IXV-Jungfernflug geglückt ESA auf dem Weg zum bemannten Raumflug

Redakteur: Margit Kuther

Völlig neue Perspektiven eröffnet IXV, der erste ESA-Raumgleiter, der nicht im All verglühte. ESAs erster, wiederverwendbarer Transporter landete nach einem Kurztrip durchs All sicher im Pazifik.

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Start der Vega VV04 mit dem IXV vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch Guinea
Start der Vega VV04 mit dem IXV vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch Guinea
(Bild: ESA)

Das IXV, (Intermediate eXperimental Vehicle) also das vorläufige experimentelle Raumfahrzeug der ESA, absolvierte ein reibungsloses Wiedereintrittsmanöver mit anschließender Wasserung im Pazifischen Ozean westlich der Galapagos-Inseln.

Der Start des IXV erfolgte an Bord einer Vega-Trägerrakete von Europas Raumflughafen Kourou in Französisch-Guayana aus. In einer Höhe von 348 km wurde es von seiner Trägerrakete getrennt und stieg anschließend bis auf 413 km.

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Datensammlung mittels über 300 Sensoren

Im zweiten Teil seines Suborbitalflugs sammelte IXV mit seinen mehr als 300 teils herkömmlichen, teils komplexen Sensoren eine Fülle von Daten.

Bei seinem Sinkflug drosselte das fünf Meter lange und zwei Tonnen schwere Raumfahrzeug seine hypersonische wieder auf supersonische Geschwindigkeit ab. Während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre betrug die Geschwindigkeit bei einer Höhe von 120 km 7,5 km/s, womit die Flugbedingungen denen bei einem Wiedereintritt eines Raumfahrzeugs von einer erdnahen Umlaufbahn aus entsprachen.

Per Fallschirm zur Erde

Nach gelungenem Wiedereintritt in die Atmosphäre öffneten sich die Fallschirme des IXV, um das Raumfahrzeug weiter abzubremsen, damit es sicher auf der Wasseroberfläche des Pazifik aufsetzen konnte.

Die Überwachung der Mission übernahm das Missionskontrollzentrum im Turiner Zentrum für Raumfahrttechnik, ALTEC. Dort gingen die Flug- und Instrumentendaten der verschiedenen Bodenstationen ein, zu denen sowohl Stationen auf dem Festland, wie in Libreville in Gabun und Malindi in Kenia, als auch die mobile Empfangsstation auf dem Bergungsschiff Nos Aries im Pazifik gehören.

Augenblicklich halten Ballons das IXV über Wasser, bis es vom Bergungsschiff an Bord geholt wird, um nach seiner Rückkehr im ESTEC, dem technischen Zentrum der ESA in den Niederlanden, eingehend untersucht zu werden.

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