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Fahrzeug-Display: Programmierbare Texturen und haptische Effekte

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Programmierbare Texturen und haptisches Feedback eines Touchdisplays im Auto lassen sich individuell über Software gestalten. Physische Tasten sind nicht mehr notwendig. Selbst das Lenkrad oder die Türgriffe können einbezogen werden.

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Benutzererlebnis der besonderen Art: Das Display lässt sich mit programmierbaren Texturen und haptischen Feedback individuell gestalten.
Benutzererlebnis der besonderen Art: Das Display lässt sich mit programmierbaren Texturen und haptischen Feedback individuell gestalten.
(Bild: Tanvas)

Gerade beim Autofahren möchte man sich nicht ablenken lassen. Das trifft vor allem dann zu, wenn man das Touchdisplay bedient, ohne dass man hinschaut. Hier kommt die Multitouch-Haptik ins Spiel. Tanvas hat ein spezielles piezo-freies, nicht vibrierendes Multitouch-Display entwickelt, das in Fahrzeugen verwendet werden kann. Automobilhersteller haben mit dem Display die Möglichkeit, individuelle, programmierbare Texturen und haptische Effekte auf der glatten Glasoberfläche des Bildschirms zu bringen.

Das Display ist eine Kooperation zwischen Tanvas und Innolux, es misst 15 Zoll in der Diagonalen. Herzstück ist die TanvasTouch-Technik. Sie bietet eine große Vielfalt an softwaredefinierten Texturen und haptischen Effekten, die der Benutzer durch einfaches Streichen mit dem Finger ertasten kann. Über die so erzeugten Oberflächen können künftig physische Tasten und Drehknöpfe im Auto ersetzt werden. Der Fahrer muss seinen Blick nicht mehr von der Straße abwenden, wenn er bestimmte Funktionsbereiche auf dem Display aktivieren will.

Wie TanvasTouch funktioniert

Halbleitertechnik verwendet ein elektrisches Feld. Bewegt sich ein Finger über die Oberfläche des Displays, erzeugt die Oberflächenmodulation jetzt Reibung. Damit hat mein einen idealen Ersatz geschaffen, um die traditionelle vibro-taktile Haptik im Auto zu ersetzen. Denn die neue Technik verwendet keine beweglichen Teile und erzeugt keine Vibrationen und damit verbundene Störgeräusche. Dämpfende Elemente müssen somit auch nicht mehr im Display verbaut werden. Darüber hinaus ergeben sich neue Fertigungsoptionen, die es den Automobilherstellern ermöglichen, das Design und die Haptik des Fahrzeuginnenraums neu zu gestalten.

Im Gegensatz zur elektromechanischen Haptik lässt sich die Touch-Haptik von Tanvas in jedem Displayformat einbauen, einschließlich großer und gewölbter Displays. Selbst beliebig geformte Oberflächen sind möglich. Zu den geeigneten Substraten gehören Glas, Kunststoff, Metall, Keramik und natürliche Oberflächen. Mehr noch: Die Technik erlaubt ein einheitliches Berührungserlebnis auf verschiedenen Oberflächen – nicht nur auf dem Bildschirm, sondern auch auf dem Lenkrad, dem Türgriff und sogar der Polsterung.

Automobilhersteller können TanvasTouch in folgenden Kombinationen implementieren:

  • Eine proprietäre Controller-Lösung, die Multitouch-Sensorik und Haptik-Steuerung realisiert. Diese kann in verschiedenen Ausführungen geliefert werden, unter anderem als IC oder als Modul.
  • Eine Konvertierung des Multitouch-Sensorpanels in eine kombinierte Multitouch- und Haptik-Komponente für beliebige Oberflächen.

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