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Mobilkommunikation EU-Parlament schafft Roaming-Gebühren ab

| Redakteur: Franz Graser

Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments haben einem Kompromiss über die Kosten für mobile Telefonate im Ausland zugestimmt. Das sogenannte Roaming in der EU sowie in Island, Norwegen und Liechtenstein ist damit ab dem 15. Juni ohne Kostenaufschläge möglich.

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Handy-Telefonate im EU-Ausland sowie in Island, Norwegen und Liechtenstein sollen ab dem 15. Juni genauso viel kosten wie im Inland. Das EU-Parlament beschloss Obergrenzen für die Entgelte, die der heimische Netzbetreiber an den ausländischen Anbieter dafür zahlt für die Nutzung von dessen Netz bezahlen muss.
Handy-Telefonate im EU-Ausland sowie in Island, Norwegen und Liechtenstein sollen ab dem 15. Juni genauso viel kosten wie im Inland. Das EU-Parlament beschloss Obergrenzen für die Entgelte, die der heimische Netzbetreiber an den ausländischen Anbieter dafür zahlt für die Nutzung von dessen Netz bezahlen muss.
(Bild: gemeinfrei)

„Das ist eine sehr gute Nachricht für die europäischen Verbraucher“, sagte die EU-Abgeordnete Miapetra Kumpula-Natri (Sozialdemokraten) aus Finnland. „Wir können uns nun tatsächlich darüber freuen, dass es ab dem 15. Juni keine Roaming-Gebühren mehr gibt. Nutzer, die in Europa unterwegs sind, können ihre E-Mails lesen, navigieren, Fotos auf ihre Social-Media-Profile hochladen und nach Hause telefonieren oder texten ohne zusätzliche Kosten.“

Das Parlament hat mit dieser Abstimmung über Roaming-Großhandelspreise die letzte Hürde vor der Abschaffung der Roaming-Gebühren genommen. Die Abgeordneten haben einen vorab vereinbarten Kompromiss mit dem Rat angenommen, mit 549 Stimmen bei 27 Gegenstimmen und 50 Enthaltungen.

Bereits im Jahr 2015 hatten sich der Rat und das Europäische Parlament darauf geeinigt, die Roaming-Entgelte im Mobilfunk in der EU zum 15. Juni 2017 abzuschaffen. An diesem Tag wird das Roaming zu Inlandspreisen für alle EU-Bürger, die in der EU unterwegs sind, Wirklichkeit.

In der entsprechenden Verordnung wurde jedoch nicht auf die Roaming-Großhandelspreise eingegangen, weil die Marktbedingungen noch eingehender geprüft werden mussten. Bei der Überprüfung kam die Kommission zu dem Schluss, dass die nationalen Roaming-Vorleistungsmärkte nicht gut funktionierten.

Deshalb hat die Europäische Kommission im Juni 2016 einen Vorschlag für eine Verordnung unterbreitet, mit dem eine Obergrenze für Entgelte eingeführt wurde, die die Telekommunikationsbetreiber einander ab dem 15. Juni 2017 für Sprachanrufe, Textnachrichten und die Datenübertragung in Rechnung stellen dürfen. Diese Entgelte liegen bei maximal 3,2 Cent pro Minute für Sprachanrufe und bei einem Cent für Kurznachrichten.

Bei Datenvolumina wird ab dem 15. Juni eine Deckelung von 7,70 Euro pro Gigabyte eingeführt. Diese Obergrenze soll bis zum Jahresbeginn 2022 schrittweise auf 2,50 Euro pro Gigabyte sinken.

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