DMASS-Statistik Europas Halbleitermarkt wächst zweistellig – außer in Deutschland und Italien

Redakteur: Margit Kuther

Die Gewinner im europäischen Halbleitermarkt sind Israel und die Türkei mit 30 Prozent Wachstum. Schlusslicht ist Deutschland mit einer Steigerung von lediglich 5,8 Prozent.

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Georg Steinberger: „DMASS ist der Auffassung, dass 2015 auf eine sehr gesunde Art und Weise begonnen hat.“
Georg Steinberger: „DMASS ist der Auffassung, dass 2015 auf eine sehr gesunde Art und Weise begonnen hat.“
(Bild: Avnet)

UK, die iberische Halbinsel, Österreich und Osteuropa sind mit überdurchschnittlichem Wachstum die Gewinner im Halbleitermarkt 2015, so die Studie von DMASS (Distributors' and Manufacturers' Association of Semiconductor Specialists).

Die im DMASS zusammengeschlossenen Distributoren und Hersteller von Halbleitern starteten überraschend stark ins Jahr 2015 und konnten so den positiven Trend von 2014 fortsetzen. Dabei berichtet DMASS ausschließlich über industrielle Halbleiterumsätze, der Sektor PCs ist nicht erfasst.

Laut DMASS wuchsen die Umsätze der Halbleiterdistribution im 1. Quartal 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13,3% auf 1,82 Mrd. Euro – der höchste, aufgezeichnete Quartalsumsatz seit der Einführung des Euro im Jahr 2002.

Europa profitiert vom Wechselkurs Euro / US-Dollar

Der größte Teil des Wachstums ist auf den massiven Schwung des Wechselkursverhaltens hinsichtlich Euro / US-Dollar zurückzuführen, bei dem der Euro 17% seines Wertes im Vergleich zum 1. Quartal 2014 verlor. Da ein erheblicher Teil der Rechnungstellung für europäische Kunden in US-Dollar erfolgen, ist ein künstlicher Wachstumseffekt von rund 50% des Gesamtwachstums im ersten Quartal festzustellen.

Georg Steinberger, Vorsitzender von DMASS kommentiert: “Das ist das Gegenteil von dem, was wir vor einigen Jahren gesehen haben, als der Euro immer stärker und stärker wurde. Wir schätzen, dass ca. 50% des Wachstums ausschließlich auf den Währungseffekt beruht, hervorgerufen von Kunden, die in US-Dollar kaufen, oder durch Preiserhöhungen, entspechend zum Dollar/Euro-Aufschwung.“

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„Doch selbst unter Vernachlässigung der Wechselkurseffekte kann sich der Distributionsmarkt über ein stabiles Umsatzwachstum freuen. Nachteilig dürfte sich sicherlich eine Welle von Preiserhöhungen von ausländischen Lieferanten weltweit auswirken, die versuchen werden, ihre Wechselkurseffekte zu kompensieren.“

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