Forschen im DFKI-Ökosystem: Continental und DFKI kooperieren

| Redakteur: Jürgen Schreier

Continental-Entwickler setzen unter anderem bei der zukünftigen Prognose des Rohmaterialbedarfs auf künstliche Intelligenz.
Continental-Entwickler setzen unter anderem bei der zukünftigen Prognose des Rohmaterialbedarfs auf künstliche Intelligenz. (Bild: Continental)

Continental ergänzt sein KI-Netzwerk durch eine Kooperation mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Continental nutzt KI auf allen Unternehmensebenen - zum Beispiel im Wissensmanagement, beim Materialfluss sowie in der Produktentwicklung.

Die Continental AG und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) haben eine Zusammenarbeit vereinbart. Die Kooperation zielt sowohl auf verbesserte unternehmensinterne Prozesse als auch auf die Mobilität der Zukunft. „Die Kooperation mit dem DFKI ist Teil unserer Strategie, Continental als Technologieunternehmen zu stärken, in dem es auf allen Ebenen Künstliche Intelligenz nutzt“, erklärte Kurt Lehmann, Corporate Technology Officer bei Continental, anlässlich der Vertragsunterzeichnung. „KI soll unsere Mitarbeiter in ihrer Arbeit unterstützen und ihnen neue Werkzeuge an die Hand geben.“ Darüber hinaus sei KI eine zentrale Säule für die Mobilität der Zukunft. „Wir gehen heute davon aus, dass autonomes Fahren nicht ohne Technologien der künstlichen Intelligenz realisierbar sein wird“, unterstreicht Lehmann.

Continental-Mitarbeiter erforschen im Ökosystem der DFKI-Labore Grundlagen

Im Rahmen der Kooperation wird am DFKI-Standort Kaiserslautern das gemeinsame Forschungslabor Intelligente Technologien (FIT) eingerichtet. Dort sollen Mitarbeiter von Continental im Ökosystem der DFKI-Labore Grundlagen erforschen und konkrete Problemstellungen adressieren. Unter anderem werden KI-unterstützte Methoden der Datenauswertung und Softwareentwicklung erforscht. So arbeitet Continental unter anderem an der Entwicklung von KI-basierten Werkzeugen, die den mehr als 16.000 weltweiten Mitarbeitern im Bereich Software und IT bei der Qualitätssicherung und Funktionserweiterung helfen werden.

Continental-Ingenieure haben bereits zahlreiche Use Cases für KI identifiziert. So lassen sich beispielsweise im Bereich des Materialflusses mithilfe von Machine Learning (maschinellem Lernen) präzisere Prognosen des Rohmaterialbedarfs erstellen. In diesem Technologiefeld weist das DFKI ausgeprägte Kompetenzen auf. Professor Andreas Dengel leitet den DFKI-Forschungsbereich „Smarte Daten & Wissensdienste“. Für ihn erfordert nachhaltige Unternehmensführung heute ein aktives und umfassendes Wissensmanagement: „Die Hauptaufgabe besteht darin, schlanke, dezentrale und kontinuierlich lernende Organisationen in die Lage zu versetzen, gleichzeitig flexibel und kohärent zu agieren.“

Dafür entwickeln die DFKI-Experten automatisierte, persönliche Wissensassistenten: Systeme, die Dokumente identifizieren und zum Beispiel Personen, Projekte, Ereignisse oder Orte automatisch erkennen. Wissensassistenten helfen, Workflows individuell zu konfigurieren und in jedem Umfeld relevante Informationen bereitzustellen.

Auch in der Produktentwicklung setzt Continental auf Künstliche Intelligenz. Im Jahr 2020 will der Konzern mit seiner fünften Kamerageneration zur beschleunigten Objekterkennung erstmals neuronale Netze in größerem Umfang in Serie bringen. Künstliche neuronale Netze bestehen aus lernfähigen mathematischen Einheiten, die komplexe Funktionen verarbeiten und ausführen können.

Continental knüpft enges KI-Kooperationsnetzwerk

Um die verschiedenen Aktivitäten der Forschung rund um Künstliche Intelligenz zu koordinieren, betreibt Continental seit 2015 eine zentrale Vorentwicklung für KI-Themen. Dazu kooperiert man mit dem Hardwarehersteller NVIDIA, dem chinesischen Suchmaschinenbetreiber Baidu und zahlreichen Forschungsinstituten auf diesem Gebiet wie der Universität Oxford, der Technischen Universität Darmstadt und dem Indian Institute of Technology Madras (Indien). In Budapest (Ungarn) eröffnete der Continental Geschäftsbereich Fahrerassistenzsysteme im Mai 2018 ein Kompetenzzentrum für Deep Machine Learning. Weltweit wird das Technologieunternehmen bis Ende 2018 rund 400 Ingenieure mit speziellem KI-Know-how beschäftigen und sucht nach weiteren Talenten für die Produkt- und Prozessentwicklung im Umfeld der Künstlichen Intelligenz.

DFKI - Center of Excellence für KI

Die Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI) mit den Standorten Kaiserslautern, Saarbrücken, Bremen (mit Außenstelle Osnabrück) und einem Projektbüro in Berlin ist auf dem Gebiet innovativer Softwaretechnologien die führende Forschungseinrichtung in Deutschland. In der internationalen Wissenschaftswelt zählt das DFKI zu den wichtigsten „Centers of Excellence“ und ist derzeit gemessen an Mitarbeiterzahl und Drittmittelvolumen das weltweit größte Forschungszentrum auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz und deren Anwendungen.

Aktuell forschen 519 Mitarbeiter aus ca. 60 Nationen an innovativen Software-Lösungen mit den inhaltlichen Schwerpunkten smarte Daten & Wissensdienste, cyber-physikalische Systeme, multilinguale Technologien, planbasierte Robotersteuerung, Educational Technologies, interaktive Textilien, Robotik, innovative Retail-Lösungen, Wirtschaftsinformatik, eingebettete Intelligenz (embedded intelligence), Smart Service Engineering, intelligente Analytik für Massendaten, intelligente Netze, Agenten und Simulierte Realität, erweiterte Realität, Sprachtechnologie, intelligente Benutzerschnittstellen und innovative Fabriksysteme. Der Erfolg: über 100 Professoren und Professorinnen aus den eigenen Reihen und mehr als 80 Spin-off-Unternehmen mit ca. 2500 hochqualifizierten Arbeitsplätzen.

Dieser Beitrag stammt von unserer Partnerplattform Industry-of-Things.de.

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