Chipmangel Fehlende Teile: Opel schließt Werk in Eisenach bis Jahresende

Redakteur: Michael Eckstein

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Das Kompakt-SUV Grandlander ist eines der Modelle, die Opel in seinem Werk in Eisenach fertigt.
Das Kompakt-SUV Grandlander ist eines der Modelle, die Opel in seinem Werk in Eisenach fertigt.
(Bild: Opel Automobile GmbH)

Wegen Lieferengpässen bei wichtigen Bauteilen schließt Autobauer Opel sein Werk im thüringischen Eisenach von kommender Woche an vorerst bis zum Jahresende. „Die globale Automobilindustrie befindet sich aufgrund der anhaltenden Pandemie und einem weltweiten Mangel an Halbleitern in einer Ausnahmesituation. In dieser anspruchsvollen und unsicheren Lage plant Stellantis, Anpassungen der Produktion vorzunehmen“, begründete ein Sprecher des zum europäischen Großkonzern Stellantis gehörenden Herstellers am Donnerstag den Schritt. Zunächst hatte die „Automobilwoche“ berichtet.

Betroffen von der vorübergehenden Schließung des Werks in Thüringen sind nach Angaben des Sprechers 1300 Mitarbeiter. „Für die Beschäftigten ist Kurzarbeit vorgesehen, um die Maßnahme sozialverträglich zu gestalten.“

Auswirkungen lassen sich kaum abschätzen

Wie viele Fahrzeuge durch den monatelangen Stillstand nun nicht vom Band rollen werden, lasse sich schwer abschätzen, da die Produktion wegen Lieferengpässen und langen Lieferzeiten ohnehin bereits reduziert gewesen sei. Die gesamte Automobilindustrie hat seit einiger Zeit mit Lieferschwierigkeiten bei Halbleitern zu kämpfen.

Ein konkretes Datum für die Wiederaufnahme der Produktion in dem Werk wollte der Sprecher auf Nachfrage nicht nennen. Anfang 2022 solle die Produktion des SUV Grandland in Eisenach wieder anlaufen, sofern es die Lieferketten erlaubten.

Die gesamte Branche ist betroffen – besonders die Zulieferer

Immer wieder kommt es

auch bei anderen Autoherstellern zu Produktionsausfällen wegen fehlender Chips und Teile- beziehungsweise Materialmangel. Zuletzt waren beziehungsweise sind Werke von Volkwagen in Wolfsburg, Skoda in Mlada Boleslav sowie in Kvasiny in der Tschechei, Ford in Köln und Mercedes in Bremen, Rastatt sowie im ungarischen Kecskemét und teils in Sindelfingen betroffen.

Besonders heftig trifft die derzeitige Situation die Zulieferer im Automotive-Markt. Der Grund: Anders als die Autohersteller könnten die Zulieferbetriebe Ausfälle kaum über höhere Preise ihrer Produkte ausgleichen, erklärt Marcus Kleinfeld von Alix Partners. Fast als Bestätigung hatte Faurecia/Hella seine Jahresziele gedrückt.

Das Beratungsunternehmen hat letzte Woche in München eine Analyse zu den Folgen des weltweiten Halbleitermangels vorgelegt. Demnach wird die weltweite Autoindustrie in diesem Jahr einen Umsatzrückgang von rund 179 Millionen Euro (210 Mrd. US-Dollar) verkraften müssen. Alix Partners schätzt, dass bis zu 7,7 Millionen Autos dieses Jahr nicht gebaut werden – noch im Mai waren die Analysten von einem halb so hohen Wert ausgegangen.

Mit Material von dpa

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