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Fokus Wi-Fi 6: Silicon Labs übernimmt Wireless-Geschäft von Redpine Signals

| Redakteur: Michael Eckstein

Redpine Signals gilt als Spezialist für Ultra-Low-Power-Wireless-SoCs. Wie Qualcomm oder Broadcom vertreibt die Firma bereits Wi-Fi-6-Chips. Durch die Übernahme verfügt Silicon Labs nun aus dem Stand über eigene Wi-Fi-6-Lösungen, die sein bisheriges Portfolio gut ergänzen.

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Passgenau: Mit der Übernahme des Wireless-Geschäfts von Redpine Signals forciert SiLabs seine Anstrengungen in Richtung Wi-Fi 6.
Passgenau: Mit der Übernahme des Wireless-Geschäfts von Redpine Signals forciert SiLabs seine Anstrengungen in Richtung Wi-Fi 6.
(Bild: Silicon Labs)

Für rund 308 Mio. US-Dollar übernimmt das US-amerikanische Unternehmen Silicon Labs das WLAN- und Bluetooth-Geschäft von Redpine Signals. Teile der Übernahme sind zudem ein Entwicklungszentrum im indischen Hyderabad und nach eigenen Aussagen viele Patente. Silicon Labs will damit seine Position im zukunftsträchtigen Internet-of-Things-(IoT-)Markt ausbauen und geht davon aus, dass das erweiterte Portfolio bereits im Geschäftsjahr 2020 rund 20 Mio. US-Dollar zum Gesamtumsatz beitragen wird.

Silicon Labs ist mit seinem Portfolio aus stromsparenden Mikrocontrollern, Wireless- und Hochfrequenzchips sowie Sensoren bereits stark auf diesen Markt ausgerichtet. Erst kürzlich hatte das Unternehmen die Funktionssammlung Secure Vault vorgestellt, die in Kombination mit dem hardwarebasierten Sicherheits-Subsystem PUF (Physical Unclonable Function) Entwicklern das Design sicherer IoT-Endgeräte erleichtern soll.

Mit Redpine-Produkten schneller im Wi-Fi-6-Markt

Nach Angaben von Tyson Tuttle, dem CEO von Silicon Labs, hat Redpine Signals extrem stromsparende Wi-Fi- und Bluetooth-Produkte entwickelt, die das eigene Angebot sehr gut ergänzen. „Die Aufnahme dieser Produkte in unser weltweites Verkaufs- und Vertriebsnetz wird die Dynamik in den Märkten für intelligente Häuser, industrielles IoT und kommerzielle Märkte für Kunden, die mit Wi-Fi-fähigen Geräten schnell auf den Markt kommen wollen, weiter vorantreiben“, erklärt der Manager.

Die Integration der Redpine-Signals-Technik soll zudem die Roadmap von Silicon Labs für Wi-Fi-6-Chips- und -Software verkürzen. Wi-Fi 6 nach dem IEEE-Standard 802.11ax ist die aktuelle Version des Wi-Fi-Funkstandards, der besonders auf geringen Stromverbrauch, hohe Datenraten, Reichweite und Abdeckung, Sicherheit und gute Interoperabilität ausgerichtet ist. Zudem sollen Wi-Fi-6-Geräte besser als bisher in Umgebungen funktionieren, in denen Hunderte oder Tausende IoT-Geräten aktiv sind. Unternehmen wie Qualcomm und Broadcomm haben bereits Wi-Fi-6-Chipsets auf dem Markt.

Rund 200 Mitarbeiter in Indien sollen Silicon Labs F&E-Prozesse beschleunigen

Wie Silicon Labs mitteilt, umfasst die Übernahme auch Bluetooth-Classic-IP einschließlich Extended Data Rate für Audioanwendungen wie Wearables, Hearables, Voice Assistants und Smart Speakers – ein Bereich, der das Silicon Labs-Portfolio ebenfalls gut ergänzen würde.

In dem mit übernommenem Entwicklungszentrum in Hyderabad in Indien sind laut Pressemitteilung rund 200 Mitarbeiter beschäftigt. „Gestützt auf zwei Jahrzehnte fortschrittlicher Forschung im Bereich OFDM- und MIMO-Systeme hat Redpine hochdifferenzierte Multiprotokoll-SoCs mit geringem Stromverbrauch entwickelt“, erklärt Venkat Mattela, Gründer und CEO von Redpine Signals. Zukünftig sei Wi-Fi 6 mit geringem Stromverbrauch eine Schlüsseltechnologie für die Konnektivität von IoT-Geräten.

Die Vorstände beider Unternehmen und die Aktionäre von Redpine Signals hätten der Transaktion zugestimmt, die voraussichtlich im zweiten Quartal 2020 vorbehaltlich der üblichen Abschlussbedingungen abgeschlossen werden soll.

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