VDE-Trendreport Fällt Industrie 4.0 aus?

Redakteur: Margit Kuther

Industrie 4.0 soll nicht vor 2025 kommen, so der VDE. Die größten Bremsklötze sind IT-Sicherheitsprobleme, fehlende Normen und Standards.

Industrie 4.0: Erst ab 2025 Lokomotive für den Standort Deutschland?
Industrie 4.0: Erst ab 2025 Lokomotive für den Standort Deutschland?
(Bild: Erich Westendarp, pixelio.de)

Industrie 4.0 wird kommen, allerdings nicht vor 2025. Acht von zehn Unternehmen und Hochschulen sehen dies so, nur eine Minderheit (zwei von zehn) glaubt an eine frühere Realisierung.

Die größten Bremsklötze sind IT-Sicherheitsprobleme, fehlende Normen und Standards sowie der hohe Qualifizierungsbedarf.

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47% der Befragten meinen, die Hochschulen sind auf Industrie 4.0 nicht gut vorbereitet. Nachholbedarf bei der Qualifizierung mahnen vor allem die Hochschullehrer an. Dies sind Ergebnisse des neuen VDE-Trendreports, einer Umfrage unter den 1300 VDE-Mitgliedsunternehmen und Hochschulen. Vier von zehn Befragten glauben, dass Industrie 4.0 einen wichtigen Pfad zur Re-Industrialisierung Europas eröffnet. In der Frage, ob die Revolutionierung der Produktionsprozesse mehr Arbeitsplätze schafft, ist die Hälfte unentschieden.

Industrie 4.0 wird den Wirtschaftsstandort Deutschland stärken

73% der befragten Unternehmen und Hochschulen sind allerdings der Meinung, dass Industrie 4.0 den Wirtschaftsstandort Deutschland stärken wird. Fünf von zehn sprechen Deutschland eine führende Stellung bei der intelligenten Produktionstechnologie zu. Profitieren werden insbesondere die Branchen Automobilbau (65%), Maschinenbau (55%) sowie die Elektrotechnik (48%) und die IKT-Branche (31%).

Von den Smart Factories versprechen sich 75% eine größere Flexibilität. 60% erhoffen sich mehr Effizienz im Verbrauch von Ressourcen, speziell von Energie (42%). Kostenvorteile erwarten 45% der Befragten, Einflüsse auf die Qualität der Produkte oder die Störanfälligkeit der Prozesse dagegen nur eine Minderheit.

Über den VDE-Trendreport

An der Umfrage unter den 1300 VDE-Mitgliedsunternehmen und Hochschulen nahmen insbesondere Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland (90%) teil. Etwa die Hälfte der befragten Unternehmen zählt bis 100 Mitarbeiter. Der Anteil der Ingenieure an der Belegschaft liegt in den befragten Unternehmen bei knapp 17%. Die meisten Unternehmen ordnen sich der Elektrotechnik zu (48%).

Die Branchen Energietechnik, Elektronik und IKT folgen mit Anteilen zwischen 19% und 26%. 79% der befragten Hochschullehrer kommen aus Fachhochschulen, 21% aus Universitäten. Elektrotechnik ist der häufigste Fachbereich (44%), gefolgt von Elektro- und Informationstechnik (24%). Die Studie kann für 250 Euro im InfoCenter unter www.vde.com bestellt werden. Für VDE-Mitglieder und für Journalisten ist sie kostenlos.

Über den VDE

Der Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik (VDE)hat 36.000 Mitglieder (davon 1300 Unternehmen, 8000 Studierende, 6000 Young Professionals) und 1100 Mitarbeiter. Der VDE vereint Wissenschaft, Normung und Produktprüfung unter einem Dach. VDE-Tätigkeitsfelder sind der Technikwissenstransfer, die Forschungs- und Nachwuchsförderung der Schlüsseltechnologien Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik und ihrer Anwendungen.

Die Sicherheit in der Elektrotechnik, die Erarbeitung anerkannter Regeln der Technik als nationale und internationale Normen, Prüfung und Zertifizierung von Geräten und Systemen sind weitere Schwerpunkte. Das VDE-Zeichen kennen 63% der Bundesbürger. Die Technologiegebiete des VDE: Informationstechnik, Energietechnik, Medizintechnik, Mikroelektronik, Mikro- und Nanotechnik sowie Automation.

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