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Designkonzept für Rechenzentren Flexibel durch Modularisierung bei IT-Schränken

| Autor / Redakteur: Thomas Wermke * / Kristin Rinortner

Der Kostendruck beim Einkauf von IT-Schränken ist hoch, aber Lösungen von der Stange passen für moderne Rechenzentren selten. Ein multimodulares Designkonzept birgt die Lösung.

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Schranksystem IS-1: Der Grundaufbau des IS-1 in der Mitte ist umgeben von Beispielen der unterschiedlichen Konfigurationsmöglichkeiten. Von unten links im Uhrzeigersinn: Netzwerkschrank, Industrieschrank, Colocationrack, Sonderschrank, Serverschrank.
Schranksystem IS-1: Der Grundaufbau des IS-1 in der Mitte ist umgeben von Beispielen der unterschiedlichen Konfigurationsmöglichkeiten. Von unten links im Uhrzeigersinn: Netzwerkschrank, Industrieschrank, Colocationrack, Sonderschrank, Serverschrank.
(Bild: Schäfer Werke)

Die 19-Zoll-Breite der Montageebene und die standardisierte Höheneinheit (HE) sind und bleiben die Grundlage jedes IT-Schrank-Designs. Immer mehr setzt sich aber die Erkenntnis durch, dass deswegen noch lange nicht jeder Schrank für jede Situation gleichermaßen geeignet ist. Schon bei den klassischen Einsatzzwecken Serverschrank und Netzwerkschrank gibt es Unterschiede in den Anforderungen – etwa, weil beim Netzwerkschrank die Seitenwände im Interesse der Kabeldurchführung offen sein sollten, während man beim Serverschrank einen abschließbaren Schrank bevorzugt.

Die lange Zeit als unverrückbarer Standard geltende Schrankbreite von 800 mm hingegen hat in den letzten Jahren durch die Entwicklungen des Rechenzentrumsmarkts auch anderen Formfaktoren Platz gemacht. Weil eine möglichst effiziente Raumausnutzung in modernen Datacentern von größter Bedeutung ist, erfreuen sich auch Schränke mit einer Breite von 700 oder nur 600 mm immer größerer Beliebtheit.

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Die wachsende Relevanz des Geschäftsmodells Colocation tut das Ihre, um die Anforderungen an Serverschränke zu verändern. Der Betreiber eines Colocation-Rechenzentrums stellt eine hochwertige Infrastruktur zur Verfügung, in der seine Mieter ihre eigenen Server betreiben können. Bei Weitem nicht alle Kunden haben Bedarf an einem ganzen Schrank. Dennoch verlangen sie für ihre wertvollen Server zu Recht einen abschließbaren, nur ihnen zugänglichen Bereich, den sie mit niemandem teilen müssen. Diese Anforderung erfüllen spezielle Colo-Racks, in denen ein klassischer Serverschrank in drei oder vier separate Abschnitte mit jeweils eigener abschließbarer Tür unterteilt wird.

Welches Rack für welches Datacenter optimal ist, hängt unter anderem davon ab, welches Klimatisierungskonzept im jeweiligen Rechenzentrum zum Einsatz kommt. So muss beispielsweise die Breite eines Racks so bemessen sein, dass darin für erforderliche Kabelführungen, aber eben auch für die Warm- und Kaltluftströme genügend Platz ist. Bei extrem rechenintensiven Supercomputing-Aufgaben, etwa komplexen Simulationen in der Forschung und Entwicklung, genügt dies aber nicht. In den hier benötigten Server-Clustern sind die Racks so dicht bestückt und somit die thermische Last in den Schränken so hoch, dass jeder seine eigene integrierte Kühlung benötigt. Dieser Aufgabe stellen sich spezielle High-Density-Racks.

Blickt man über den Tellerrand des Datacenters hinaus, differenziert sich das Bild noch weiter. Im Markt für Schranklösungen trifft man auf Schaltschränke für die Haustechnik und andere elektrische Anlagen, im Industrieumfeld werden darüber hinaus diverse Sonderschränke wie Drehrahmenschränke oder Schutzschränke mit unterschiedlich hoher IP-Schutzart nachgefragt.

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