Digitale Transformation in der Elektronikentwicklung First time Right: Auf Anhieb wirklich perfekt?

Redakteur: Gerd Kucera

Unverständliche, unvollständige, ungenau übermittelte oder zu späte Informationen führen in der Elektronik-Produktentwicklung schnell zu Projektengpässen. Mühsame und teure Re-Designs sind dann nötig, um doch noch den Terminplan einzuhalten. Wie bereichsübergreifende Zusammenarbeit dank Digitalisierung einfach möglich ist.

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Joe Krolla, Siemens EDA: „Ein automatisierter digitaler roter Faden muss sich quer durch alle beteiligten Unternehmensbereiche ziehen.“
Joe Krolla, Siemens EDA: „Ein automatisierter digitaler roter Faden muss sich quer durch alle beteiligten Unternehmensbereiche ziehen.“
(Bild: Krolla)

Jeder Mensch macht mindestens einen Fehler pro Tag. Auch und gerade in der Entwicklung komplexer Produkte, die quer durch alle Branchen enorm unter internationalem Wettbewerbsdruck stehen. Eine Nullfehlerproduktion muss das ausgesprochene Projektziel sein. So lassen sich etwa Rückrufaktionen und Image-Verlust vermeiden. Allen voran erkannte die EDA-Industrie (Electronic Design Automation) diese Notwendigkeit schon in den 90er Jahren.

Die Crux bei der Zielerreichung: Produkte werden fortwährend komplexer, die Konsumentenansprüche legen stetig zu. Ein verketteter digitaler Informationsfluss ist heute, im Vergleich zu den 90er Jahren, technisch kein Problem mehr. Doch nicht selten mangelt es an der Erkenntnis und konsequenten Umsetzung in den Unternehmen, um dem 100%-Ziel auf den Fersen zu bleiben.

Ernüchternde Zahlen aus der Praxis

Und so sieht es heute in der Praxis aus: 50% aller komplexen Produkte erfordern mindestens eine zusätzliche Design-Iteration, um beispielsweise elektromechanische Probleme zu lösen. 68% der Unternehmen nennen die Synchronisierung von Elektronik-, Mechanik- und Simulationsdesign noch immer als eine der größten Herausforderungen im Produkt-Design. Diese Zahlen sind das Ergebnis des B2B-Analysten Aberdeen (Waltham, Massachusetts, USA).

17% der Projekte scheitern

Wie wichtig mittlerweile die durchgängige Zusammenarbeit aller an einem Projekt Beteiligten für das Produkt-Design ist, zeigen auch die Ergebnisse der Analyse von Lifecycle Insides (Austin, Texas): Die Wahrscheinlichkeit, dass in Systementwicklungen zusätzliche Kosten entstehen oder das Projekt den Markteinführungstermin verpasst liegt bei 58%. Hierin, so zeige es die Untersuchung, werden ein Drittel der Projekte nur mit Ressourcenaufstockung (davon 10% mehr Personal) rechtzeitig freigegeben. 17% aller Projekte werden annulliert. 28% der Projekte verfehlen den Termin zur Freigabe von Entwürfen. Nur bei 25% der Projekte erfolgt die rechtzeitige Freigabe ohne eine Ressourcen-Überlastung.

Alle Beteiligten müssen es frühzeitig wissen

Joe Krolla: „Für die Verantwortlichen entlang der Supply Chain ist es wichtig, dass alle Informationen frühzeitig erfasst und an alle Beteiligten rechtzeitig zur Verfügung gestellt werden. Ein automatisierter digitaler roter Faden muss sich quer durch alle beteiligten Unternehmensbereiche ziehen. Gleichgültig in welcher Branche. Als EDA-Veteran der 90er Jahre weiß ich, das ist möglich.

Tools dafür gibt es. Was aber fehlt, ist das konkrete Wissen zur Umsetzung, zum Nutzen und zur Wirtschaftlichkeitsberechnung. Das sogenannte First-Time-Right-Prinzip und die Digitale Transformation helfen dabei. Aus diesem Grund veranstalten wir das kostenlose Webinar „Digitale Transformation wird in der Elektronikentwicklung zur Pflicht“ in Kooperation mit der ELEKTRONIKPRAXIS. Es soll zeigen, wie sich in der interdisziplinären Produktentwicklung die richtigen Entscheidungen frühzeitig treffen lassen. Besonders wichtig ist das gerade jetzt in den Zeiten der Bauteileknappheit, die uns noch geraume Zeit beschäftigen wird.“

Transparenz per Mausklick

Das Webinar findet statt am 22. September 2021 um 10 Uhr. Zielgruppen sind Einkauf, Hardware/Software-Entwicklung, FPGA-Entwicklung, Mechanik, Elektrik, Fertigung und weitere Disziplinen bis hin zum Life Cycle Management – in der Systementwicklung müssen diese Abteilungen ganzheitlich und eng zusammenarbeiten.

Im Webinar lernen Sie, wie eine digitale Tool-Kette alle Prozesse ganzheitlich integriert und die Bedeutung der Digitalen Transformation für die Elektronikenwicklung.

  • Praktische Beispiele zur Umsetzung eines Digitalen Fadens von der Idee bis zur Fertigung.
  • Ökosysteme zur Unterstützung von frühen Entscheidungen.
  • Resultate der Digitalen Transformation.
  • Was weiterhin noch auf Sie zukommt.

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