Fenster verdunkeln sich von selbst und erzeugen dabei Wärme

| Redakteur: Hendrik Härter

Einen Prototyp des selbstverschattenden Fensters präsentiert Doktorand Benjamin Heiz aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Lothar Wondraczek.
Einen Prototyp des selbstverschattenden Fensters präsentiert Doktorand Benjamin Heiz aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Lothar Wondraczek. (Bild: Uni Jena)

Materialforscher aus Jena haben eine spezielle Flüssigkeit mit magnetischen Eisenpartikeln angereichert. Damit lassen sich Fenster verdunkeln und dienen gleichzeitig als Solarthermieanlage.

Materialforscher der Friedrich-Schiller-Universität Jena haben im Rahmen des Forschungsprojekts LaWin (Large Area Fluidic Windows) eine Flüssigkeit mit magnetischen Eisenpartikeln angereichert, um damit ein sogenanntes Fluidfenster zu entwickeln. Abhängig von der Menge der in der Flüssigkeit enthaltenen Eisenpartikeln nimmt die Flüssigkeit einen unterschiedlich starken Grauton an oder verfärbt sich komplett schwarz. Koordiniert wird das Projekt von Prof. Dr. Lothar Wondraczek.

Fenster als Solarthermieanlage

Zusätzlich wird einfallendes Sonnenlicht zunehmend stark absorbiert, wodurch sich die Flüssigkeit erwärmt. Der erzielbare Wärmegewinn pro Fläche sei vergleichbar mit dem üblicher solarthermischer Anlagen. Und im Gegensatz zu herkömmlichen Solarthermieanlagen können die Systeme in die vertikale Fassade integriert werden. Das Schalten - also das Zu- oder Abführen der Partikel in die Flüssigkeit - erfolgt dabei in einem separaten Tank. Ein elektrischer Anschluss am Fenster ist anders als in bisherigen Techniken nicht nötig.

Der Vorteil großflächiger Fluidikfenster besteht vor allem darin, dass sie Klimaanlagen, Verschattungssysteme und beispielsweise die Warmwasseraufbereitung in einem ersetzen können. Hierfür sei die Entwicklung entsprechender großformatiger Glasbauteile zu möglichst niedrigen Kosten der Schlüssel. Die Gläser müssen einerseits die Kanäle enthalten, andererseits über die gesamte Lebensdauer eines Gebäudes unverändert stabil bleiben und sich zudem mit geringem Aufwand in herkömmliche Rahmen von Zwei- oder Dreifachverglasungen integrieren lassen.

Dass die drei Aspekte erfüllt werden, konnte das Forschungskonsortium anhand von Prototypen mit einer Gesamtfläche von rund 200 Quadratmetern demonstrieren.

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posted am 22.01.2018 um 16:12 von Unregistriert


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