Gastkommentar

Fordern Sie den Forschergeist der Jugendlichen heraus

| Autor / Redakteur: Dr. Hans Heinz Zimmer / Gerd Kucera

Ansgar Hinz ist Vorstandsvorsitzender des VDE, der im April 2016 die Nachfolge von Dr. Hans Heinz Zimmer angetreten hat.
Ansgar Hinz ist Vorstandsvorsitzender des VDE, der im April 2016 die Nachfolge von Dr. Hans Heinz Zimmer angetreten hat. (Bild: VDE)

Unsere Zukunft liegt in der Gegenwart: Wir müssen die Jugendlichen mit ihren Ideen ernst nehmen, sie fördern und ihnen als Mentor zur Seite stehen. Dann lassen sich ausgetretene Pfade auch verlassen.

Die Mikroelektronik ist das Nervensystem der digitalen Gesellschaft, Motor der deutschen Industrie und unverzichtbarer Treiber für intelligente Zukunftslösungen wie Industrie 4.0, Smart Car oder Smart Home. Allein am Beispiel des Automobils wird ihre Brisanz deutlich: Heute schon liegen bis zu über 80 Prozent der Innovationen rund ums Auto in der Mikroelektronik und Software.

Mit dem Trend zum automatisierten und vernetzten Fahren wachsen der Anteil und die Bedeutung der Mikroelektronik weiter an. Umso wichtiger ist es für unsere Industrie, genügend Fachkräfte zu haben. Deutschland benötigt im Zeitraum von 2016 bis 2026 rund 100.000 Ingenieure der Elektro- und Informationstechnik mehr als hierzulande ausgebildet werden. Dabei stehen unsere Unternehmen im Wettbewerb mit anderen Industriestandorten in Amerika, Asien und Europa.

Der Zeitkorridor wird eng. Um mehr Schülerinnen und Schüler für die Elektro- und Informationstechnik zu begeistern, veranstaltet der Technologieverband VDE zusammen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit 16 Jahren den Schülerwettbewerb „Invent a Chip“. Unter dem Motto New Mobility startete Ende Januar die nächste Wettbewerbsrunde. Der Clou hinter der weltweit einmaligen VDE/BMBF-Aktion: Die Schüler(innen) entwickeln ihren eigenen Mikrochip und lernen so die Welt der Mikroelektronik kennen.

Zu schwer? Mitnichten! 2016 nahmen rund 2600 Mädchen und Jungen am Wettbewerb teil. Mitmachen können Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 13 von weiterführenden und berufsbildenden Schulen, entweder in Teams oder allein. Einsendeschluss ist der 31. März (invent-a-chip.de). Eine Jury benennt dann die zehn besten Chip-Ideen für einen Workshop Anfang Mai 2017 am Institut für Mikroelektronische Systeme an der Leibniz Universität Hannover. Dort lernen die ausgewählten Jugendlichen von den Profis die ersten Schritte im Chip Design.

Im Anschluss haben sie bis Mitte September Zeit, ihre Projekte umzusetzen. Am 23. Oktober 2017 prämieren Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und der Politik die Schülerinnen und Schüler mit den besten Chip-Entwürfen auf dem VDE/BMBF-Mikrosystemtechnikkongress in München. Wir brauchen künftig junge Menschen, die Ideen haben, etwas Neues voranbringen wollen und sich mit Mikrochips auskennen. Nicht als reine Anwender. Wir geben ihnen mit „Invent a Chip“ erstes Expertenwissen zur Chip-Entwicklung und zu Hardware-Lösungen ihrer eigenen Ideen. Visionen lösen sich von herkömmlichen Denkmustern.

Vor hundert Jahren wollten die Menschen „schnellere Pferde“ – Henry Ford gab ihnen erschwingliche Automobile. Heute warten nicht nur in der Mobilität große Herausforderungen auf uns. Wir setzen auf den Forschergeist der Jugendlichen. Für die vernetzte Mobilität von morgen spielen Mikrochips eine entscheidende Rolle. Für die Kommunikation zwischen autonomen Fahrzeugen, anderen Verkehrsteilnehmern und Infrastrukturelementen liefern zig Sensoren riesige Datenmengen, die rasend schnell unter Einhaltung höchster Sicherheitsstandards verarbeitet werden müssen. Hierfür werden schnelle und leistungsstarke Mikrochips gebraucht.

Rühren Sie in Ihrem Familien-, Bekannten- und Kollegenkreis die Werbetrommel für „Invent a Chip“. Das Mitmachen lohnt sich, denn die besten Teilnehmer erwarten attraktive Geldpreise, die Aufnahme ins Auswahlverfahren für ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes, Kontakte zu Industrie und Hochschulen, ein mehrtägiges Schnupperpraktikum bei Bosch im Bereich Fahrzeugentwicklung sowie die Präsentation der Projekte auf Messen. Die Schulen mit den meisten Einsendungen werden ebenfalls prämiert.

„Invent a Chip“ wird in der aktuellen Wettbewerbsrunde von zahlreichen Sponsoren unterstützt: Airbus, Bosch, Cologne Chip, Globalfoundries, Infineon, Mentor Graphics, Siemens, Videantis und DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 44458304 / Studium & Young Engineers)