Suchen

Elektronikfertigung Ex-Siemens-Tochter mausert sich als Leesys zu vollwertigem EMS-Anbieter

| Redakteur: Franz Graser

Unter dem Namen Leesys – Leipzig Electronic Systems GmbH – beginnt die frühere Siemens Enterprise Communications Manufacturing (SECM) ein neuer Lebensabschnitt. Schon jetzt konkurriert der EMS-Dienstleister erfolgreich mit Asien.

Firma zum Thema

Die sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Professorin Sabine von Schorlemer (links), begutatchtet eine Baugruppe. Rechts: Leesys-CEO Jörg Friedrich. In der Mitte: Thomas Scheidhauer von der Qualitätssicherung.
Die sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Professorin Sabine von Schorlemer (links), begutatchtet eine Baugruppe. Rechts: Leesys-CEO Jörg Friedrich. In der Mitte: Thomas Scheidhauer von der Qualitätssicherung.
(Bild: Leesys)

Mit der Umfirmierung zu Leesys ist ein weiterer Schritt zur Eigenständigkeit vollzogen worden: Die SECM wurde 2005 aus der Siemens AG ausgegliedert. Vier Jahre später entschloss sich das Unternehmen, nicht mehr ausschließlich Telekommunikationskomponenten für Siemens Enterprise Communications und den Funkmodul-Anbieter Cinterion zu fertigen. Seither wurden ein eigener Vertrieb aufgebaut und Neukunden angeworben.

„SECM war dadurch in der Lage, das eigene Gewicht als Partner für Dritte im EMS-Markt zur Geltung zu bringen“, berichtet Jörg Friedrichs, Geschäftsführer des Leipziger Traditionsunternehmens. „Der neue Name und unser neuer, moderner Markenauftritt werden auch die Wahrnehmbarkeit im Markt erhöhen“, ist Friedrich überzeugt.

Vera Meyer, die seit einigen Jahren als Vertreterin der Muttergesellschaft die SECM „mit wachsendem Respekt vor der klugen und unbeirrten Erschließung neuer Märkte“ auf ihrem Weg begleitete, sagte: „Das Unternehmen ist jetzt an dem Punkt, wo es mit starker, eigener Identität erfolgreich im Markt agieren kann. Zugleich bedeutet ‚Leipzig Electronic Systems’ als Name ein Bekenntnis zum Standort Leipzig, wo vor beinahe 100 Jahren das Vorgänger-Unternehmen gegründet wurde.“

Hauptauftraggeber bleiben zwar Siemens Enterprise Communciations und Cinterion. Aber inzwischen konnte Leesys weitere prominente deutsche Unternehmen als Kunden gewinnen. Sphairon und neuerdings die devolo AG zählen zu den wichtigsten. Für Sphairon wird bereits produziert, für devolo beginnt im August 2012 die erste Vorserie.

Der Auftrag ist bemerkenswert, denn dieses Unternehmen lässt gewöhnlich in Asien fertigen und vertraut nun Leesys einen Teilauftrag an. „Das ist ein Ergebnis besonderer Anstrengungen des Vertriebs und der Produktion. Es zeigt, dass in dieser Branche „Made in Germany“ und der Leipziger Standort auch im Vergleich mit Asien durchaus interessant sind“, sagte Heiko Harbers, Vorstand der Aachener devolo AG. Er war nach Leipzig gekommen, um ein erstes Muster der für sein Unternehmen gefertigten Flachbaugruppe entgegenzunehmen.

Außer der feierlichen Vorstellung des neuen Namens wurde heute bei Leesys eine hochmoderne Fertigungslinie für die Bestückung offiziell in Betrieb genommen. Diese neue, flexible Linie ermöglicht ein schnelles Umrüsten und damit eine schnelle Reaktion auf Kundenwünsche.

Staatsministerin Prof. Sabine von Schorlemer (CDU), die die Ressorts Wissenschaft und Kunst sowie die Technologieförderung im Freistaat Sachsen verantwortet, zeigte sich erfreut darüber, dass sich auch bei Leesys zeige, dass „der Standort Sachsen mit seiner Fertigungs- und Entwicklungskompetenz mit Asien konkurrieren kann“.

Die Ministerin nahm mit Interesse zur Kenntnis, dass Leesys sich nun auch auch bei der Entwicklung von neuen Produkten engagiert. Mit der Stuttgarter Firma TES Electronic Solutions als Partner steht Leesys in der Vorbereitung für die gemeinsame Entwicklung eines Produkts der nächsten Generation. Die Ministerin verwies auf Technologiefördermittel, die für die Region Leipzig in der nächsten Zeit noch zur Verfügung stehen: „Ich kann Sie deshalb nur ermutigen, auch zu entwickeln und zu forschen. Sie sichern damit Ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit“. Und Jürgen Zeller, CEO bei TES Electronic Solution, sah es ebenfalls so: „Wer nicht innovativ ist, der verliert den Anschluss. Wir freuen uns auf eine gute Entwicklungspartnerschaft mit Leesys“.

Leesys betreut mit etwa 400 eigenen Mitarbeitern und rund 180 Mio. Euro Jahresumsatz eine wachsende Zahl von Kunden und schreibt seit 2010 schwarze Zahlen. Gemessen an aktuellen Branchen-Rankings gehört der Betrieb zu den Top 20 der europäischen Unternehmen im EMS-Segment.

(ID:34486350)