Carplane, BiPod, Transition

Fliegende Autos bekommen neuen Auftrieb (Update)

| Redakteur: Peter Koller

Der Carplane im Flugmodus. Für die Benutzung auf der Straße werden die Tragflächen eingeklappt und zwischen den beiden Rümpfen verstaut. Das soll innerhalb von 15 Sekunden möglich sein. (Carplane)
Der Carplane im Flugmodus. Für die Benutzung auf der Straße werden die Tragflächen eingeklappt und zwischen den beiden Rümpfen verstaut. Das soll innerhalb von 15 Sekunden möglich sein. (Carplane)

Der Traum vom fliegenden Auto ist nicht tot zu kriegen: Was lange als fixe Idee der fortschrittsgläubigen 50er-Jahre galt, bekommt jetzt neuen Auftrieb.

Carplane nennt sich das Konzept eines Flugautos, das die Piloten John Brown und Angela Fleck seit 2008 am Forschungsflughafen Braunschweig entwickeln. Es handelt sich um ein Fortbewegungsmittel mit zwei Rümpfen, Schwenkflügeln und ausfahrbahrem Leitwerk.

Um die Hürde bei der Benutzung möglichst niedrig zu halten, soll der Carplane auf der Straße als Elektro-Quad zugelassen sein, in der Luft als Leichtflugzeug, für das zumindest in den USA nur eine Sporflugzeuglizenz mit 20 Flugstunden notwendig ist.

Das Bundeswirtschaftsministerium hat den Carplane im Juni zur Deutschen Innovation des Monats gekürt. Ein Video auf der Homepage verdeutlicht das Konzept.

Vom SpaceShip zum Flugauto

Prominentester Teilnehmer im Rennen um das fliegende Auto ist Burt Rutan. Der Amerikaner ist Chef von Scaled Compsites und wohl einer der berühmtesten Flugzeug-Entwickler der Welt: Auf sein Konto gehen Maschinen wie Virgin Galactics SpaceShip Two.

Der Mann weiß also, was er tut, und er glaubt an das fliegende Auto. Sein Entwurf dafür heißt 367 BiPod und sieht aus wie zwei vollverkleidete Liegefahrräder, die über Stummelflügel miteinander gekoppelt sind.

Doch unter der Glasfaserhaut steckt Hybrid-Technik vom feinsten. Zwei kleine Verbrennungsmotoren mit jeweils 450 Kubikzentimeter Hubraum erzeugen Strom für den elektrischen Antrieb der Hinterräder sowie der Druckpropeller am horizontalen Stabilisator. Lithium-Ionen-Akkus in der Nase, die während des Fluges geladen werden können, liefern Zusatzenergie beim Start sowie in Notfällen.

Gefahren wird der BiPod von dem linken Cockpit aus, geflogen von dem rechten. Als Flugzeug bringt es der BiPod auf eine Reichweite von 760 Meilen bei 100 mph. Als Auto, nach Entfernung der Tragflächen, beträgt die Reichweite 820 Meilen pro Tankfüllung plus 35 Meilen in rein elektrischem Modus.

Der BiPod wurde in nur vier Monaten entwickelt, um das Interesse an einem entsprechenden Produkt zu testen, so Hersteller Scaled Composites.

Transition hat schon Straßen- und Luftzulassung

Einen Schritt weiter ist da schon Konkurrent Terrafugia. Dessen fliegendes Autos namens Transition hat kürzlich die Straßenzulassung der U.S. National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) bekommen. Bereits letztes Jahr erteilte die Federal Aviation Administration (FAA) die Zulassung als leichtes Sportflugzeug.

Bei der Transition können die Tragflächen per Knopfdruck weggeklappt werden. Sie bietet Platz für den Piloten und einen Passagier.

Im kommenden Jahr sollen die ersten Maschinen an zahlende Kunden ausgeliefert werden, der Preis beträgt rund 250.000 US-Dollar.

Personal Helicopter für den Weg zur Arbeit

Aber auch in Europa wird an einer Art fliegendem Auto gearbeitet. Erst vor wenigen Tagen hat die Europäische Kommission eine Förderung von 4,2 Millionen Euro für das Projekt myCopter freigegeben. Geleitet von Professor Heinrich Bulthoff vom Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik soll bis 2014 das Konzept eines teilautonomen, vertikal startenden Systems für den individuellen Personentransport in der dritten Dimension entwickelt werden. Allerdings geht es hier um ein autoähnliches persönliches Fluggerät, der myCopter soll sich nicht auf Straßen fortbewegen.

Die Vorstellung des Projektes ist es, ein sogenanntes "personal air transport system" (PATS) zu schaffen. Dieses System soll aus "Personal Aerial Vehicles" (PAVs) bestehen, welche von der Öffentlichkeit für den täglichen Weg zur Arbeit genutzt werden können und in niedriger Höhe (unterhalb des regulierten Luftraumes) operieren sollen. Dabei sollen die PAVs nicht auf herkömmliche Flugsicherung vom Boden angewiesen sein und möglichst autonom fliegen können.

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Hallo Hr. Koller! In Ihrer Aufstellung fehlt unser Carplane®, der in Braunschweig am...  lesen
posted am 27.07.2011 um 20:36 von Unregistriert


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