EU-Kommission warnt vor 5G-Anbietern aus Drittstaaten

| Autor / Redakteur: dpa / Julia Schmidt

Die EU-Kommission warnt vor möglichen, politisch motivierten Angrifffen und dem Diebstahl von geistigem Eigentum durch Unternehmen außerhalb der EU.
Die EU-Kommission warnt vor möglichen, politisch motivierten Angrifffen und dem Diebstahl von geistigem Eigentum durch Unternehmen außerhalb der EU. (Bild: Sina Schuldt/dpa)

Beim Aufbau des Mobilfunkstandards 5G in Europa warnt die EU-Kommission vor Gefahren durch Anbieter außerhalb der EU. Unternehmen könnten versuchen, durch den Diebstahl geistigen Eigentums Wettbewerbsvorteile zu erlangen.

Beim Aufbau des Mobilfunkstandards 5G in Europa warnt die EU-Kommission vor Gefahren durch ausländischer Anbieter. Unternehmen außerhalb der EU könnten versuchen, durch den Diebstahl geistigen Eigentums Wettbewerbsvorteile zu erlangen, heißt es in einem Bericht, den die Brüsseler Behörde am Mittwoch vorstellte. Dabei ginge die Gefahr von Staaten sowie von staatlich unterstützen Akteuren aus.

Vor allem sie könnten die „Motivation, Absicht und Fähigkeit haben, anhaltende und ausgefeilte Angriffe“ auf 5G-Netze durchzuführen. Die Motivation dieser Angriffe sei hauptsächlich politisch. Die EU-Kommission nennt die chinesischen Anbieter Huawei und ZTE in dem Zusammenhang zwar nicht namentlich, spielt aber auf sie an.

An einer andere Stelle des Berichts heißt es: Huawei, Ericsson, und Nokia seien mit Blick auf den Marktanteil die Hauptakteure im 5G-Bereich, weitere seien ZTE, Samsung und Cisco. Ericsson und Nokia hätten ihre Hauptquartiere in der EU, die anderen nicht. „Ihre Unternehmensführung weist erheblich Unterschiede auf, etwa mit Blick auf das Level an Transparenz und der Eigentumsverhältnisse der Unternehmen.“

Angst vor Spionage

Bislang haben vor allem die USA Sicherheitsbedenken bei der Huawei-Technik. Aus Angst vor Spionage warnen die Vereinigten Staaten auch Deutschland und andere Länder davor, Telekomausrüstung von Huawei einzusetzen. Bislang gibt es allerdings keine handfesten Beweise für eine Manipulation der eingesetzten Huawei-Hardware.

Die EU-Kommission nennt in ihrem Bericht auch andere Gefahren, etwa durch Hacker und Insider aus der Branche. Viele der Gefahren seien zwar nicht 5G-spezifisch. Ihre Anzahl und Bedeutung werde bei 5G-Netzen aber voraussichtlich steigen, weil die Komplexität der Technologie zunehme. Zudem seien Wirtschaft und Gesellschaft künftig wohl noch abhängiger von der technischen Infrastruktur.

Der Bericht beruht auf Informationen aller 28 EU-Staaten. Bis Ende des Jahres sollen Ansätze erarbeitet werden, wie die Risiken reduziert werden können. Bereits im März hatte die EU-Kommission wegen möglicher Gefahren durch chinesische Technologie beim 5G-Aufbau ein europaweit abgestimmtes Vorgehen empfohlen. (dpa)

5G CMM Expo 2019: 5G heute und in Zukunft

5G CMM Expo 2019: 5G heute und in Zukunft

09.09.19 - Kaum ist die Versteigerung der 5G-Frequenzen über die Bühne, hat die Deutsche Messe schon das passende Event im Köcher. An der Konferenz 5G CMM Expo (Connected Mobile Machines) vom 8. bis zum 10. Oktober 2019 in Hannover wollen sich gut 100 Unternehmen und Institutionen als Aussteller, bei Diskussionen und Breakout-Sessions beteiligen. lesen

Qualcomm kauft RF360: München wird „Zentrum der 5G-Revolution“

Qualcomm kauft RF360: München wird „Zentrum der 5G-Revolution“

17.09.19 - Nach der endgültigen Übernahme von RF360 – ehemals Epcos – will Qualcomm seinen Münchener F&E- und Produktionsstandort massiv ausbauen. Die frühere Siemens-Ausgründung avanciert damit zum zentralen Baustein in Qualcomms langfristiger 5G-Strategie. lesen

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 46175694 / 5G Mobilfunk)