Digitale Transformation Ford lernt vom Silicon Valley die Mobilität neu

Mit Ford Greenfield Labs verbindet der Autobauer Ford die ehrwürdige Autostadt Detroit mit dem pulsierenden Silicon Valley. Hier entwickeln die Mitarbeiter zusammen mit anderen Start-ups neue Konzepte für die Mobilität. Drei Beispiele.

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Mobilität neu gedacht: Ford Greenfiled Labs arbeiten mit andern Firmen aus dem Silicon Valley an Konzepten für die Mobilität.
Mobilität neu gedacht: Ford Greenfiled Labs arbeiten mit andern Firmen aus dem Silicon Valley an Konzepten für die Mobilität.
(Bild: Ford Motor Company)

Er gilt als Pionier der industriellen Massenproduktion: Henry Ford. Sein Ziel war es, möglichst viele Autos völlig schnörkellos zum geringst möglichen Preis zu bauen. Dragos Maciuca von der Ford Motor Company geht sogar noch einen Schritt weiter: Die Ford Motor Company war vor 118 Jahren eines der ersten Tech-Start-ups. Doch Mobilität wandelt sich ständig.

Wieder stehen die Automobilhersteller vor der Frage, welchen Weg die Mobilität nehmen wird. So auch Ford. Das Unternehmen ist auf der Suche nach gleichgesinnten Mitdenkern, um der Frage nachzugehen, wie sich Menschen heute und in Zukunft fortbewegen werden.

Autostadt Detroit trifft auf Silicon Valley

Das geht am besten in einem Think Tank – oder anders gesagt, einem Start-up. Die Ford Greenfield Labs in Palo Alto, Kalifornien. Das Start-up-Unternehmen verbindet die Autostadt Detroit mit dem Silicon Valley. Zwei Welten sollen hier symbiotisch zusammenfinden. Gegründet im Jahr 2016 hat das Start-up bereits mit 2.000 anderen Start-ups zusammengearbeitet, um deren Ideen und Visionen zu verstehen.

Im Kern der Arbeit geht es darum, Menschen und ihre Bedürfnisse zu verstehen. Die Mitarbeiter führen deshalb viele Gespräche, um herauszufinden, ob die Ideen eines Unternehmens zu den Fahrzeugen oder Dienstleistungen von Ford passen. Dabei kommt es auf die Unterstützung an, um die Ideen weiterzuentwickeln

Wie Start-ups helfen, neue Ideen zu entwickeln

Klar, es geht immer um Geld und Investitionen. Aber Ford liefert umfangreiches Know-how bei den Themen Technik, Fertigung, Forschung und Produktentwicklung. So gibt Greenfield Labs Feedback und Ratschläge beispielsweise zu Lieferketten. Oder es gibt Kontakte zu bestehenden Zulieferern, um ein Start-up im Umfeld der Mobilität mit den richtigen Leuten zu vernetzen.

Drei Start-ups als Beispiel, um Ideen und Konzepte für die Mobilität zu entwickeln. Das Robotikunternehmen Symbio Robotics setzt künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen (ML) ein. Die Mitarbeiter haben zusammen mit Ford an einer Softwareplattform gearbeitet, damit sich Industrierobotern an unsichere Umgebungen anzupassen können.

Mithilfe von künstlicher Intelligenz, Kraftrückkopplung und Bildverarbeitung helfen die Roboter, komplexe Montageaufgaben zu erledigen und damit die Fertigungseffizienz zu verbessern. Verschiedene Machbarkeitsstudien mit Symbio mündeten in Pilotprojekten wird die Technik heute im Livonia Electric Powertrain Center eingesetzt.

Ein anderes Beispiel ist Cruz Foam: Das kleine Unternehmen baut aus dem Biopolymer Chitin einen nachhaltigen Strukturschaum. Dieser lässt sich beispielsweise für den Innenraum von Fahrzeugen, zur Schalldämmung und als Verpackung für Versandteile nutzen. Das Material ist vollständig kompostierbar. Ford arbeitet mit dem Start-up zusammen, um zu erforschen, wie sich das Material in der Autoindustrie einsetzen lässt.

Ein drittes Unternehmen ist Cepton: Sie bieten 3D-Sensoranwendungen sowie Lidar-Sensoren sowohl für die Automobil- als auch für die smarte Infrastruktur an. Der dreh-, spiegel- und reibungsfreie Nova-Lidar basiert auf der patentierten Micro Motion Technology (MMT). Da sich der Sensor fast überall im Fahrzeug integrieren lässt, erlauben die Sensoren im Zusammenspiel eine 360-Grad-Rundumsicht auf die unmittelbare Umgebung.

Ford arbeitet fast seit der Gründung von Cepton im Jahr 2016 mit dem Unternehmen zusammen, sowohl im Rahmen einer Forschungs- und Entwicklungszusammenarbeit, als auch bei kleineren Einsätzen. Das von Cepton entwickelte Lidar wird bei Ford in einigen Smart-City-Projekten eingesetzt. Cepton hat eine maßgeschneiderte Version seines Lidar geliefert. Das ist Grundlage für Ford, um weitere ADAS-Funktionen zu ermöglichen.

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Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Fachredakteur Technologietrends, Vogel Communications Group