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Marktregulierung EU revidiert das Energielabel und streicht die Stufen A+ bis A+++

| Redakteur: Franz Graser

Die EU-Kommission, das Europaparlament und der Europäische Rat haben sich auf eine Revision des Energieeffizienz-Labels geeinigt. Statt der bisherigen Klassifizierung von A+++ bis G soll es nur noch die Einstufungen A bis G geben. Diese Klassifizierung sei für die Verbraucher leichter verständlich und weniger irreführend, teilte die EU-Kommission mit.

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Rückkehr zum ursprünglichen System: Statt der Einteilung von A+++ zu G soll es künftig auf dem EU-Energielabel nur noch die Stufen von A bis G geben.
Rückkehr zum ursprünglichen System: Statt der Einteilung von A+++ zu G soll es künftig auf dem EU-Energielabel nur noch die Stufen von A bis G geben.
(Bild: gemeinfrei)

Die Energieeffizienz-Skala der EU gibt es bereits seit über 20 Jahren. Die erste Direktive zur Einführung eines Energielabels erging bereits im Jahr 1992. Die Skala wurde vom angloamerikanischen Schulnotensystem abgeleitet, das den Buchstaben A als Bestnote vorsieht. Als schlechteste Bewertung wurde die Stufe G eingeführt (das amerikanische und englische Schulnotensystem kennt lediglich das F als schlechteste Note, das Äquivalent zur deutschen Note 6).

Der technische Fortschritt bei der Energieeffizienz führte jedoch dazu, dass nach und nach die Klassen A+, A++ und zuletzt im Jahr 2011 die Klasse A+++ eingeführt wurden. Dies führte nach Meinung der EU-Institutionen jedoch dazu, dass die Unterschiede im Energieverbrauch zwischen Produkten dieser Klassen eher verschleiert wurden: Der Unterschied zwischen A++ und A+++ werde vom Verbraucher nicht so klar wahrgenommen wie der Unterschied zwischen A und B.

Deshalb will die EU bei den Energielabeln zu der anfänglichen Einteilung in die Stufen A bis G zurückkehren. EU-Kommissionsvize Maros Sefcovic sagte: „Die technischen Innovationen erlauben den europäischen Bürgern, unter den fortschrittlichsten Produkten auf dem Markt wählen zu können. Es war deshalb höchste Zeit, unsere Skala wieder zeitgemäßer zu gestalten. Die neue Skala wird es den Verbrauchern ermöglichen, die Energieeffizienz zu beachten, wenn sie ihre nächsten Elektrogeräte einkaufen.“

Die Einigung zwischen Europaparlament, EU-Kommission und Europäischen Rat muss noch formell vom Parlament und dem Rat (also den Mitgliedsländern) bestätigt werden. Etwa 15 Monate später kann sie dann in Kraft treten. Danach wird es voraussichtlich noch ein Jahr dauern, bis die neuen Labels auf den Produkten zu finden sind.

Die Rückkehr zu der Einstufung von A bis G wird noch von weiteren Schritten flankiert. So ist eine Produktdatenbank geplant, in der die Geräte künftig registriert werden müssen. Verbraucher sollen außerdem in einer öffentlichen Datenbank ermitteln können, welches das sparsamste Gerät ist.

Darüber hinaus soll die Energieeffizienz-Einstufung auch Software-Updates berücksichtigen können, etwa inwieweit sich eine aktualisierte Geräte-Firmware auf den Energieverbrauch auswirkt. Sogenannte Defeat Devices, die bei Messungen einen geringeren Energieverbrauch als im Praxisbetrieb vorspiegeln, sollen explizit verboten werden.

„Die Revision des Energielabels kann zusammen mit ökologischem Design den Haushalten knapp 500 Euro pro Jahr einsparen helfen“, sagte der EU-Kommissar für Klimafragen und Energie, Miguel Arias Canete. Weiter ist er überzeugt, dass dieser Schritt die Umsätze von Geräteproduzenten und Elektrohändlern um 65 Milliarden Euro pro Jahr steigern und den Energieverbrauch in der EU um den Beitrag Italiens und der baltischen Staaten reduzieren könne.

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