LED-Hersteller

Everlight hofft auf leichte wirtschaftliche Erholung im kommenden Jahr

| Redakteur: Franz Graser

Daniel Jo, Vice President für den Auslandsvetrieb beim LED-Hersteller Everlight „Die Verbraucher verstehen die Stärken der Leuchtdiode immer besser“
Daniel Jo, Vice President für den Auslandsvetrieb beim LED-Hersteller Everlight „Die Verbraucher verstehen die Stärken der Leuchtdiode immer besser“ (Bild: Everlight)

Der taiwanische LED-Spezialist Everlight sieht Deutschland als Motor im Europa-Geschäft. Daniel Jo, Vice President für den internationaken Vertrieb bei Everlight, erwartet aber auch verstärkte Aktivitäten in China und Russland.

Was zeichnet Ihr Unternehmen besonders aus?

Everlight ist einer der wenigen Optoelektronik-Anbieter, der eine ganze Reihe von LED-Applikationen anbieten kann und gleichzeitig die volle Kontrolle über seine Produktionsanlagen hat. Unsere Kompetenz im eigenen Haus erlaubt uns die Fertigung und die nötige Qualitätskontrolle, um schnell und mit kurzen Antwortzeiten auf die Nachfrage reagieren zu können.

Die andere Stärke ist unser breites Produkt-Portfolio von LED-Komponenten bis hin zu Produkten für den Endverbraucher, und das wollen wir natürlich ausnutzen, um unseren Markt zu erweitern. Unsere Idee ist es, die richtige LED für den richtigen Anwendungszweck anzubieten.

Was ist Ihre wichtigste Technologie?

Wir bieten ja eine sehr breite Produktpalette von High-Power-LEDs, Lampen, Surface-Mount-Device-LEDs, Beleuchtingsmodulen, digitalen Displays, Infrarot-LEDs, Hintergrundbeleuchtung, Optokopplern und Sensoren für verschiedenste Anwendungen. Jedes Produkt hat seine ganz eigene Technologie, zum Beispiel haben wir eine einzigartige Technik für den Active Pixel Sensor entwickelt, der bereits breite Anwendung in Smartphones, PDAs und Notebooks gefunden hat. Wir treiben auch einen hohen Entwicklungsaufwand für Beleuchtungskomponenten, um die Lichtleistung, die Energieeffizienz, die Farbwiedergabe und das Temperaturmanagement zu verbessern. Das sind alles wichtige Technologien.

Können Sie uns etwas zur Unternehmensgeschichte erzählen?

Everlight wurde 1983 in Taipei, der Hauptstadt von Taiwan, gegründet. Die Aktie wird seit 1997 an der Börse von Taipei notiert. Wir spielen eine wichtige Rolle beim Aufbau der globalen LED-Industrie und sind ein führender Anbieter geworden, da wir uns der Forschung und Entwicklung, der eigenen Fertigung, sowie Qualität und einem globalen Kundenservice verschrieben haben. Wir sind ein weltweit tätiges Unternehmen mit 6400 Mitarbeitern und unterhalten Niederlassungen in aller Welt, um sofortigen Kundenservice und prompte Lieferungen sicherstellen zu können. Wir haben Büros in Hong Kong, Japan, Südkorea, Singapur, Malaysia, Indien, Deutcshland, Schweden, den USA und Kanada. Unsere Fabriken befinden sich in China in Suzhou und Guangdong und in Taiwan in Tu-Cheng und Yuan-Li.

Hat sich Ihre Geschäftstätigkeit im Laufe der letzten Jahre verändert?

Wir sehen, dass LEDs immer stärker von der Öffentlichkeit akzeptiert werden – nicht zuletzt durch die Förderung verschiedener Regierungen. Die Menschen verstehen die Stärken von LED-basierten Beleuchtungslösungen wie die Energieeinsparung und die Umweltfreundlichkeit immer besser. Allerdings ist der LED-Markt derzeit hart umkämpft und auch preissensitiv, denn die Chancen, die sich hier offenbaren, ziehen weltweit viele Wettbewerber an.

Was erwarten Sie sich für die kommenden 24 Monate?

Wir werden unsere Qualität stetig verbessern, die Bekanntheit der Marke stärken und uns neue Vertriebskanäle erschließen. Mit dem Vorteil einer eigenen Fertigung und der dadurch möglichen Kostenkontrolle können wir auch weiterhin unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern, indem wir unsere Produktpalette ausbauen.

Wie wichtig ist der deutsche Markt für Sie?

Everlight unterhält bereits seit einigen Jahren eine deutsche Niederlassung. Wir sehen Deutschland wegen seiner geografischen Lage und der wirtschaftlichen Potenz als sehr wichtigen Markt an. Von hier aus entwickeln wir unser Europa-Geschäft. Wir haben ein Patentabkommen mit Osram und helfen uns so gegenseitig bei der Entwicklung der LED-Technik. Unsere Kunden müssen sich also keine Sorgen über die Patentlage machen.

Wie sehen Sie die Lage der Weltwirtschaft im kommenden Jahr?

Wir erwarten, dass sich die Nachfrage in Europa und USA erholt und wieder ein Stück weit auf den Stand vor der Rezession zurückkehrt. Wir werden aber auch in Ländern unsere Chancen nutzen, in denen die Regierungen den Gebrauch von LEDs fördern, um herkömmliche Leuchtmittel zu ersetzen – so etwa in Russland oder China. Wir werden aber unsere bestehenden Märkte wie Europa und die USA nicht vernachlässigen.

Ist die Konkurrenz aus China eine Gefahr für Sie?

Die meisten Wettbewerber aus der VR China haben den Vorteil des günstigeren Preises. Aber nicht alle liefern Produkte von derselben Qualität und Stabilität wie Everlight. Es kann schon sein, dass manche Kunden aufgrund des Preisvorteils in China einkaufen. Aber wir haben die Erfahrung gemacht, dass sie zu uns zurückkommen, da sie zuverlässige Produkte brauchen. Gleichzeitig haben wir ein ehrgeiziges internes Programm zur Kostenkontrolle aufgelegt, um unsere Produkte wettbewerbsfähiger zu machen.

Everlight ist auf der diesjährigen electronica in Halle A3 am Stand 307 vertreten.

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