Steckverbinder Fit für die Zukunft – Steckverbinder und Kabel im Bahneinsatz

Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Klaus Firschke / Karl-Ullrich Höltkemeier

Den Herstellern der Bahnindustrie stellt sich die Aufgabe, Züge und Systeme universell für den Einsatz in verschiedenen Ländern zu projektieren. Aufgrund unterschiedlicher länderspezifischer Normen und Zulassungen ist damit enormer Aufwand verbunden. Um den Aufwand und damit die Kosten zu reduzieren, gilt es die normativen Anforderungen zu vereinheitlichen (Bild 1). Steckverbinder und Kabel können hier weiterhelfen.

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1 Internationale Zulassungen … bilden die Grundlage für einen globalen Einsatz.
1 Internationale Zulassungen … bilden die Grundlage für einen globalen Einsatz.
( Archiv: Vogel Business Media )

Im Rahmen der Erstellung länderübergreifender Richtlinien und Normen legten die Hersteller ein wesentliches Augenmerk insbesondere auf die Vereinheitlichung bezüglich der Brennbarkeit sowie des Brandverhaltens. Nach umfangreichen Absprachen konnten die Experten eine harmonisierte Brandschutznorm als neue Norm EN 45545 erstellen. Plan ist, dass alle sieben Teile als technische Spezifikation CEN TS 45545 im 2. Halbjahr 2007 erscheinen und danach in eine Europäische Norm überführt werden.

Auf nationaler Ebene wurde für die Übergangszeit ein neuer Entwurf der Norm DIN 5510-2 erstellt, der ebenfalls noch im Jahr 2007 veröffentlicht werden soll. Eine der wesentlichen Änderungen besteht in der Anforderung an elektrotechnische Erzeugnisse. Während in der aktuellen Version noch die Brennbarkeitsklasse V1 verlangt wird, steht im neuen Entwurf die Forderung nach der Klasse V0 im Sinne der Norm DIN EN 60695-11-10.

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Die Kunststoffmaterialien, die Phoenix Contact bei der Produktion seiner Standardprodukte verwendet, entsprechen bereits seit Jahren der Brennbarkeitsklasse V0. Zudem werden sie zeitnah zur Veröffentlichung der neuen Spezifikationen CEN TS 45545 entsprechend der dort aufgeführten zusätzlichen Anforderung getestet.

Infotainment mit neuen Technologien

Infotainment – hinter diesem Schlagwort versteckt sich ein Kunstwort aus der Mischung von Information und Entertainment. Auch auf Zugreisen wollen die Fahrgäste aktuelle Informationen erhalten und nicht auf Unterhaltung verzichten. Mit diesen steigenden Erwartungen der Fahrgäste wächst gleichermaßen der Bedarf an modernen, leistungsfähigen Informationssystemen. Integrierte Systeme bieten Informations-, Kommunikations-, Unterhaltungs- und Überwachungstechnik in einem einzigen Gerät an, so dass der Fahrgast während der Reise zeitnah alle gewünschten Daten erhält.

Die Ansprüche an die Technologie, die für Bereitstellung und Übertragung solcher Daten benötigt wird, wachsen ständig. Immer größer werdende Datenmengen müssen in immer kürzerer Zeit verarbeitet werden. Zunehmend erhalten damit neue innovative Technologien Einzug in den Bereich des Infotainment. Eine für diesen Bereich neue Technologie ist das Ethernet. Aus dem Bürobereich kommend, lassen sich die Verkabelungskonzepte nicht uneingeschränkt auf die Bahnindustrie übertragen. Aufgrund der besonderen Umgebungs-bedingungen wie Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen, Schock- und Vibration sind vielmehr bahnoptimierte Lösungen erforderlich (Bild 2).

Bei der Wahl der Steckverbinder und Kabel muss neben den übertragungstechnischen Eigenschaften sowie dem EMV-Schutz, auf den robusten Aufbau des Systems geachtet werden. Doch trotz dieser Anforderungen erwartet die Montage der Datensteckverbinder im bahnindustriellen Umfeld eine einfache und sichere Anschlusstechnik, die auch unter erschwerten Bedingungen komfortabel handhabbar bleibt. Phoenix Contact als Partner der Bahnindustrie entwickelt solche innovative Technologien unter Berücksichtigung der bahnspezifischen Vorgaben und optimiert etablierte Lösungen in Bezug auf neue Standards und Zulassungen.

Dipl.-Ing. Klaus Firschke, Leiter Global Industry Management Traffic, Phoenix Contact GmbH & Co. KG, Blomberg

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