Flexible Vermittler ermöglichen breites Anwendungsspektrum

Seite: 3/3

Firmen zum Thema

IoT-Sensoren und -Gateways in der Praxis

Bei Geräten für Heimanwender sind Kosten und Design wichtig. Die Aufrüstung mit smarten Funktionen sollte den Gesamtpreis nicht inakzeptabel erhöhen. Zudem muss es gut designt und einfach einzurichten sein, selbsterklärend und wenig störanfällig. Das Q-loud IoT Home Gateway ist genau für dieses Szenario geeignet. Der Bruttopreis für Endanwender liegt unter 70 Euro. Es bietet eine einfache WLAN-Anbindung und arbeitet mit einem reduzierten Linux, sodass insbesondere Over-the-air-Updates ressourcenschonend realisierbar sind.

Eingesetzt wird es wahlweise mit IoT-Sensoren von Q-loud, etwa Bewegungsmelder, Stromzangen oder Tür-/Fensterkontakt oder mit vorhandener Hardware von Partnern oder Kunden, für die es kompatibel ist. Dafür werden alternative Protokoll-Stacks der Kunden auf der kostengünstigen Hardware betrieben. So kann das IoT Home Gateway auch proprietäre Protokollen verarbeiten – oder auch mit zusätzlichen Standardprotokollen wie Wireless-M-Bus für Anwendungen wie Submetering umgehen.

Bildergalerie

Bei industriellen Anwendungen sind die Anforderungen höher. Das Q-loud IoT Industry Gateway erfüllt verschiedene Schutzklassen (Staub, Wasser, Temperatur) und eignet sich für die Hutschienenmontage in Schaltschränken und Schutzkästen. In der Edge gilt es häufig eine Vielzahl von Protokollen abzubilden – von industriellen Bussystemen inklusive der Anbindung von SPS-Systemen bis hin zu Gebäudeprotokollen wie KNX oder BACnet.

Ist eine Datenvorverarbeitung notwendig, können externe Programme, Analyse-Software oder „Packet-forwarder“ auf dem Gateway betrieben werden. Es bietet deshalb einen leistungsfähigen Prozessor, gute Speicherausstattung und ein vollwertiges Linux. Zudem ist Connectivity über G2/G3/G4 möglich. Das IoT Industry Gateway ist im Moment noch im Prozess der Zulassung und wird im ersten Quartal 2018 verfügbar sein.

Vollwertiger Linux-Rechner

Flexible Erweiterbarkeit für vielfältige industrielle Anwendungen bietet das Q-loud IoT Modular Gateway. Das Gateway ist ein vollwertiger Linux-Rechner, der auch die Ausführung externer Software wie SAP Leonardo in Containern unterstützt. Auch eine SPS-Anbindung über Snap7 ist möglich. Daten können über ein Embedded NodeRed lokal vorverarbeitet werden und zudem können Plattformen von Dritten angesprochen werden, wobei die Daten auch parallel an mehrere Plattformen gesendet werden können.

Das Gateway hat zwei Ethernet-Ports, die lokal zur Kommunikation mit dem Industrie-Bus eingesetzt werden und für eine Connectivity über LAN geeignet ist. Es ist für eine Montage an der Hutschiene vorgesehen und kann über weitere Module um vielfältige Edge-Protokolle oder weitere Connectivity (etwa G2/G3/G4) ergänzt werden.

Diese drei Gateways sind Standardprodukte, die einen sehr breiten Anwendungsbereich abdecken. Doch einige Unternehmen wollen eigene Endkundenbeziehungen (B2B2C oder B2B2B) nutzen und haben deshalb spezielle Anforderungen an ein kundenspezifisches Gateway. Ein Beispiel für ein solches Custom IoT Gateway ist der Gebäudemanager der Schüco, der im Design der Marke produziert wird. Spezielle Anforderungen bei diesem Projekt waren hier die Unterstützung des Schüco-Protokolls und die Steuerung via Internet oder über ein drahloses lokales Funknetz.

Diese Auflistung von geeigneten Geräten zeigt: Es gibt keine einfache Lösung von der Stange. Die Auswahlkriterien müssen untereinander ausgeglichen werden. Jedes Unternehmen, das eine IoT-Anwendung plant, sollte seine Anforderungen an die Gateways möglichst genau definieren und bei der Recherche mit den Leistungsmerkmalen geeigneter Produkte zur Deckung bringen, um eine geeignete Lösung zu finden.

* Christian Pereira ist Geschäftsführer des QSC-Tochterunternehmens Q-loud

(ID:45070658)