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„Europacloud“ GAIA-X: Deutsch-französisches Konsortium gebildet

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Elke Witmer-Goßner

Für das Projekt um die „Europacloud“ GAIA-X werden erste Weichen gestellt. 22 deutsche und französische Unternehmen haben dafür eine internationale, nicht-gewinnorientierte Organisation nach belgischem Recht gegründet.

22 deutsche und französische Unternehmen haben für GAIA-X eine Organisation nach belgischem Recht gegründet.
22 deutsche und französische Unternehmen haben für GAIA-X eine Organisation nach belgischem Recht gegründet.
(Bild: gemeinfrei, stokpic / Pixabay)

Die Organisation verstehe sich als „Rahmen für das Ökosystem GAIA-X“ und bilde „sowohl die Angebots- als auch die Nachfrageseite von GAIA-X ab“. Alle Mitglieder der Organisation verpflichten sich zur Einhaltung folgender Leitprinzipien: Schutz der Datensouveränität, der Datenverfügbarkeit, der Interoperabilität, der Portabilität, der Förderung der Transparenz und der fairen Teilhabe, so Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und sein französischer Amtskollege Bruno Le Maire.

Beide Politiker stellten ein erstes technisches Architekturkonzept vor. Es beschreibt unter anderem die für das Ökosystem GAIA-X zentralen Dienste, die einzuhaltenden europäischen Regeln und Normen sowie die Anforderungen aus Sicht der Anwender.

Laut den Ministern war das Feedback seit der Präsentation im Herbst 2019 sehr positiv, derzeit seien etwa 300 Firmen und andere Organisationen an dem Projekt beteiligt. Auf Unternehmensseite stehen Betriebe verschiedener Größen auf dem Plan – vom Startup bis zum Großkonzern. Andere Unterstützer sind etwa wissenschaftliche Verbände aus ganz Europa, aber auch den USA und Japan. Es gebe mehr als 20 Arbeitsgruppen, in denen über die Umsetzung auf Technologie-Ebene beraten werde.

„Mit GAIA-X gehen wir einen großen Zukunftsschritt in die Datenökonomie. Das Ziel ist ein digitales Ökosystem in Europa, das Innovationen und neue datengetriebene Dienste und Anwendungen hervorbringt. Wir laden alle europäischen und internationalen Partner, die unsere Leitprinzipien wie Offenheit und Transparenz, Vertrauen, Souveränität und Selbstbestimmtheit teilen, zur Mitarbeit ein“, so Altmaier.

„Der gemeinsame Wille Frankreichs und Deutschlands erlaubt es uns, die Grundlagen für eine echte europäische Dateninfrastruktur zu legen. Ausgehend von der Zusammenarbeit zwischen elf deutschen und elf französischen Unternehmen kann Europa eine neue Kultur der künstlichen Intelligenz voranbringen, die sich auf die Prinzipien der Offenheit, der Interoperabilität, der Transparenz und des Vertrauens stützt“, sagte Le Maire. „Die Corona-Krise hat gezeigt, dass wir dank unserer Daten Epidemien schneller und wirksamer überwinden können, sofern die Europäerinnen und Europäer Vertrauen in die Datensammlung und -speicherung haben. Mit GAIA-X können wir diese Voraussetzung einer sicheren Lösung bieten.“

Die Idee, gemeinsam an dem Projekt zu arbeiten, kam erstmals im Februar 2019 anlässlich der Veröffentlichung eines deutsch-französischen Manifests über eine europäische Industriepolitik in Berlin auf. Beim 21. deutsch-französischen Ministerrat im Oktober 2019 in Toulouse hatten sich die Minister Altmaier und Le Maire auf einen Fahrplan für die deutsch-französische Zusammenarbeit im Bereich KI sowie auf einen gemeinsamen Ansatz für eine europäische Dateninfrastruktur verständigt, die den Erhalt unserer Datensouveränität ermöglichen soll. Auf dem Digital-Gipfel im Oktober 2019 wurde die Idee einer europäischen Dateninfrastruktur dann erstmals öffentlich präsentiert.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Cloudcomputing-Insider.de.

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Dr. Dietmar Müller

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Journalist