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Wetterprognosen Eumetsat MSG-3 liefert erstes Bild

Redakteur: Peter Koller

Ziemlich genau einen Monat nach seinem Start ins All hat der jüngste europäische Wettersatellit Eumetsat MSG-3 sein erstes Bild geliefert. Es zeigt Europa und Afrika in beeindruckender Qualität.

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Gestochen scharf: Aus 36.000 Kilometern Höhe zeigt MSG-3 Europa und Afrika
Gestochen scharf: Aus 36.000 Kilometern Höhe zeigt MSG-3 Europa und Afrika
(Foto: Eumetsat)

MSG-3 war am 5. Juli mit der Trägerrakete Ariane-5 vom Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana ins All gestartet. DIe European Space Agency (ESA), die für die Startphase verantwortlich war, hat den Satelliten am 16. Juli an seinen Betreiber Eumetsat übergeben. "Mit MSG-3 werden wir eine höhere Sicherheit für kurzfristige Wetterwarnungen haben", sagte der Satelliten-Direktor Mikael Rattenborg von der Eumetsat in Darmstadt beim Start des Satelliten.

NASA-Satellit fotografiert Erde in hochauflösender Schönheit

MSG-3 ist der dritte Satellit dieser seit 2002 eingeführten Generation von Wettersatelliten und kann alle 15 Minuten – doppelt so oft wie seine Vorgänger – ein Bild in 12 verschiedenen Wellenlängen liefern. Kern-Instrument des Satelliten ist das von Astrium gebaute SEVIRI (Spinning Enhanced Visible and Infrared Imager) für sichtbares und Infrarot-Licht. Im sichtbaren Bereich erkennt SEVIRI auf der Erde Strukturen von einem Kilometer Ausdehnung.

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Die SEVIRI-Kamera hat eine Öffnung von 50 mal 80 Zentimetern. Die Bilderzeugung erfolgt Zeilenweise einmal von Osten nach Westen durch die Drehung des Satelliten mit rund 100 Umdrehungen pro Minute sowie in Nord-Süd-Richtung durch einen beweglichen Mikrospiegel.

Daneben trägt MSG-3 noch zwei weitere Paylaods: Mit dem Geostationary Earth Radiation Budeget Sensor wird die Menge der von der Erde ins Weltall reflektierten Sonnenenergie gemessen. Das ist wichtig, um klimatische Prozesse besser zu verstehen, aber auch eine wichtige Größe bei der Bewertung von Sonnenstürmen: 2012/13 drohen von Solarstürmen verursachte Stromausfälle mit enormen Folgekosten.

Ein Search & Rescue Transponder verwandelt den Satelliten in eine Relaisstation für Notrufsignale auf der Erde.

Nach Abschluss der jetzt begonnenen Einsatzerprobung wird MSG 3 als Meteosat 10 seinen Platz bei 0° Länge über dem Golf von Guinea und dem Äquator in der geostationären Umlaufbahn einnehmen, in der seine Geschwindigkeit genau der der Erdrotation entspricht.

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