Klimaneutralität Europäische CEOs unterstützen EU-Green-Deal und CO2-Bepreisung

Redakteur: Stefan Guggenberger

Die European-CEO-Alliance fordert eine stärkere Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen Sektor und der Industrie, um die Klimaziele der EU zu erreichen. Als zentrales Element begrüßen die Wirtschaftsführer eine stärkere CO2-Bepreisung.

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Die europäischen Geschäftsführer machen die Dekarbonisierung von Mobilität, Verkehr und Gebäuden als größte Herausforderung für die Klimaneutralität aus. Um in diesen Bereichen Fortschritte zu machen, haben die CEOs konkrete Empfehlungen erarbeitet.
Die europäischen Geschäftsführer machen die Dekarbonisierung von Mobilität, Verkehr und Gebäuden als größte Herausforderung für die Klimaneutralität aus. Um in diesen Bereichen Fortschritte zu machen, haben die CEOs konkrete Empfehlungen erarbeitet.
(Bild: gemeinfrei // Pexels)

Im Rahmen der European-CEO-Alliance trafen sich 12 Wirtschaftsführer bei Schneider Electric in Paris, um über Möglichkeiten zur Unterstützung des EU-Green-Deals zu beraten und Handlungsempfehlungen auszuarbeiten. Um die EU-Klimaziele zu erreichen, schlagen die CEOs ein starkes Signal zur CO2-Bepreisung vor und fordern, dass Subventionen für Technologien mit hohen CO2-Emissionen überprüft werden. „Die CEO-Alliance unterstützt vollumfänglich die Klimaziele der EU-Kommission, zu denen es keine Alternative gibt. In einem beispiellosen Schritt fordert die CEO-Alliance mit ihren branchenführenden Unternehmen aus ganz Europa ein Kohlenstoffpreissignal, das alle Emissionen branchen- und länderübergreifend abdeckt", unterstreicht Volkswagen-Konzernchef Dr. Herbert Diess.

Die Empfehlungen der CEO-Alliance im Detail:

  • CO2-Bepreisung: Das europäische Kohlenstoffpreissystem müsse weiterhin Maßnahmen zur gleichzeitigen Erreichung eines sozialen Gleichgewichts und einer Emissionsreduktion umfassen. So soll die CO2-Bepreisung ein zentrales Element zur Erreichung der Klimaziele werden.
  • EU-Emissionshandelssystems: Die Allianz fordert eine Verbesserung des Emissionshandelssystems für Energie und Schwerindustrie sowie die Einführung sektorspezifischer Cap-and-Trade-Systeme (Systeme für Kohlenstoffhöchstgrenzen und -handel) für Mobilität, Verkehr und den Gebäudesektor.
  • Dekarbonisierung von Mobilität und Verkehr: Nach der Allianz habe sich die Elektromobilität als effizienteste Technologie erwiesen. Um diese zu fördern, haben Mitglieder der CEO-Alliance Projekte initiiert, um die Batterieproduktion hochzufahren und eine Ladeinfrastruktur in ganz Europa zu schaffen.
  • Gebäudesanierungen: Die Alliance unterstützt ehrgeizige Sanierungsziele von mindestens drei Prozent pro Jahr. Gebäude sollten höhere Standards in Bezug auf Energieeffizienz, erneuerbare Energien und nachhaltige Materialien erfüllen. Fossile Heizsysteme müssen schnell durch die Einführung von elektrischen Wärmepumpen, Fernwärme und digitalen Lösungen ersetzt werden. Die CEOs verpflichten sich, diese Empfehlung auf die eigenen Gebäude ihres Unternehmens anzuwenden.
  • Strom für Mobilität und Heizungen: Aktuell arbeitet die Allianz an einem Projekt zur Integration von Energiesystemen – insbesondere Netzen. So lasse sich ein System schaffen, welches vor allem auf erneuerbaren Energien und flexiblen Lösungen basiert.

CEOs wollen sich progressiv einbringen

Ziel der European-CEO-Alliance war es, politische Empfehlungen zur Unterstützung eines progressiven und ehrgeizigen Vorstoßes zur Erreichung der Klimaneutralität abzugeben, während sich die EU-Kommission auf die Präsentation ihres Legislativpakets ‚Fit for 55‘ vorbereitet. „Das bevorstehende EU-Politikpaket zur Senkung der Kohlenstoffemissionen um 55 Prozent im nächsten Jahrzehnt ist notwendig. Der Schlüssel liegt darin, vom Ehrgeiz zum Handeln überzugehen“, erklärt Jean-Pascal Tricoire, CEO und Chairman von Schneider Electric. Tricoire fügt hinzu: „Nur gemeinsame Anstrengungen und die Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen Sektor und der Industrie werden zu nachhaltigem Wachstum und zukunftssicheren Arbeitsplätzen führen. Gemeinsam stehen wir hinter Europa auf seinem Weg zu einem schnellen und fairen Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft.“

Über die European-CEO-Alliance:

Die Alliance vereint zwölf Führungskräfte aus der Energie-, Transport- und Technologiebranche: Björn Rosengren (ABB), Thierry Vanlancker (AkzoNobel), Francesco Starace (ENEL), Leonhard Birnbaum (E.ON), Börje Ekholm (Ericsson), Henrik Henriksson (H2GreenSteel), Ignacio Galán (Iberdrola), Frans van Houten (Philips), Christian Klein (SAP), Christian Levin (Scania), Jean-Pascal Tricoire (Schneider Electric) und Herbert Diess (Volkswagen). McKinsey & Company fungiert als Wissensbeitrag für die CEO Alliance und stellt zusätzliche Forschung und Daten zur Verfügung.

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