EU-Kommission billigt Milliarden-Förderung für Mikroelektronik

Redakteur: Julia Schmidt

Im Wettbewerb mit Ländern wie China und den USA darf Deutschland die Entwicklung von Chips und Sensoren einer Entscheidung der EU-Kommission zufolge mit bis zu 820 Millionen Euro fördern.

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Im Wettbewerb mit Ländern wie China und den USA darf Deutschland die Entwicklung von Chips und Sensoren mit bis zu 820 Millionen Euro fördern. Die EU-Kommission genehmigte am Dienstag einen gemeinsamen Antrag von vier EU-Ländern, Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Bereich der Mikrotechnik mit insgesamt 1,75 Milliarden Euro fördern zu dürfen.
Im Wettbewerb mit Ländern wie China und den USA darf Deutschland die Entwicklung von Chips und Sensoren mit bis zu 820 Millionen Euro fördern. Die EU-Kommission genehmigte am Dienstag einen gemeinsamen Antrag von vier EU-Ländern, Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Bereich der Mikrotechnik mit insgesamt 1,75 Milliarden Euro fördern zu dürfen.
(Bild: Clipdealer)

Die Brüsseler EU-Kommission genehmigte am Dienstag einen gemeinsamen Antrag von vier EU-Ländern, Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Bereich der Mikrotechnik mit insgesamt 1,75 Milliarden Euro fördern zu dürfen, wie die Behörde mitteilte. Dadurch sollen weitere 6 Milliarden Euro an privaten Investitionen mobilisiert werden.

Die Kommission bestätigte damit, dass „ein gemeinsam von Frankreich, Deutschland, Italien und dem Vereinigten Königreich notifiziertes integriertes Projekt für Forschung und Innovation im Bereich der Mikroelektronik, einer Schlüsseltechnologie, mit den EU-Beihilfevorschriften im Einklang steht und zu einem gemeinsamen europäischen Interesse beiträgt.“

„Mikroelektronik ist Bestandteil fast aller elektronischen Geräte, die wir im Alltag nutzen, ob es sich um unsere Telefone, Computer, Waschmaschinen oder Autos handelt“, sagte die für Wettbewerb zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager. „Durch Innovation im Bereich Mikroelektronik kann Europa insgesamt einen Innovationsschub erfahren.“

Das für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft zuständige Kommissionsmitglied Mariya Gabriel ergänzte: „Alle vernetzten Geräte, alle modernen Maschinen und alle unseren digitalen Dienste bauen auf Mikroelektronik-Bauelementen auf, die mit der Zeit immer schneller und immer kleiner werden. Wenn wir bei einer Technologie von solch einer grundlegenden Bedeutung nicht von anderen abhängig sein wollen, beispielsweise aus Gründen der Sicherheit oder Leistung, müssen wir in der Lage sein, diese Elemente in eigener Regie zu entwerfen und herzustellen. Der heutige Beschluss ist das Ergebnis einer erweiterten Zusammenarbeit und einer gemeinsamen europäischen Vision.“

Italien, Frankreich, Großbritannien und Deutschland hatten das Projekt eingereicht

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) zeigte sich erfreut über den Beschluss der EU-Kommission. „Mit der Entscheidung wird die Halbleiterkompetenz in Europa und in Deutschland gestärkt.“ Deutschland werde rund eine Milliarde Euro in diese Technologie investieren. Insbesondere ein Mikroelektronik-Standort von Bosch in Dresden solle ausgebaut und bis zur ersten gewerblichen Nutzung durch die Bundesregierung unterstützt werden.

Italien, Frankreich, Großbritannien und Deutschland hatten das Projekt Ende November bei der EU-Kommission eingereicht. Es soll vor allem Forschung und Entwicklung selbstfahrender Fahrzeuge sowie des Internets der Dinge voranbringen, bei dem immer mehr Geräte online miteinander verbunden werden.

Insgesamt sind 29 Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus den vier Ländern an dem Projekt beteiligt. Sie arbeiten gemeinsam an über 100 Kooperationsprojekten im Rahmen der 40 eng miteinander verknüpften Teilprojekte in fünf Technologiebereichen:

• Energieeffiziente Chips: Entwicklung neuer Lösungen zur Verbesserung der Energieeffizienz von Chips. Damit kann beispielsweise der Gesamtenergieverbrauch von elektronischen Geräten, einschließlich Geräten, die in Autos eingebaut sind, verringert werden;

• Leistungshalbleiter: Entwicklung neuer Technologien für die Bauteile für intelligente Geräte sowie für Elektro- und Hybridfahrzeuge im Hinblick auf eine größere Verlässlichkeit der fertigen Halbleiterbauelemente.

• Intelligente Sensoren: Arbeiten an der Entwicklung von neuen optischen, Bewegungs- oder Magnetfeldsensoren mit einer verbesserten Leistung und erhöhten Genauigkeit. Intelligente Sensoren werden dazu beitragen, die Fahrzeugsicherheit zu verbessern, und zwar durch eine verlässlichere und schnellere Reaktion beim Fahrspurwechsel oder beim Umfahren eines Hindernisses;

• Fortgeschrittene optische Geräte: Entwicklung wirksamerer Technologien für zukünftige High-End-Chips und

• Verbundwerkstoffe: Entwicklung neuer Verbundwerkstoffe (als Ersatz für Silizium) und Geräte, die sich für fortschrittlichere Chips eignen.

Aus Deutschland werden der EU-Kommission zufolge unter anderem Infineon, Bosch, Carl Zeiss und Osram gefördert. (Mit Material von dpa)

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