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Gehäusetechnik Flexibilität im Maschinengestellbau mit neuem Namen

| Autor / Redakteur: Volker Ott * / Kristin Rinortner

Das modulare Rahmensystem X-frame von häwa heißt jetzt fleX-frame. Mit dem System können Maschinengestelle individuell an Anforderungen von Prozessmaschinen und Robotern angepasst werden.

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Volle Flexibilität: Das modulare System lässt sich beliebig zusammen bauen und erweitern.
Volle Flexibilität: Das modulare System lässt sich beliebig zusammen bauen und erweitern.
(Bild: häwa )

Das modulare Rahmensystem für Maschinengestelle von häwa hat seit kurzem einen neuen Namen, der die variable Einsatzfähigkeit unterstreicht. Es heißt ab jetzt fleX-frame.

„Der alte Name X-frame spiegelte für uns nicht genug wieder, dass sich die Maschinengestelle ganz individuell an alle Anforderungen von Prozessmaschinen und Roboteranwendungen anpassen lassen“, erläutert Volker Ott, Abteilungsleiter fleX-frame Maschinengestelle bei häwa.

Das fleX-frame Rahmengestell kombiniert die Flexibilität von Aluminiumprofilen mit der von standardisierten Modulen. Das Besondere dabei ist, dass es sich nicht um eine teure Spezialanfertigung handelt, sondern um ein modulares Rahmengestell, das einem variablen Baukastensystem entstammt. So bleibt der Kunde während des gesamten Entwicklungsprozesses flexibel in der Auslegung seiner Anlage.

Sämtliche Standardteile, die zum Aufbau der Maschinengestelle erforderlich sind, lassen sich auf vielfältige Weise kombinieren. Nachrüstungen und Anpassungen der Steuerungstechnik sind dadurch einfach und schnell durchzuführen. Das Maschinengestell ist somit keine starre Einhausung mehr, sondern ein mit den Anforderungen wachsendes System.

Trotz des einfachen, modularen Aufbaus zeichnet sich das patentierte System durch hohe Stabilität und Belastbarkeit aus. Die Maschinengestelle werden aus stabilem Stahlblech oder alternativ aus Edelstahl gefertigt. Durch große Strebenquerschnitte ergibt sich eine hohe Steifigkeit. Selbst Zellen für eine Belastbarkeit von 5 t stellen kein Problem dar. Durch spezielle „Pro-X“-Streben, gefertigt aus 3-mm-Stahlblech, lassen sich diese hohen Anforderungen an die Tragfähigkeit erfüllen.

Einsetzbar sind die Rahmensysteme als modulare Einzelzellen sowie für lineare oder rotative Anwendungen in allen Branchen. In der Verwendung als Einzelzelle bieten fleX-frame-Komponenten eine flexible, kostengünstige Standardlösung. Die Herstellung von Einzelzellen zum Beispiel für den Bereich der Handmontage, Prüfsysteme oder Laserzellen wird quasi zum Kinderspiel. Innerhalb weniger Stunden sind die Zellen aufgebaut und können jederzeit erweitert werden. Diese Erweiterungsfähigkeit erhöht den dauerhaften Nutzen. Ebenfalls können mehrere Zellen zu Gesamtanlagen zusammengestellt und kombiniert werden.

Für den Aufbau von linearen Applikationen können die Komponenten aneinander angereiht werden. Das ist mit Einzelelementen und auch Doppelelementen möglich. Bei einem Produktwechsel können die Rahmenstreben für die Gestelle der neuen Produkte ‚wiederverwendet‘ werden. Auch bei rotativen Applikationen sind mit fleX-frame-Komponenten mehrere Konstruktionsmöglichkeiten realisierbar. So kann man quadratische und rechteckige sowie sechs- und achteckige Applikationen aufbauen.

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Der Vorteil bei allen Varianten ist, dass der Kunde keine starre Einhausung, sondern ein wachsendes System erhält, das auch für künftige Anforderungen gewappnet ist. Das bedeutet zum Beispiel, dass jegliche Nachrüstungen und Anpassungen der Steuerungstechnik sehr einfach und schnell zu realisieren sind. Da heutzutage die Maschinen und deren Steuerungen immer mehr zusammenwachsen, hat dieser Aspekt mittlerweile höchste Priorität.

Subsysteme wie Roboterarme bringen eigene Steuerkomponenten mit sich, die prozessnah integriert werden müssen. Auch intelligente Klemmleisten und Sensoren verarbeiten bereits einen Großteil der Signale. Damit steigt die Notwendigkeit, die Steuer- und Regelbausteine dezentral – also direkt in der Maschine – zu platzieren.

Mit dem System können alle Kabelbäume sowie pneumatische oder elektrische Baugruppen direkt in den Streben des Maschinengestells untergebracht werden, denn die Streben sind gleichzeitig ein tragendes Teil, ein Kabelschacht und ein Gehäuse zur Unterbringung von Bauteilen. Jede Strebe ist mit einer eigenen Tür ausgestattet, die sich nach außen öffnen lässt und jederzeit einen freien Zugang ermöglicht. Dabei sind die Komponenten in den Streben auch gut vor äußeren Einflüssen geschützt.

Der gesamte Rahmen ist als ein großer Kabelkanal zu sehen. Aussparungen an den Verbindungsstellen der Streben ermöglichen ein einfaches Durchführen von Kabeln zur jeweiligen Nachbarstrebe. So lassen sich Kabel zu jeder beliebigen Stelle des Rahmens einfach und ordentlich verlegen. Auch das nachträgliche Anbringen von Kabeln und Bauteilen ist problemlos möglich.

Dank der freien und schnellen Zugänglichkeit durch die Türen an allen Streben sind auch Reparaturen und Erweiterungen schnell durchgeführt. Ein hohes Maß an Flexibilität ergibt sich dadurch, dass sich zum Beispiel Schaltschränke in allen drei Ebenen integrieren lassen. Der Schaltschrank kann zum tragenden Teil der Zelle werden und ersetzt einfach die vorhandenen Querstreben.

Der Kunde kann mit fleX-frame eine Plattform-Strategie verfolgen, ähnlich wie sie in der Automobilindustrie praktiziert wird. Bei Prozessmaschinen ist es heute bereits üblich, dass keine Anlage der anderen gleicht. Mit dem vorgestellten System kann man den Anlagen ein einheitliches Aussehen verleihen, und dennoch jede Anlage an ihre speziellen Bedürfnisse anpassen.

Das betrifft auch die farbliche Gestaltung, denn auch hier sind viele kundenspezifische Lösungen möglich. Der Kunde kann mit dem mechanischen Aufbau schon früh in seiner Konstruktionsphase beginnen, da Änderungen jederzeit möglich sind. Dadurch lässt sich bei der Konstruktion der Maschine viel Zeit sparen.

* Volker Ott ist Abteilungsleiter fleX-frame Maschinengestelle bei häwa in Wain.

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