Automotive Electronics - Komponenten

Formula Student – TU München und Panasonic bestimmen das Tempo

| Autor / Redakteur: Billy Ogano * / Thomas Kuther

Bereit zum Start: Der Rennwagen der Technischen Universität München beim Wettbewerb der Formula Student in Barcelona.
Bereit zum Start: Der Rennwagen der Technischen Universität München beim Wettbewerb der Formula Student in Barcelona. (Bild: Matthias Frey, Panasonic)

Im Wettbewerb Formula Student messen sich Studierende aus ganz Europa, darunter auch das Team TUfast der Technischen Universität München, das unter anderem von Panasonic unterstützt wird.

Normalerweise jagen Formel-1-Rennwagen mit Geschwindigkeiten von bis zu 315 km/h um den Circuit de Barcelona-Catalunya. Im vergangenen August jedoch fand dort die „Formula SAE“ statt, bei der lediglich 120 km/h erreicht werden dürfen. Das entspricht den von der Society of Automotive Engineers (SAE) aufgestellten Regeln.

An diesem Rennen nehmen Studenten aus der ganzen Welt teil. Formula Student (FS) ist der bekannteste Motorsportwettbewerb für Studierende in Europa. Der Wettbewerb wird von der Industrie und hochkarätigen Ingenieuren mit dem Ziel gefördert, rennsportbegeisterte und innovative Ingenieure weiterzubilden und mehr junge Leute zu ermutigen, einen Ingenieurberuf zu ergreifen.

2010 wurde eine separate Klasse für Elektrofahrzeuge eingeführt, um den Innovationsprozess voranzubringen und zukünftige Technologien wie elektrische Antriebssysteme mit einzubinden. Der Wettbewerb gilt als eine der weltweit besten Trainingsstätten und wird von über 250 freiwilligen Juroren aus dem Motorsport und der Maschinenbaubranche unterstützt.

2016 wurden über 10 Wettbewerbe rund um den Globus veranstaltet. Sieben fanden in Europa (Großbritannien, Deutschland, Italien, Österreich, der Tschechischen Republik, Ungarn und Spanien) statt, weitere fünf in den USA, Brasilien, Australien, Japan und Korea. Die Wettbewerbe werden nach sehr ähnlichen Regeln und Vorgaben durchgeführt, so dass die Teams an mehreren Wettbewerben teilnehmen können, ohne ihre Arbeit nennenswert verändern zu müssen.

Jedes Team hat die Aufgabe, einen einsitzigen Prototypen mit Verbrennungs- oder Elektro-Motor (und 2017 sogar autonome Automobile) für Autocross oder Sprintrennen zu bauen und diesen einem hypothetischen Hersteller vorzustellen. Der Wagen muss kostengünstig, wartungsfreundlich und zuverlässig sein und sich durch eine hervorragende Beschleunigung, Brems- und Fahreigenschaften auszeichnen.

Aber zurück zur Formula Student Spanien, Circuit de Barcelona-Catalunya. Das Thermometer zeigt 35° C, es gibt kaum Schatten, und der Asphalt ist glühend heiß. Nach drei Tagen Blut, Schweiß und elektrischer Spannung machen sich die Anstrengungen endlich bezahlt: dritter Platz für den Elektro-Rennwagen eb016 der TU München – vor 37 anderen Teilnehmerwagen.

TUfast, eine Gruppe von rund 70 Technologie- und Maschinenbaustudenten der Technischen Universität München, hat an ihren Rennwagen über ein Jahr lang gebaut. Einige der Studenten haben sich das ganze Jahr frei genommen, um Vollzeit an dem Projekt zu arbeiten. Und der Circuit de Barcelona-Catalunya beweist erfolgreich, dass sich die nahezu 9000 Arbeitsstunden und selbstentwickelte Elektronik bezahlt machen.

Der eb016 ist dank einer Motorsteuerung (ECU) und eines Umrichters, einer NS-Anlage und eines BMS – die alle komplett selbst gebaut und entworfen worden – sowie seiner anpassungsfähigen Aerodynamik und einer aktiven Hinterachsenlenkung ein technischer Erfolg. Und all dies ist in weniger als 170 kg untergebracht mit einem beeindruckenden Abtrieb von 1000 N bei 60 km/h.

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