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Interview mit Dr. Stefan Bucher von T-Systems

Fog, Edge, IoT-, Quanten-Computing: Wie positioniert sich T-Systems?

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„Quanten-Computing ist ein sehr spannendes Thema“

Industrial Cloud ist ein neues Schlagwort. Dahinter stehen Konzerne wie General Electric und Bosch, die ihre bisherigen Partner und Kunden in eine neue Art des gemeinsamen Business integrieren. Sehen Sie diese Cloud-Angebote als Konkurrenz zu den Telekom-Angeboten?

Stefan Bucher: Egal bei welchem Cloud-Angebot: Kunden sollten auf offene Systeme setzen, mit etablierten Standards - auf Anbieter, die möglichst herstellerunabhängig agieren und Projekte auch ohne lange Vertragslaufzeiten umsetzen, ja vielleicht sogar mit einem uneingeschränkten Kündigungsrecht. So wie wir mit unserem „Un-outsourcer“-Programm (siehe Video).

Was generell immer eine Frage sein sollte: ´Wie steht es mit einem Multi-Vendor-Management?` Es geht ja nicht nur darum, die Anwendungen eines Industrie-Ökosystems zu unterstützen. Diese Anwendungen müssen auch mit ERP-Systemen oder Collaboration-Suites kommunizieren. Außerdem gebe ich zu bedenken, dass das, was die Unternehmen heute in die Cloud geben, morgen schon Legacy sein kann.

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Welche Kilowatt-Leistung und welchen PUE-Wert haben die T-Systems-Rechenzentren pro Quadratmeter?

Stefan Bucher: Die Leistung können wir auf Werte zwischen einem und drei Kilowatt pro Quadratmeter einrichten. Möglich wird dies durch den modularen Aufbau unserer Rechenzentren.

Zudem verbessern wir unsere Rechenzentren permanent in Sachen Energie-Effizienz. Derzeit liegen wir bei der Power Usage Effectiveness zwischen 1,2 und 1,4.

Stimmt es, dass die Abwärme des Rechenzentrums Biere für das Heizen der Büros genutzt wird?

Stefan Bucher: Ja, wir heizen die Gebäude auf dem Betriebsgelände mit der warmen Abluft aus dem Rechenzentrum. Das sind etwa Büros, Technikräume oder Werkstätten. Im Winter steuert die Abwärme rund 250 Kilowatt bei.

Übrigens sollen bis zum Frühsommer 2018 die Rechen- und Speicherkapazitäten in Biere für einen dreistelligen Millionenbetrag um 150 Prozent erweitert werden. Zu den beiden bestehenden Rechenzentrumsmodulen kommen dann drei weitere hinzu. Die IT-Leistung wird durch den Ausbau auf 18 Megawatt steigen.

Künstliche Intelligenz und Supercomputing erfordern unter Umständen ganz neue Rechner. So bietet IBM Zugriff auf Quantencomputer via Cloud. Ist Quanten-Computing ein Thema für T-Systems?

Stefan Bucher: Quantencomputing ist ein sehr spannendes Thema. Lange war es Theorie. Jetzt konkretisieren sich einzelne Projekte. IBM hat im März den ersten kommerziellen Quantencomputer angekündigt. Und auch wir arbeiten aktuell gemeinsam mit Partnern am Aufbau des ersten adiabatischen Quantencomputers in Europa.

Diese Technik nutzt auch D-Wave Systems für ihren „D-Wave One“ in den USA. Zu unseren Partnern gehören unter anderem Volkswagen, das Forschungszentrum Jülich und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Die Zugangsinfrastruktur für den Quantencomputer soll die „Open Telekom Cloud“ (OTC) werden.

Der Beitrag wurde von unserem Partnerportal „Cloud Computing Insider“ übernommen.

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