Pilotprojekt

Flexibel einstellbare Multibeam-Antenne steigert die Zuverlässigkeit von RFID-Systemen

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Die Multibeam-Antenne ist in rauen industriellen Umgebungen einsetzbar und ist mit allen gängigen RFID-Lesegeräten kompatibel.
Die Multibeam-Antenne ist in rauen industriellen Umgebungen einsetzbar und ist mit allen gängigen RFID-Lesegeräten kompatibel. (Bild: Fraunhofer IIS/Thomas Endres)

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Mit RFID-Systemen werden Prozesse im Hinblick auf Industrie 4.0 beschleunigt. Das Fraunhofer IIS entwickelte eine Multibeam-Antenne, die in bestehende Systeme integriert werden kann und die Zuverlässigkeit dieser Systeme erhöht. Ab August 2017 können Unternehmen die Antenne als Pilotanwender testen.

Das kontaktlose Erkennen von gekennzeichneten Objekten durch RFID-Technologie beschleunigt eine Vielzahl von Prozessen in Produktion, Logistik und Handel. Wo hohe Genauigkeit bei der Objekt-Identifizierung gefragt ist, kommt es auf eine leistungsstarke Antenne an, die jederzeit die gespeicherten RFID-Kennzeichnungen auf den Transpondern erfasst.

Für solche anspruchsvollen Leseszenarien entwickelte das Fraunhofer IIS eine Multibeam-Antenne. Neun steuerbare Beams, die Richtcharakteristiken der Antenne, sorgen für eine genaue Transponder-Erfassung innerhalb des flexiblen Ausleuchtbereichs der Antenne und für eine bessere Zuverlässigkeit von RFID-Systemen.

Zuverlässige Erfassung und Bewegungserkennung

„Die Antenne erzeugt bis zu neun individuelle Beams, die ein gerichtetes Erfassen von Transpondern erlauben“, erklärt Dr. Mario Schühler, Gruppenleiter Antennen am Fraunhofer IIS. „Damit erreichen wir einen größeren Ausleuchtbereich und eine höhere Genauigkeit ohne mechanisches Nachjustieren der Antenne. RFID-Transponder können so gezielt angesprochen und ausgelesen werden.“

Die flexibel ausrichtbaren Beams der Antenne ersetzen mehrere verteilt installierte Einzelantennen. Durch die geringere Anzahl benötigter Antennen reduzieren sich gleichzeitig die Anschaffungskosten sowie der Installations- und Wartungsaufwand.

Mit dem Austausch von Standardantennen durch die leistungsstarke Multibeam-Antenne lässt sich die Auslesegenauigkeit von RFID-Identifikationssystemen verbessern. So unterstützt die Multibeam-Antenne das Erkennen von Bewegungsrichtungen, um zwischen ein- und ausgehenden Waren sowie bewegten und unbewegten Objekten zu unterscheiden. Durch die Richtungserkennung können Nutzer von RFID-Systemen besser selektieren, welche Transponder tatsächlich erfasst werden sollen.

Zudem ist die Antenne für die Pulkerfassung, also das gleichzeitige Scannen großer Transpondermengen, optimiert. Auch bei metallischen Objekten oder Flüssigkeitsbehältern erzielt die Multibeam-Antenne zuverlässige Erfassungsraten.

Die Antenne arbeitet in Kombination mit gängigen Lesegeräten und lässt sich einfach in bestehende RFID-Systeme integrieren. Sie eignet sich für alle Anwendungen im UHF-Bereich und ist sowohl im Innen- als auch im Außenbereich einsetzbar. Mit ihrem breitbandigen Frequenzbereich von 860 bis 960 MHz entspricht sie internationalen RFID-Standards und ist damit weltweit einsetzbar. Für international tätige Unternehmen bietet sich durch den Umstieg auf die Multibeam-Antenne die Chance, die Identifikationssysteme entlang ihrer Wertschöpfungskette zu vereinheitlichen.

Startschuss für Pilotanwender im August 2017

Die Multibeam-Antenne kann überall dort eingesetzt werden, wo elektronische Identifikationssysteme Prozesse zur Erfassung, Zuordnung und Überwachung von Materialien, Teilen und Waren unterstützen. Insbesondere in den Bereichen Einzelhandel, Gesundheitswesen, Automobil- und Elektronikindustrie, Logistik und Transport, Produktion und Automatisierung beschleunigt die RFID-Technologie Prozesse und erhöht die Transparenz von Abläufen.

Ab August 2017 ist die Multibeam-Antenne aus der ersten produzierten Kleinserie für Pilotanwender verfügbar. Interessenten können die Antenne dann im Praxiseinsatz testen und noch vor Markteinführung die letzte Phase der Produktanpassung nach ihren Anforderungen mitgestalten.

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