird.
Die Projektgruppe für Automatisierungslösungen in der Medizin und Biotechnologie entwickelt beispielsweise die navigierte robotergestützte Platzierung einer Nadel, die hier an der Nachbildung eines menschlichen Körpers demonstriert wird. (Foto: Fraunhofer IPA)

Im Gründungs- und Kompetenzzentrum für Medizintechnologie CUBEX41 befindet sich ein komplett ausgestatteter Experimental-OP. Damit lassen sich neue Systeme erproben und Ideen überprüfen.

Auf dem Campus der Universitätsmedizin Mannheim gibt es das Gründungs- und Kompetenzzentrum für Medizintechnologie CUBEX41. Es soll Unternehmen, Kliniken, Forschungseinrichtungen und Existenzgründungen optimale Bedingungen bieten, um sich zu vernetzen. Unterstützt wird die Einrichtung mit rund 1,1 Millionen Euro vom Land Baden-Württemberg und der EU.

Nähe zum Fraunhofer-Institut

Auf zwei Etagen verfügt es über eine Fläche von 1800 m², Platz für 24 Startups, die von der Nähe zu Fraunhofer profitieren, denn die Projektgruppe für Automatisierung in der Medizin und Biotechnologie des Fraunhofer IPA betreibt in diesem Gebäude Labore für Bioprozesstechnik, für mikromechatronische Systeme, für die optische Bio-Messtechnik, für Steuerungssysteme sowie einen eng an die Labore gekoppelten experimentellen Interventionsraum mit moderner Bildgebung als Technologie-Entwicklungsplattform.

Mit diesem komplett ausgestatteten Experimental-OP samt Endoskopietürmen, OP-Tischen und dem bildgebenden Hightech-Röntgensystem Artis zeego von Siemens erhalten Unternehmen die Möglichkeit, neue Systeme zu erproben und Ideen in einer klinischen Umgebung zu überprüfen.

Der Transfer von Entwicklungen in die klinische Anwendung wird vereinfacht. Bei Bedarf unterstützen und begleiten die Spezialisten vom IPA Firmen bei der Versuchsplanung und -auswertung. „Wir nutzen den Raum für unsere Forschung, arbeiten aber auch in Projekten mit Kunden aus der Industrie zusammen. Im Interventionsraum werden keine Patienten behandelt. Vielmehr erproben wir hier medizintechnische Entwicklungen und treiben sie voran – insbesondere Assistenzsysteme, Prozesssteuerungen, Laborautomaten, Messsonden und neuartige Instrumente, um beispielsweise automatisiert mit bildge-benden Verfahren Tumore schnell und präzise zu lokalisieren und zu behandeln“, sagt Prof. Jan Stallkamp, Leiter der IPA-Projektgruppe.

Roboter steuert Einstichstelle

Für Versuche stehen den Forschern etwa Nachbildungen von Körpern zur Verfügung. Eines der aktuellen Forschungsvorhaben der Projektgruppe ist die Entwicklung eines vernetzten und automatisierten Interventionsraums mit dem Artis zeego für die Bildgebung und einem zusätzlichen Leichtbauroboter für diagnostische und therapeutische Prozesse und daran angepassten Instrumentensystemen.

Der Roboter steuert automatisiert eine Einstichstelle an, um beispielsweise eine Biopsienadel für eine Gewebeentnahme einzuführen.

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