Embedded SIM eSIM hebt SIM-Karten in neue Dimension

Redakteur: Johann Wiesböck

Die eSIM-Technologie bringt klassische SIM-Karten auf ein neues Level. Giesecke+Devrient erläutert, warum das eine gute Nachricht für die Nutzer ist.

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Steffen Frenck, Giesecke+Devrient: „Die eSIMs bieten große Vorteile für die Verbraucher und sind genauso sicher wie klassische SIM-Karten.“
Steffen Frenck, Giesecke+Devrient: „Die eSIMs bieten große Vorteile für die Verbraucher und sind genauso sicher wie klassische SIM-Karten.“
(Bild: Giesecke + Devrient)

Immer mehr Hersteller von Smartphones, Tablets oder Smartwatches statten ihre Geräte mit so genannter eSIM-Technologie aus. Es handelt sich um ein Verfahren zur Identifikation des Nutzers im Mobilfunknetz ohne eine auswechselbare SIM-Karte. Die Teilnehmerinformationen sind in einem nicht auswechselbaren Modul des mobilen Endgeräts gesichert eingebettet. Dieses Modul ist entweder ein IC oder eine Software-Enclave des System-on-a-Chip. Das soll die klassische SIM-Karte in Zukunft ersetzen. Zur Aktivierung einer eSIM in einem Gerät wird eine bereits vorhandene Internetverbindung (z. B. über WLAN) benötigt. Das Akronym eSIM wird als Abkürzung für Embedded Subscriber Identity Module interpretiert.

Für Hersteller kann in Zukunft die Aufnahmemechanik der SIM-Karte entfallen. Die eSIM ist elektrisch kompatibel mit 2FF- und 3FF-Karten, sie verwendet das SON-8-Format und ist für M2M-Anwendungen konzipiert. Diese Technologie bietet im Vergleich mit der klassischen SIM-Karte auch zahlreiche Vorteile für die Verbraucher. Giesecke+Devrient erläutert die wichtigsten davon:

  • Wenn die Nutzer einen neuen Mobilfunkvertrag abschließen oder den Anbieter wechseln, müssen sie nicht länger mit den kleinen Plastikkarten hantieren und benötigen auch kein spezielles Werkzeug mehr für das Einlegen und Herausnehmen. Gedanken über die unterschiedlichen Formate der SIM-Karten brauchen sie sich auch nicht mehr zu machen.
  • Die Nutzer können ihre Mobilfunkverträge komplett digital mit dem eigenen Endgerät aktivieren – etwa, indem sie mit ihrem Handy einen QR-Code aus einem Kundenportal abscannen. Der Gang zum Service Point ist hinfällig und sie müssen auch nicht warten, bis ihnen eine SIM-Karte per Post zugeschickt wird. Binnen kürzester Zeit können sie mit dem Telefonieren und Surfen loslegen.
  • Mit klassischen SIM-Karten lässt sich lediglich ein einziger Mobilfunkvertrag nutzen. Durch eSIMs können die Nutzer dagegen mehrere, miteinander korrespondierende Verträge mit Netzbetreibern installieren und beliebig wechseln. Auch die Verwendung mehrerer Telefonnummern ist möglich – etwa einer privaten und einer beruflichen.
  • Bei Reisen ins Ausland zahlt sich die Flexibilität von eSIM ganz besonders aus. Geschäftsreisende oder Urlauber haben die Möglichkeit, einfach zusätzlich einen lokalen Mobilfunkanbieter zum Telefonieren und Surfen vor Ort zu aktivieren. Oder sie schließen einen Vertrag mit einem Anbieter ab, der weltweit günstige Tarife bietet. Horrende Roaming-Gebühren gehören dann der Vergangenheit an.
  • Nicht zuletzt ist eSIM-Technologie besser für die Umwelt. Da der Chip, der die eSIM-Daten empfängt, direkt im Gerät eingebaut ist, müssen nicht länger Plastikrahmen produziert werden, in denen die SIM-Karten stecken. Meistens wandern diese Rahmen jedes Mal in den Müll, wenn eine neue SIM-Karte gekauft wird. Es braucht kein Papier mehr für den Postversand von SIM-Karten und auch der CO2-intensive Transport zu den Nutzern entfällt.

„Im Moment sehen wir ein sehr starkes Wachstum von eSIM im Consumer-Bereich. Mit der Verfügbarkeit von immer mehr 5G-Netzen wird sich dieser Trend auch auf dem industriellen Sektor fortsetzen“, sagt Steffen Frenck, Head of Strategy & Marketing bei Giesecke+Devrient. „Der Grund dafür ist, dass eSIMs große Vorteile bieten. Sie sind genauso sicher wie klassische SIM-Karten, machen es dem Nutzer aber deutlich leichter, Mobilfunkverträge zu aktivieren, zu wechseln und miteinander zu kombinieren. Und es steht fest, dass sie der nachhaltigere Weg zu einem sicheren und standardkonformen Mobilfunknetzzugang sind.“

Hintergrund: Giesecke+Devrient ist ein weltweit tätiger Konzern für Sicherheitstechnologie mit Hauptsitz in München. Die Technologie des Unternehmens schützt physisches und digitales Bezahlen, die Konnektivität von Menschen und Maschinen, die Identität von Personen und Objekten sowie digitale Infrastrukturen und vertrauliche Daten. Das Unternehmen wurde 1852 gegründet. Im Geschäftsjahr 2020 erwirtschaftete es mit rund 11.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von 2,31 Milliarden Euro. Giesecke+Devrient ist mit 74 Tochtergesellschaften und Gemeinschaftsunternehmen in 32 Ländern vertreten.

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