„Fab-in-a-box“ macht flexible Elektronik zum günstigen Massenprodukt

Redakteur: Julia Schmidt

PragmatIC, ein Unternehmen, das auf extrem kostengünstigen flexible Elektronik spezialisiert ist, hat bekannt gegeben, dass die erste FlexLogIC „fab-in-a-box“ jetzt in seinem Werk in Sedgefield, UK, installiert und in Betrieb genommen wurde.

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FlexLogIC ist ein in sich geschlossenes, vollautomatisches System für die Herstellung von günstigen, dünnen und flexiblen integrierten Schaltungen.
FlexLogIC ist ein in sich geschlossenes, vollautomatisches System für die Herstellung von günstigen, dünnen und flexiblen integrierten Schaltungen.
(Bild: PragmatIC)

Das Unternehmen PragmatIC gewann 2017 eine Ausschreibung der britischen Regierung, die insgesamt 15 Millionen Pfund für die Entwicklung von Technologien zur Förderung zukünftiger Produkte, Dienstleistungen und Industrien zu Verfügung gestellt hatte. Mit dem gewonnen Anteil wird das Projekt PlasticARMPit finanziert, einem gemeinsamen Forschungsprojekt von ARM, PragmatIC, Unilever und der University of Manchester. ARM ist außerdem ein Anteilseigner von PragmatIC, das seien Sitz in Cambridge in England hat.

Im Rahmen des Projekts arbeitet man an einer NNP-Engine (neural network processing engine) aus Kunststoff, die auf die jeweilige Anwendung speziell zugeschnitten werden kann. Der kuriose Name „PlasticARMPit“ erklärt sich über den Prototypen, an dem das Konzept demonstriert werden soll. Dabei handelt es sich um einen flexiblen E-Nasen-Sensor-Array und einem Kunststoff-NN besteht, das unter der Achselhöhle getragen werden kann, um wichtige chemische Komponenten im menschlichen Geruch zu erkennen und damit ein wichtiges Problem für die Deodorant-Industrie anzugehen.

Ein vollautomatisches System für die Herstellung von günstigen, dünnen und flexiblen integrierten Schaltungen

Inzwischen ist PragmatIC allerdings viele Schritte weiter und hat sich zum einem Experten für günstige flexible Elektronik entwickelt. FlexLogIC ist ein in sich geschlossenes, vollautomatisches System für die Herstellung von günstigen, dünnen und flexiblen integrierten Schaltungen (FlexICs) mit hohem Durchsatz. Im Gegensatz zur traditionellen Siliziumindustrie soll FlexLogIC einen ganz anderen Ansatz bei der IC-Fertigung bieten, der für die Stückzahlen für den Massenmarkt geeignet ist. Sie zeichnet sich durch einen flexiblen, modularen Aufbau aus. Zudem sind die nötigen Investitionen, für eine solche Fabrik um ein vielfaches geringer als bei einer neuen Silizium-IC-Fabrik.

Laut PragmatIC eröffnet FlexLogIC so das Potenzial für ein kostengünstiges, hochskalierbares Fertigungsmodell, dass den Anforderungen, an die Einbettung von Elektronik in Alltagsgegenstände in großen Stückzahlen gerecht wird. Der Produktionszyklus für individuelle Produkte könne so, von über einem Monat, wie für integrierte Schaltungen auf Silizium-Basis, auf weniger als einen Tag reduziert werden.

Damit könnten neue flexible elektronische Lösungen viel schneller entwickelt, getestet und auf den Markt gebracht werden, womit sich auch das finanzielle Riskio drastisch reduziert.

„Wir freuen uns über die Inbetriebnahme unseres ersten FlexLogIC-Systems“, sagt Scott White, CEO von PragmatIC. „Wir haben bereits FlexICs für die Qualifizierung von Montageprozessen geliefert und konzentrieren uns nun darauf, unsere Produktion zu erhöhen, um die Nachfrage nach Anwendungen von einigen der weltweit größten Consumer Brands erfüllen zu können".

Das FlexLogIC-System bietet unter anderem die Automatisierung des gesamten Materialhandlings, um einen optimalen Durchsatz und eine vollständige Wiederholbarkeit des Prozesses zu gewährleisten; dazu eine intelligente Softwaresteuerung aller Prozessabläufe, Inline-Überwachung und detaillierte Materialrezepturen, für eine zuverlässige Produktion mit minimalem Bedienereingriff. Es handelt sich um eine in sich geschlossene, saubere Umgebung, für eine hohe Produktionsausbeute auch bei Merkmalgrößen unter einem Mikrometer. Damit ist es nur noch eine Frage der Zeit bis entsprechende, bezahlbare Produkte auch im normalen Alltag der Verbraucher angekommen sind.

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