Suchen

Smartphones Firefox-Betriebssystem für Handys geht 2013 an den Start

| Redakteur: Franz Graser

Neben den beiden Giganten iOS und Android buhlt eine Reihe weiterer Betriebssysteme um Marktanteile im Smartphone-Markt. Insbesondere auf die Nutzer in Schwellenländern zielt das leichtgewichtige Firefox OS.

Firma zum Thema

Das Smartphone-Betriebssystem Firefox OS macht offenbar große Fortschritte und soll bereits kommendes Jahr in Brasilien seine kommerzielle Premiere erleben.
Das Smartphone-Betriebssystem Firefox OS macht offenbar große Fortschritte und soll bereits kommendes Jahr in Brasilien seine kommerzielle Premiere erleben.
(Bild: Mozilla Foundation)

Die Mozilla Foundation hat bereits im vergangenen Jahr mit ihrem Projekt „Boot to Gecko“ (B2G) begonnen, das als freie Alternative zu den bereits existierenden Betriebssystemen für Mobilgeräte dienen soll.

Das System ist sehr leichtgewichtig angelegt. Als Kernbestandteile dienen ein Linux-Kernel und Mozillas Browser-Engine Gecko – daher auch der Projektname „Boot to Gecko“. Applikationen sollen auf Webtechniken wie HTML5 und Javascript basieren. Daher entfalle nach Aussage der Mozilla-Evangelisten die Notwendigkeit für umfangreiche Middleware-Schichten, und das System stelle geringere Anforderungen an den Prozessor und den Speicher.

Laut Mozilla sollen 256 Megabyte Hauptspeicher ausreichen, um das System in einer akzeptablen Geschwindigkeit zu betreiben. Damit würde sich die Plattform insbesondere für preiswerte Handsets eignen, die auch für eine große Zahl von Nutzern in Schwellenländern erschwinglich sind.

Da Firefox OS komplett auf Webtechniken aufsetzt, gibt es bei einigen Anwendungstypen allerdings technische Kopfnüsse zu lösen. Das Sicherheitsmodell des Web macht es zum Beispiel schwierig, einen Mail-Client zu programmieren, der offline funktioniert. Mozilla-Evangelist Christian Heilmann erwartet jedoch nicht, dass dadurch die Marktchancen des Systems in Schwellenländern geschmälert werden. Heilmann sagte dem US-Dienst Ars Technica, dass E-Mail in Ländern wie Brasilien keine so hohe Priorität habe. Dort sei zum Beispiel das Text-Messaging weitaus wichtiger. Zudem werde es kein Problem sein, webbasierte Maildienste zu nutzen.

Es gibt schon eine Reihe von Netzbetreibern, die Geräte mit Firefox OS vertreiben wollen. Den ersten Schritt wird voraussichtlich der weltweit operierende Telefonkonzern Telefonica machen. Dessen brasilianische Tochter Vivo wird im kommenden Jahr das erste Handy mit Firefox OS auf den Markt bringen. Zu den weiteren Netzbetreibern, die ihre Unterstützung angekündigt haben, zählen die Deutsche Telekom, die Telecom Italia, der norwegische Telenor-Konzern, der US-Konzern Sprint sowie Etisalat aus Abu Dhabi.

Thomas Kiessling, der Chief Product and Innovation Officer der Telekom, begründet die Unterstützung für das Projekt folgendermaßen: „Wir glauben, dass Firefox OS für Offenheit, Innovation und mehr Wettbewerb steht und Teil eines wachsenden Ökosystems um HTML5 und Cloud-Dienste ist.“

Die ersten Geräte für Firefox OS werden von den chinesischen Herstellern TCL und ZTE produziert werden. Als zentrale Recheneinheit wird ein Snapdragon-Prozessor von Qualcomm zum Einsatz kommen.

Mozilla hofft, dass der freie und offene Charakter des Projekts sowohl bei Entwicklern als auch bei Anwendern auf Gegenliebe stößt. Die Programmierer können zu jeder Zeit Einblick in den Code nehmen, der Entwicklungsprozess ist daher komplett transparent.

(ID:34420720)